Venenentzündungen

 

Überblick Venenentzündungen

Bei Venenentzündungen handelt es um Entzündungen der hautnahen Venen, meist im Bereich von Krampfadern. Venenentzündungen können eine Reihe von Komplikationen nach sich ziehen und sollten daher immer ärztlich beurteilt werden. Typische Symptome sind Rötungen, Wärmegefühl und Druckschmerzen im Bereich der entzündeten Venen. In der Regel werden Venenentzündungen medikamentös behandelt.

Symptome der oberflächlichen Venenentzündung (Thrombophlebitis)

Von Venenentzündungen betroffen sind oberflächlich gelegene Venen, oft Krampfadern an den Beinen, aber auch gesunde Venen. Der entzündete Venenstrang tritt leicht hervor. Der Bereich ist gerötet, überwärmt und schmerzt bei Druck. Gelegentlich entsteht eine leichte Schwellung durch Wasseransammlung im Gewebe.

 

Krampfadern als Ursache von Venenentzündungen

Mediziner unterscheiden zwischen oberflächlichen und tiefen Entzündungen der Venen. Bei oberflächlichen Entzündungen sind häufig kleine Verletzungen (zum Beispiel Kratzwunden oder Insektenstiche)  im Bereich von Krampfadern die Ursache für eine Venenentzündung. An diesen Stellen dringen Krankheitserreger durch die Haut in die Vene und verursachen an der Gefäßwand eine Entzündungsreaktion. Dadurch werden Blutfluss und Blutzirkulation behindert: es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus), der die Vene verstopft.

An den Armen entstehen Venenentzündungen meistens durch Venenverweilkanülen oder Venenkatheter.

Enntündungen der Venen können sich bis an die Haut ausbreiten. Gefährlich wird es, wenn die oberflächliche Venenentzündung in das tiefe Leitvenensystem übergreift und dort eine tiefe Venenthrombose entsteht.

Symptome der tiefen Venenthrombose (Phlebothrombose)

Betroffen sind meist die tiefen Venen der Beine oder des Beckens. Dort bildet sich ein Blutgerinnsel, das die Blutgefäße verstopfen kann. Meist sind drei Ursachen gemeinsam verantwortlich:

  • Gefäßwandveränderungen (oft entzündungsbedingt oder nach Operationen),
  • eine behinderte Blutströmung (vor allem durch Bettlägerigkeit oder Lähmungen)
  • sowie eine veränderte Blutzusammensetzung, die zu einer erhöhten Blutgerinnung führt (zum Beispiel durch angeborene Gerinnungsstörungen, in der Schwangerschaft oder auch wenn zu wenig getrunken wurde).

Im Gegensatz zur oberflächlichen Entzündung ist das (tief gelegene) betroffene Blutgefäß nicht sichtbar. Aber die Verstopfung der betroffenen Venen wirkt sich am ganzen Bein aus. Ein schmerzhaftes Bein ohne sichtbare Veränderungen ist oft das erste Anzeichen einer tiefen Venenthrombose. Typische Symptome der tiefen Venenthrombose sind weiter eine blass-bläuliche Verfärbung und Schwellung des gesamten Beines, verbunden mit einem Spannungs- oder Schweregefühl. Oft schmerzen die Wade oder die Fußsohle. Bei einer tiefen Venenthrombose ist eine ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich. Es besteht die Gefahr einer Embolie. Bei einer Embolie löst sich ein Blutgerinnsel und wandert durch die Blutbahn. Erreicht das Gerinnsel die Lunge, kann es zu einem lebensbedrohlichen Gefäßverschluss (Lungenembolie) kommen.


 

Bei Verdacht auf Venenentzündungen unbedingt zum Arzt gehen

Da Venenentzündungen lebensgefährliche Komplikationen mit sich bringen können, sollten Sie bei verfärbten und druckempfindlichen Hautbereichen der Beine ohne leicht erkennbare Ursache unbedingt zum Arzt gehen. Das gilt umso mehr, wenn Areale im Bereich von Krampfadern betroffen sind. Stark geschwollene schmerzende und bläulich verfärbte Beine müssen dringend ärztlich untersucht werden. Drücken oder massieren Sie keinesfalls selbst an der betroffenen Gliedmaße herum.

Behandlung von Venenentzündungen

Die Behandlung von oberflächlichen Venenentzündungen zielt vor allem darauf ab, die Entzündungsprozesse zu stoppen, um Komplikationen zu vermeiden. Dazu werden in der Regel antientzündlich und blutgerinnungshemmend wirkende Salben oder Gele aufgetragen. Zusätzlich wird die betroffene Gliedmaße mit elastischen Kurzzug-Binden gewickelt (sogenannte Kompressionsbehandlung). Schmerzlindernd wirken kühlende Alkohol-Umschläge oder Quarkwickel.

Erhärtet sich der Verdacht auf eine Thrombose, werden blutverdünnende Medikamente eingesetzt. In akuten Notfällen (Gefahr einer Lungen-Embolie) kann eine Operation notwendig werden, in der das Blutgerinnsel entfernt wird.

Bei Entzündungen der Venen frühzeitig vorbeugen

Krampfadern begünstigen Venenentzündungen. Von daher ist es sinnvoll, der Bildung von Krampfadern vorzubeugen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter folgendem Link: Krampfadern.

 

Frauen über 35 sowie Frauen, die zu Venenentzündungen neigen, sollten über andere Verhütungsmethoden nachdenken. Die Pille fördert die Blutgerinnungsfähigkeit und erhöht somit das Risiko einer Thrombose. Für Raucherinnen, die die Pille nehmen, steigt die Thrombosegefahr weiter an.

 

überarbeitet 07/2012 (CK)