>> Gefäßtraining bei Schaufensterkrankheit (01.12.2003)

"Und das schon am frühen Morgen" rufen die Patienten und laufen lachend weiter, immer im Kreis, in der Sport-halle der Spessart-Klinik in Bad Orb. Eine kurze Ver-schnaufpause folgt und wieder setzt sich die gut gelaunte Runde in Bewegung. Die Patienten wissen: Mit jedem Schritt verbessern sich die Beschwerden der so genannten Schaufensterkrankheit.

Bei den Betroffenen stellen sich bei Belastung, beispielsweise nach längerem Gehen, Muskelschmerzen ein, vor allem in den Oberschenkeln und Waden. Neben einer Therapie mit Medika-menten steht regelmäßiges Gefäßtraining an erster Stelle. "Ganz wichtig ist, dass die Patienten ihre Alltagsaktivität stei-gern" betont der Gefäßspezialist und Chefarzt der Klinik, Dr. Volker Janssen. "Spezielle Übungen, z. B. zur Kräftigung der Wadenmuskulatur, aber auch der Gang zum Bäcker oder zur übernächsten Bushaltestelle können dazu beitragen, die schmerzfreie Gehstrecke zu verdoppeln oder gar zu verdreifa-chen. Wichtig ist: Regelmäßig trainieren."

Zur Motivationssteigerung empfiehlt der Experte, sich einer Gefäßsportgruppe anzuschließen. Zusammen fällt das regel-mäßige Üben nämlich leichter. Betroffene finden Adressen von Gefäßsportgruppen im Internet unter http://www.medizinpartner.de

Ursache der Beschwerden der Schaufensterkrankheit sind Durchblutungsstörungen, wenn die Gefäße in den Beinen durch Fettablagerungen verengt sind ("Arterienverkalkung"). So kann nicht mehr ausreichend Blut und damit Sauerstoff zu den Mus-keln transportiert werden. Bei Belastung kommt es zu Muskelschmerzen.

Um ihre Beschwerden zu verbergen, schauen sich die Betroffenen in ihren Ruhepausen beim Stadtbummel oft Schaufenster an. Der Name Schaufensterkrankheit ist so entstanden.

Wird die Krankheit nicht behandelt, können die Gefäße verschließen und das Gewebe stirbt ab. Im schlimmsten Fall drohen Amputationen der betroffenen Gliedmaßen. Da auch andere Gefäße des Körpers zunehmend "verkalken", steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Deshalb ist eine frühzeitige Therapie mit viel Bewegung wichtig. Neue Daten - nach aktuellen Prüfrichtlinien erhoben - haben für die gefäßaktive Substanz Naftidrofuryl (rezeptpflichtig) eine Steigerung der schmerzfreien Gehstrecke und Verbesserung der Lebensqua-lität ergeben. Durch diese Substanz werden Gefäßverengungen sowie Arterienverkalkung verringert und die Beschwerden der Patienten lassen nach.

Weitere Informationen zur Schaufensterkrankheit sowie Servicematerialien wie die Patientenbroschüren "Schritt für Schritt gegen den Verschluss", "Top gepflegt von Zeh bis Ferse" und den Selbsttest "Schaufensterkrankheit", gibt es kostenlos unter der Telefonnummer 0180-222 76 00.

Quelle: Circle Comm GmbH - Agentur für Gesundheitskommunikation, 64367 Mühltal am 27.11.03

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