Warum müssen wir schlafen

Obwohl die moderne Schlafforschung große Fortschritte gemacht hat, haftet der Welt des Schlafes und der Träume nach wie vor etwas Mystisches an. Tatsächlich ist die Frage "Warum schlafen wir?" bis heute im Wesentlichen noch immer unbeantwortet. Es gibt zwar mehrere Erklärungsversuche, doch ein eindeutiger wissenschaftlicher Beweis steht noch aus.

Möglicherweise schlafen Menschen und Tiere, weil ihnen das in der Evolution einen Vorteil brachte. Die Zeit, in der man wach und aktiv ist, wird durch den Schlaf zuverlässig begrenzt. Und im Schlaf wird weniger Energie verbraucht, der Körper schont also seine Energiereserven.

Im Schlaf wird das Gehirn gewartet
Eine andere und die derzeit überzeugendste Theorie geht davon aus, dass der Schlaf der Erholung des Gehirns und des Körpers dient. Aktuell wird hier vor allem über den oxidativen Stress diskutiert: Im Laufe des Tages sammeln sich giftige Abfallprodukte des Stoffwechsels im Gehirn an, und der Schlaf wird deshalb zur Wartung und Reparatur der grauen Zellen gebraucht. Spritzt man Versuchtieren solche Abfallprodukte ins Gehirn, wurde bei Ihnen tatsächlich der Schlaf angestoßen.

Störungen des Schlafs bleiben nicht folgenlos
Dass die komplizierte Regulation des Schlafs auch gestört werden kann, wird am Beispiel der Narkolepsie deutlich. Narkolepsie ist eine chronische, neurologische Erkrankung, die sehr wahrscheinlich auf einen Mangel des Regulatorstoffes Hypocretin im Gehirn zurückzuführen ist. Dieser spielt eine wichtige Rolle bei der überwachung des Schlaf-Wach-Verhaltens. Typisch für fast alle Narkolepsie-Patienten ist, dass sie von einer mehr oder weniger schweren Tagesschläfrigkeit geplagt werden. Im Extremfall kommt es zu sogenannten imperativen Einschlafattacken, gegen die sich der Betroffene nicht zur Wehr setzen kann. Er schläft dann - zur großen Verwunderung seiner Mitmenschen - in den ungewöhnlichsten Situationen ein. Da man heute Wirkstoffe wie zum Beispiel Modafinil kennt, mit denen die Wachheit (Fachbegriff: Vigilanz) gesteigert werden kann, ist es nun auch medizinisch möglich, den bis zu 40.000 Narkolepsie-Patienten, die in Deutschland leben, so zu helfen, dass sie ihren Alltag bewältigen können und im Berufsleben gut zurecht kommen.

Wie notwendig ein geordneter Schlaf ist, zeigen auch andere Störungen wie beispielsweise die Schlafapnoe. Bei diesen Patienten kommt es im Schlaf aufgrund einer zu starken Erschlaffung der Schlundmuskulatur zu Atemstillständen. Die Folge: Der reguläre Schlafverlauf wird erheblich gestört und die Betroffenen neigen daher tagsüber zu dem gefährlichen Sekundenschlaf. Ganz ähnliche Auswirkungen hat es auch, wenn Schichtarbeiter ihren Körper zu einem Leben gegen die innere Uhr zwingen. Auf Dauer führt dies zu übermüdung, die Leistungsfähigkeit sinkt, im Extremfall kann es zu Magen-Darm-Erkrankungen kommen. In schweren Fällen kann auch hier eine Therapie mit Vigilanz-steigernden Medikamenten sinnvoll sein.

Quelle: www.dgk.de

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