>> Man(n) sollte auch Schwäche zeigen können (04.09.2003)
Eigentlich kein Weltuntergang, wenn's im Bett mal nicht klappt. Passt aber nicht zum Bild vom harten Mann, der immer kann. Das Ego eines Mannes leidet meist so stark unter einer Flaute im Bett, dass er noch nicht mal den Gang zum Arzt überwindet.
Alle Männer sind Versager…
Männer fühlen sich schnell als Versager. Kein Wunder: Die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen, die allerdings zwei Drittel der Arbeit leisten, aber dafür nur zehn Prozent des Welteinkommens beziehen. Außerdem können sie Kinder gebären. Wer als Mann etwas auf sich hält, muss mindestens erfolgreich im Beruf sein, ein Haus gebaut, ein Baum gepflanzt, eine nette Frau (am besten noch eine Geliebte) und seine Erbanlagen bereits an die Frau gebracht haben und mindestens zweimal am Tag kommen…
Burn out bis unter die Gürtellinie
Diese selbst gemachten oder von Film und Werbung implizierten Anforderungen führen nicht selten zu Stress im Job, Versagerängsten, Beziehungsproblemen und Depressionen. Wer sich zudem nur noch schwach an die Bilder seiner Lieben erinnert, vergeblich im Gedächtnis nach seinen letzten Urlaubserinnerungen kramt, sollte dringend eine Kehrtwendung machen. Sonst enden Erschöpfung, Überlastung und mangelnder Freizeitausgleich in einem nervlichen Zusammenbruch (Burn-out-Syndrom). Und die Midlife-crisis wird eine Endlife-Show: Herz, Lunge & Prostata sind die typischen Schwachpunkte des Mannes - ausgelöst durch Stress, Überarbeitung, exzessives Rauchen und schlechte Ernährung. Doch nichts zehrt so sehr an seiner Substanz wie Erektionsstörungen.
Ein Arzt wird bis zuletzt gemieden
Eine Umfrage des Allensbach-Instituts bestätigt, was Frauen schon immer wussten: Männer sind Ärztemuffel. Von 1481 befragten Männern versuchte ungefähr die Hälfte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu umgehen.
Millionen Männer haben Probleme
Jeder fünfte Mann leidet an Erektionsstörungen. Das sind vier bis sechs Millionen in Deutschland. Organische Ursachen, wie Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes) sind ein Grund. Oft spielt aber auch der Kopf nicht mehr mit, wie die Zeitschrift "Gesundes Leben" berichtet. Und hier beginnt die Erektion: Das Erektionszentrum reagiert auf sexuelle Reize mit Nervenimpulsen, die den Befehl "mehr Blut einströmen lassen" zu den Blutgefäßen im Penis senden. Dadurch entsteht eine Erektion. Neben erregenden Reizen wird das Erektionszentrum aber auch von hemmenden Faktoren - wie Stress, Erwartungsdruck oder negativen, seelischen Verstimmungen - beeinflusst. Häufig entwickelt sich ein Teufelskreis, denn die Erfahrung des Versagens macht vorhandene Erektionsstörungen noch schlimmer.
Tipps gegen das Tief
Ist sein sexuelles Wohlergehen beeinträchtigt, müssen nicht immer die chemischen Keulen herhalten, die häufig Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schmerzen im Penis, Hautrötungen, Hitzegefühl, Augenschmerzen, Erbrechen und Durchfall zur Folge haben. Homöopathische Kombinationsarzneimittel mit Pikrinsäure und Mönchspfeffer (z. B. Viragil) stellen eine verträgliche Alternative dar - vor allem wenn die Probleme mit Erschöpfung und Verstimmungen gepaart sind.
Quelle: Redaktionsüro Kaske, Kranzberg, am 27.08.03