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Natürliche Hilfe gegen Blähungen, Sodbrennen und Co.

 

Blähungen, Sodbrennen, Völlegefühl oder Magen- und Bauschmerzen – nicht immer vertragen wir, was wir essen. In diesem Beitrag lesen Sie, wie Sie Ihre Verdauung mit natürlichen Mitteln in Schwung bringen – für unbeschwerten Genuss.

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Nach einer üppigen Mahlzeit bleiben Verdauungsprobleme häufig nicht aus
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Wer kennt das nicht?

Probleme mit der Verdauung: Es erwischt uns meistens, wenn wir viel und zu fettig gegessen haben. Oder auf ein heiß geliebtes Essen nicht verzichten wollten, obwohl wir es nicht vertragen. Manchmal kommen  Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Sodbrennen aber auch ohne erkennbare Ursache. Ganz gleich: Im Folgenden lesen Sie, wie Sie sich bei Problemen mit der Verdauung selbst mit natürlichen Mitteln helfen. Sie erfahren beispielsweise, ob das Verdauungsschläfchen eine gute Idee ist und wie Sie Verdauungsbeschwerden mit natürlichen Mitteln vorbeugen.

Verdauung beginnt schon beim Einatmen von Essensduft

Die meisten Menschen denken bei Verdauung vor allem an Magen und Darm. Tatsächlich aber beginnt die Verdauung viel früher. Schon der Duft von Speisen lässt uns reflexartig „das Wasser im Mund zusammenlaufen“. Das gilt vor allem dann, wenn wir Speisen riechen, die wir gerne essen. Die vermehrte Speichelproduktion ist der erste Schritt der Verdauung. Im Speichel sind Enzyme enthalten, die bereits im Mund damit beginnen, die Nahrung aufzuschließen und für den Körper verwertbar zu machen. Das kann man sogar schmecken. Brot beispielsweise wird süß, wenn wir es für einige Zeit im Mund behalten. Der Grund: Die Speichelenzyme verwandeln die Stärke aus dem Brot in Zucker.

Gut kauen ist die halbe Miete gegen Verdauungsbeschwerden

Langsames und genussvolles Essen oder Trinken fördert die Verdauung nicht nur wegen der guten Vermischung mit Speichel. Je mehr die Speisen zerkaut sind, umso größer ist ihre Oberfläche. Das bedeutet, dass die Enzyme und Verdauungssäfte in Mund, Magen und Darm eine größere Angriffsfläche haben. Wenn die Zähne beispielsweise ein Stück Fleisch oder Obst gut zerkleinern, brauchen sich Enzyme und Verdauungssekrete nicht von der Oberfläche bis ins Zentrum des Nahrungsbrockens vor zu arbeiten.

Langsames Essen und das Sättigungsgefühl

Sorgfältiges Kauen trägt außerdem dazu bei, dass wir nicht zu viel essen. Hintergrund ist die Regulation des Sättigungsgefühls. Dieses setzt mit leichter Verzögerung ein. Im Grunde bemerken wir erst, dass wir satt sind, wenn wir schon zu viel gegessen haben. Langes Kauen und bewusstes Essen lassen uns mehr Spielraum für das Gefühl, satt zu sein und mit dem Essen aufzuhören. Damit ist gutes Kauen die halbe Miete gegen Völlegefühl und Sodbrennen.

Eine wichtige Ursache für Sodbrennen bei gesunden Menschen ist nämlich, dass der Magen schlicht überfüllt ist. Der Speisebrei drängt dann auf die Öffnung zwischen Magen und Speiseröhre. Die Magensäure im Speisebrei reizt die Schleimhäute der Speiseröhre und verursacht so die unangenehmen Symptome des Sodbrennens. Selbstverständlich hat Sodbrennen auch noch andere Ursachen. Ausführliche Informationen bieten die Ratgeber Sodbrennen und Hilfe gegen Sodbrennen.

Blähungen: Schwer Verträgliches bekömmlich machen

Fette Speisen, Hülsenfrüchte oder Getränke mit viel Kohlensäure sind bei gesunden Menschen die häufigsten Ursachen für Blähungen. Blähungen entstehen, wenn sich im Darm Gase ansammeln und nicht ungehindert entweichen können. Diese Gasblasen können sogar mit krampfartigen Schmerzen einhergehen, wie die meisten Menschen aus eigener Erfahrung wissen.

Blähungen lassen sich am besten vorbeugen, indem Sie schwer verträgliches bekömmlicher machen. Ein typisches Beispiel dafür liefert die Zubereitung von Kohlgerichten. In sehr vielen Rezepten spielt Kümmel eine wesentliche Rolle. Dieses Gewürz regt die Tätigkeit der Drüsen in Magen und Darm an. Außerdem entspannt Kümmel die Muskulatur des Darmes und lindert so die für Blähungen typischen Krämpfe. Gegen Blähungen helfen viele zahlreiche Hausmittel und Heilpflanzen.

 

Verdauungsspaziergang oder Verdauungsschläfchen?

Themenspecial Natürliche Hilfe bei Problemen mit der Verdauung, Fotolia 84462527

Ein oft deutlich unterschätztes Mittel gegen Völlegefühl und Blähungen ist der Verdauungsspaziergang.

