Magnesiummangel - Wadenkrämpfe
Magnesium ist an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Der tägliche Bedarf an Magnesium liegt bei etwa 300-350mg. Da der Körper nicht in der Lage ist, Magnesium selbst zu produzieren, muss dieser wichtige Mineralstoff dem Körper durch die Nahrung zugeführt werden. Bei körperlichem oder geistigem Stress, in der Schwangerschaft und Stillzeit, in Wachstumsphasen und bei Sportlern sowie im Alter kann der Bedarf erhöht sein. Magnesium ist praktisch in allen Nahrungsmitteln enthalten - selbst im Wasser.
Magnesium ist besonders reichlich enthalten in
- Hülsenfrüchten,
- Vollkornbrot,
- Käse,
- Schokolade,
- Nüssen,
- Milch.
Magnesium ist im Körper wichtig für
- die Skelettmuskulatur,
- den Herzmuskel,
- die Funktion des Nervensystems,
- die Festigkeit der Knochen,
- die Arbeit zahlreicher Enzyme, z.B. bei der Verbrennung der Kohlehydrate und Fette und beim Aufbau von Eiweiß und Nukleinsäuren (Träger der Erbanlagen).
Magnesiummangel führt zu
- Zittern, Muskelzuckungen,
- Muskelkrämpfen, z.B. Wadenkrämpfen,
- Magen-Darm-Beschwerden, z.B. Übelkeit, Krämpfe
- nervösen Beschwerden, z.B. Kopfschmerz,
- Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsschwäche,
- Herzproblemen, z.B. Herzrhythmusstörungen,
- vorzeitigen Wehen in der Schwangerschaft,
- brüchigen Fingernägeln, kariösen Zähnen,
- Menstruationsbeschwerden.
Magnesiumüberdosierung führt zu
Magnesiummangel tritt auf
- bei kohlenhydratarmer Ernährung oder Diäten, Mangelernährung,
- bei Erbrechen und Durchfällen,
- bei Alkoholmissbrauch,
- bei Abführmittelmissbrauch,
- bei bestimmten Hormonstörungen (z.B. Hormone der Nebenschilddrüse oder der Nebenniere),
- bei bestimmten Nierenerkrankungen,
- Leberzirrhose,
- in der Wachstumsphase bei Jugendlichen,
- durch Stress,
- bei Sportlern.
Magnesiummangel tritt auch häufig in der Schwangerschaft und Stillzeit auf, da in dieser Zeit 450-500mg Magnesium täglich benötigt werden. Dieser Bedarf kann über die Ernährung nur schwer gedeckt werden. Das erste Anzeichen eines Magnesiummangels in der Schwangerschaft ist das Auftreten von Wadenkrämpfen.
Magnesiumpräparate
- Es gibt Magnesiumpräparate als Drageés, Tabletten, Brause-, Kau- oder Lutschtabletten, Granulat oder Injektionslösungen in unterschiedlichen Dosierungen und mit unterschiedlichen Magnesiumsalzen. Es gibt auch Kombinationspräparate mit Calcium und/oder Kalium.
- Die Einnahme von Magnesium hilft bei nächtlichen Wadenkrämpfen.
- Magnesium kann vorbeugend gegen Thrombose, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen, Nierensteine und zu hohen Cholesterinspiegel eingenommen werden.
- Bestimmte Magnesiumsalze wirken als sog. Antazida gegen überschüssige Magensäure (Sodbrennen).
- Magnesiumsulfat (Bittersalz) wirkt als Abführmittel (Verstopfung).
- In der Schwangerschaft wird Magnesium bei vorzeitigen Wehen eingesetzt.
Autoren:
Christiane von der Eltz, Apothekerin
Dr. Regina Schick, Ärztin
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