Was Latex-Allergiker tun können

Vielen kribbelt es beim jährlichen Frühjahrsputz in den Fingern. Schuld ist jedoch nicht die plötzliche Lust am Putzen, sondern der in vielen Gummihandschuhen enthaltene Latex. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Allergie dagegen. Die Techniker Krankenkasse (TK) rät ihnen, dünne Baumwoll- unter den Gummihandschuhen zu tragen oder zu latexfreien Produkten zu greifen.


Latex ist das Produkt des Kautschukbaumes. In Luftballons, Kondomen, Gummibändern, Autoreifen oder Textilien mit Stretch-Effekt ist der milchige Stoff enthalten. Die wenigsten Produkte mit Latex sind gekennzeichnet. "Wer beim Kontakt mit Erzeugnissen aus Gummi Quaddeln, einen Juckreiz in der Nase, tränende Augen oder Husten verspürt, hat eventuell eine Latexallergie", so Dr. Susanne Holthausen, ärztin bei der TK. überdurchschnittlich oft betroffen sind Krankenschwestern, Laborangestellte und ärzte, da sie bei der Arbeit häufig Schutzhandschuhe tragen müssen.

Besonders gepuderte Einmalhandschuhe wirbeln beim Anziehen kleine Partikel in die Luft, die dann in die Atemwege gelangen. Dies kann bei Allergikern bis zur Atemnot führen. Besonders gefährlich für sie sind Operationen: "Kommt die Wunde mit den sterilen Handschuhen in Kontakt, besteht die Gefahr eines allergischen Schocks", so TK-Medizinerin Holthausen. Wichtig ist daher, dass Allergiker die ärzte vorher informieren.

"Wer bei sich eine Latex-Allergie vermutet, sollte zu einem Allergologen gehen", rät Holthausen. "Wenn sich der Verdacht bewahrheitet, ist das beste Mittel, den Kontakt zu latexhaltigen Produkten zu vermeiden." Sollte die Allergie durch den Beruf entstanden sein, kann sie von der Berufsgenossenschaft als Berufskrankheit anerkannt werden. Inzwischen gibt es jedoch latexfreie Operationssäle und viele Spezialprodukte ohne den Naturkautschuk. So ist auch beim Medizinpersonal die Zahl der gemeldeten Allergien seit 1998 um 95 Pro-zent gefallen.

übrigens: Latex-Allergiker sollten auch Gummi- oder Ficusbäume aus ihrem Umfeld entfernen, da sie ebenfalls die entsprechenden Symptome hervorrufen können.

Ausführliche Informationen zum Thema gibt es unter www.tk-online.de im Internet. Dort kann auch die Broschüre "Allergien" heruntergeladen werden, die zudem in jeder TK-Geschäftsstelle kostenlos erhältlich ist.