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Warum aber hilft die Bewegung nach dem Essen überhaupt? Der Spaziergang kurbelt den Kreislauf an. Damit gelangt mehr Blut in die Körpermitte – und das hilft beim Verdauen. Außerdem massieren die Muskelbewegungen beim Gehen den Unterbauch und unterstützen so die natürliche Darmbewegung. Aber nur leichte Bewegung fördert die Verdauung. Sport nach dem Essen belastet den Organismus – und zieht das Blut aus der Körpermitte, wo es zur Verdauung und Verteilung der Nahrungsbestandteile gebraucht wird.

Schlaf fördert die Verdauung nicht

Das Verdauungsschläfchen mögen viele Menschen als angenehm empfinden. Die Verdauung fördert das Nickerchen aber nicht. Einerseits schaltet die Verdauung im Schlaf gewissermaßen auf Sparflamme. Andererseits verlangsamt das Liegen den Transport des Speisebreis aus dem Magen in den Darm. Und: Ein voller Magen stört den gesunden Schlaf. Im Themenspecial „Gesunder Schlaf“ lesen Sie unter anderem, wie sie schlaffördernd essen und trinken.

 

Alkohol und Verdauung

Themenspecial Verdauungsbeschwerden

Alkohol: Auch Wein zum Essen verzögert die Verdauung

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Vor allem nach einer schweren Mahlzeit ist der Digestif für viele Menschen nahezu unverzichtbar. Tatsächlich kann ein Schnaps nach dem Essen bei der Verdauung helfen. Das gilt aber nur für Kräuterschnäpse, die ausreichend verdauungsfördernde Auszüge aus Heilpflanzen enthalten. Der Alkohol in diesen Schnäpsen bremst die Verdauung hingegen. Das gilt auch für Wein, der zum Essen getrunken wird. Insgesamt verlangsamt Alkohol den Verdauungsprozess bis zu mehreren Stunden. Empfehlenswerter als ein Verdauungsschnaps ist deshalb ein Verdauungstee.

Alkohol reizt die Magenschleimhaut

Grundsätzlich regt Alkohol – ähnlich wie Kaffee und Nikotin – die Produktion von Magensäure an. Das reizt die Magenschleimhaut und begünstigt entzündliche Veränderungen, die zu einem Magengeschwür führen können. Daran ändern auch die weitverbreiteten Mythen über vermeintliche gesundheitsfördernde Eigenschaften von Alkohol nichts. Aktuelle Studien belegen viel mehr, auch Genusstrinker leben nicht länger.

 

Heilpflanzen: Natürliche Helfer bei Verdauungsbeschwerden

Themenspecial Verdauungsbeschwerden

Heilpflanzen wie Kamille sind zuverlässige Helfer bei Verdauungsbeschwerden

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Die Natur liefert eine Vielzahl von Helfern gegen alltägliche Verdauungsbeschwerden. Etliche Heilpflanzen haben verdauungsfördernde Eigenschaften. Oft gehen diese auf einen Gehalt an Bitterstoffen zurück. Bitterstoffe regen generell den Appetit an, weil sie reflexartig die Produktion von Speichel und anderen Verdauungssekreten wie Magensäure oder Galle anregen.

Viele Heilpflanzen entfalten außerdem eine krampflösende, entspannende Wirkung. Das hilft etwa bei Schmerzen durch Blähungen.

 

Die besten Heilpflanzen gegen Verdauungsbeschwerden

 

Heilpflanze

Sodbrennen

Völlegefühl

Blähungen

Angelika/Engelwurz

 

x

x

Artischocke

 

x

 

Bärlauch

 

 

x

Baldrian

 

 

x

Brennnessel

x

 

 

Brombeere

x

 

 

Chicorée

 

x

 

Dill

 

 

x

Enzian

x

x

x

Fenchel

 

x

x

Kamille

x

 

x

Löwenzahn

 

x

 

Melisse

x

 

x

Pfefferminze

x

x

x

Rosmarin

 

x

x

Schafgarbe

 

x

x

Süßholzwurzel

x

 

 

Tausendgüldenkraut

x

 

 

Wacholder

x

 

 

Wermut

x

x

x

Ysop

 

 

x

Zitronenverbene

 

 

x

Zwiebeln

x

 

 

Viele verdauungsfördernde Heilpflanzen sind darüber hinaus als wohlschmeckende Gewürze einsetzbar. Das gilt beispielsweise für Anis, Kümmel, Majoran, Ingwer oder Muskat.

Vorsicht: Auch Heilpflanzen sind nicht ohne Nebenwirkungen – und nicht immer für jedermann geeignet. Ausführliche Informationen über Anwendungsgebiete, Wirkweise und Anwendungsbeschränkungen finden Sie unter Heilpflanzen.

 

Darmsanierung bei gestörter Darmflora

Der Darm ist mit bis zu 100 Millionen Bakterien aus mehr als 6000 verschiedenen Arten besiedelt. Das Gewicht dieser Bakterien liegt nach Expertenschätzungen je nach Körpergröße bei bis zu 2 Kilogramm. Eine gestörte Darmflora kann beispielsweise Blähungen begünstigen oder Durchfall verursachen. Vor allem in der naturheilkundlichen Medizin gilt eine Darmsanierung als wichtige Therapie gegen Verdauungsbeschwerden.

 

Verdauungsprobleme durch Erkrankungen

Verdauungsprobleme sind häufig Symptom oder Folge von vielen Erkrankungen. Informationen zu diesen Erkrankungen und Symptomen von Verdauungsbeschwerden finden Sie in den folgenden Ratgebern:

 

Redaktion: Charly Kahle, aktualisiert 08. Februar 2016