>> Sofortmaßnahmen gegen Hexenschuss (01.12.2003)
Eben war alles noch in Ordnung, dann eine kurze Bewegung, und schon ist er da wie ein Blitz aus heiterem Himmel: ein stechender Schmerz in der Lendenwirbelsäule, der bis ins Bein ausstrahlen kann. Was tun, wenn man nicht einmal bis zum Arzt gehen kann?
Im Gegensatz zu früher wird heute eine möglichst kurze Bettruhe empfohlen: Drei Tage bei unkomplizierten Fällen, damit die Wirbelsäule entlastet wird und die Muskulatur sich entspannen kann. Sobald wie möglich sollten die normalen Tätigkeiten aber wieder aufgenommen werden.
Eine Wärmflasche hat fast jeder Haushalt. Exemplare aus Gummi kann man in Rückenlage unter das Kreuz legen. Noch effektiver wird die Anwendung, wenn ein feuchtes Tuch zwischen Wärmflasche und Körper gelegt wird, weil feuchte Wärme besser in die Tiefe eindringt als trockene. Hat man einen Heublumensack, lassen sich zusätzlich noch die Wirkstoffe der Heublumen nutzen. Man kann auch ein Heublumenbad nehmen. Ähnlich wirken eine Fangopackung oder ein mit heißen zerdrückten Kartoffeln gefüllter Kopfkissenbezug, der auf das Schmerzgebiet aufgelegt wird.
Neben den örtlich wirksamen Methoden helfen oft auch allgemeine Wärmeanwendungen wie die Schwitzpackung mit mehreren Wärmflaschen. Man beendet die Behandlung, wenn es zu einem starken Schweißausbruch kommt, spätestens aber nach 30 Minuten. Die Wirkung wird verstärkt, wenn man ein feuchtes Tuch unter die Wärmflasche legt. Auch wenn man circa einen Liter heißen Lindenblütentee trinkt oder ein einfaches heißes Vollbad nimmt, kommt man ins Schwitzen und erreicht damit einen Abbau von Verspannungen und Schmerzen. Diese Maßnahmen sollten aber nur von Herzgesunden durchgeführt werden.
Tritt einige Stunden nach einem heißen Bad eine Verschlechterung ein, ist dies ein Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall, der dem Arzt mitgeteilt werden muss.
Im Akutfall kann auch die kurzzeitige Kältebehandlung wirkungsvoll sein. Vielen Betroffenen hilft bei akuten Schmerzen und auch beim Hexenschuss eine fünf Minuten dauernde Einreibung der Schmerzgegend mit einem Stück Eis hervorragend. Zuerst entsteht ein Kältegefühl, dann brennt es und schließlich tritt ein schmerzfreies Taubheitsgefühl auf. Um eine lokale Erfrierung zu vermeiden, darf die Eisanwendung erst nach zwei Stunden wiederholt werden.
Mit einem Elektrotherapiegerät für den häuslichen Gebrauch, zum Beispiel einem TENS-Gerät (transkutane elektrische Nervenstimulation) oder einem PUTENS-Gerät (Elektroakupunktur), kann man häufig eine wesentliche Besserung erzielen. Bei der Behandlung mit dem TENS-Gerät wirken geringe Strommengen auf das betroffene Gebiet ein.
Quelle: Presseinformation von "Der Naturarzt" , Oktober 2003