>> Das Training "über haben" - Was ist das Übertrainingssyndrom?

Wenn Beine und Gemüt immer schwerer werden, sich trotz des Trainings und dazwischen liegender Ruhepausen die Leistung verschlechtert, sprechen Experten vom Übertrainingssyndrom. Weitere häufige Beschwerden sind chronische Müdigkeit und Schlafstörungen.

Organisch gesund, aber nichts geht mehr
Jeder ist mal überlastet. Wenn sich die Leistung jedoch trotz unverändertem Training dauerhaft verschlechtert - etwa 2 bis 3 Wochen - ist ein Arztbesuch erforderlich; um beispielsweise einen Infekt (Viruserkrankung, Zahnentzündung) auszuschließen. Ein Übertraining äußert sich häufig auf zwei Ebenen: Herzrasen und Schlafstörungen einerseits und depressive Verstimmungen andererseits.

Von zu viel kommt nichts
Regelmäßiges Training ist wichtig, denn von nichts kommt nichts. Aber manchmal geht der Schuss nach hinten los: Zum Beispiel bei übertriebenem Training insbesondere in hochintensiven Ausdauersportarten, durch häufige Wettkämpfe oder eine zu rasche Steigerung des Trainingspensums. Problematisch sind vor allem monotone Bewegungen (ein Beispiel aus dem Nicht-Sportbereich sind Berufs-Klavierspieler). Zusätzliche Gründe sind äußere Stressfaktoren wie Beziehungsprobleme, Prüfungssituationen, Zeitnot oder eine ungenügende Auskurierung von Infekten und einseitige Ernährung (z. B. Eisenmangel).

Das optimale (Trainings-) Maß finden

Wann muss ich die Notbremse ziehen? (01.10.2003)

Die Diagnose "Übertraining" ist gar nicht so einfach zu erkennen. Gerade bei Erschöpfungszuständen kürzerer Dauer liegt nur ein Überlastungszustand vor. Zwar haben Mediziner hormonelle Veränderungen festgestellt, die wie ein selbst schützender Feedback den Körper vor weiteren Anstrengungen bewahren soll. Aber klassische Laborwerte im Blut oder Urin existieren bisher nicht.

Neben den oben genannten Symptomen haben sich Fragebögen bewährt, in denen die Sportler den eigenen Zustand charakterisieren. Eine andere Möglichkeit ist ein Test auf dem Fahrradergometer, wo eine Beeinträchtigung der Schnelligkeit oder Kurzzeitausdauer festzustellen ist und eine damit häufig verbundene verringerte Sauerstoffaufnahme.

Auch ein Zeichen für Überanstrengung: brennende Kehle und Magen-Darmbeschwerden. Mitten im Sport treten plötzlich Magenbeschwerden auf. Eine Niederländische Studie befragte fast tausend Läufer, Radfahrer und Triathleten. 71% der Läufer, 67 % der Radler und 57% der Triathleten klagten über Magenbeschwerden.

Der Wissenschaftler Peters von der Uni Utrecht fand heraus, dass immerhin bis 18 Prozent der Sportler Medikamente gegen Beschwerden einsetzten. Sodbrennen, Blähungen, Völlegefühl oder Aufstoßen sind die häufigsten Symptome. Algeldrat hilft gegen Übersäuerung, Simethicon gegen Völlegefühl und Blähungen (z. B. Paractol aus der Apotheke).

Quelle: Redaktionsbüro Kaske, 85363 Kranzberg, September 2003

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