Tetanus - Wundstarrkrampf

 

Ursachen / Ausbreitung

 

Bakterien der Art Clostridien tetani sind die Erreger des Wundstarrkrampfs. Diese Bakterien kommen überall vor, so auch in der Erde und im Staub. Für ihre Vermehrung bevorzugen sie eine sauerstoffarme Umgebung. Die Infektion entsteht deshalb meist durch verunreinigte, kleine und tiefe oder durch stark verunreinigte, großflächige Wunden.

Die Bakterien produzieren einen Toxin (Gift), das über die Blutbahn oder entlang der Nerven ins Gehirn gelangt und durch seine Auswirkung auf die Nerven zu Krämpfen führt.


Symptome

 

Die kleine Verletzung kann schon längst verheilt und vergessen sein. Dass die Wunde mit den Clostridien Bakterien infiziert wurde, bemerkt man nicht. Erst 3-60 Tage nach der Verletzung kommt es zu Auswirkungen des Bakteriengiftes.

Die ersten Symptome sind uncharakteristisch. Es sind Kopfschmerzen, Mattigkeit, Muskelschmerzen und Schweißausbrüche.

Bald entwickeln sich aber für den Tetanus charakteristische Symptome. Durch Steifigkeit der Kaumuskulatur kommt es zu Kiefersperre (Trismus), durch Befall der Rückenmuskulatur ist der Körper nach hinten gekrümmt (Opistotonus) und die verkrampfte Gesichtsmuskulatur verleiht den Erkrankten ein grinsendes Gesichtsausdruck (Risus sardonicus). Bald folgen schmerzhafte Krämpfe, die sich in Minutenabständen wiederholen können und die so stark sind, dass sie Knochenbrüche verursachen. Die Krämpfe werden zusätzlich durch geringste äußere Reize wie Licht, Geräusche oder auch das Versorgen des Patienten ausgelöst. Die Krämpfe verursachen einen Fieberanstieg auf über 40!°C.

Ohne Behandlung sterben 25-30% der Erkrankten. Therapie

Eine spezielle Therapie gegen das Gift der Clostridien gibt es nicht!

Die Patienten müssen in einem schallgeschützten und abgedunkelten Raum liegen. Durch eine Tetanusimpfung versucht man soviel wie möglich des Clostridiengiftes zu neutralisieren. Gegen die Muskelkrämpfe gibt man Muskelralaxantien (Muskelspannung herabsetzende Mittel) und gegen die Übererregbarkeit Beruhigungsmittel.

Um die Toxinbildung zu verringern, muss man die Wunde selbst, falls sie noch vorhanden ist, behandeln. Sie wird gesäubert und man verschafft Sauerstoff Zugang zum Wundgebiet. Notfalls wird das Wundgebiet herausgeschnitten.

 

Prophylaxe (Verhütung)

Impfung

Gegen Wundstarrkrampf gibt es eine problemlose und sehr wirkungsvolle Impfung. Nach einer 3fachen Impfung besteht ein voller Schutz. Eine Auffrischung ist nach 10 Jahren nötig, im Verletzungsfall wird sie nach 5 Jahren durchgeführt.Kommt es zur Verletzung und der Patient hat keinen Tetanusimpfschutz, wird zu der 1. Impfung zusätzlich ein sofort wirksames Immunglobulin verabreicht. Seine Wirkung hält aber nur eine kurze Zeit an, deshalb sollte auf die anschließende Vervollständigung des Impfschutzes nicht verzichtet werden.

Wundversorgung

Jede Wunde muss gesäubert und desinfiziert werden. Tiefe Wunden, wie zum Beispiel Hundebisse, dürfen nicht durch eine Naht verschlossen werden, damit in das Wundgebiet genügend Sauerstoff gelangen kann.

 

 

 

Autoren:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin