Thema des Monats Mai 2004:
Tipps zum Kampf mit den Pfunden

Übergewicht hat schwere Folgen

Frust in Deutschlands Badezimmern: Die Waage kennt kein Erbarmen, sondern zeigt gnadenlos jedes Gramm an. Die Diagnose von "Dr. Waage" lautet Übergewicht oder sogar Adipositas (Fettsucht). Und bereits Hippocrates äußerte sich vor etwa 2.500 Jahren kritisch zu Übergewicht: Seine Aussage "Dicke sterben früher als Dünne" ist nach wie vor aktuell. Übergewichtige Personen schleppen nicht nur zu viele Pfunde mit sich herum, sondern haben auch ein deutlich erhöhtes Risiko, Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck zu entwickeln. Übergewicht wird deshalb laut Robert-Koch-Institut als eines der gravierendsten Gesundheitsrisiken in Deutschland angesehen.

Die Pfundigen sind stark im Kommen
Eine Untersuchung, bei der 1998 das Ernährungsverhalten von 2.267 Frauen und 1.763 Männern erhoben wurde, zeigt, dass in Deutschland 67 Prozent der Männer und etwa 50 Prozent der Frauen einige Pfunde zuviel haben, wobei sich eine steigende Tendenz abzeichnet; auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend von Übergewicht betroffen. Je öfter/früher der Mensch mit seinem Gewicht zu kämpfen hat (heute schon im Kindesalter), desto problematischer: Denn ständiges Übergewicht führt nicht nur zu einer Verfettung der Körperzellen, sondern auch zu einer erhöhten Anzahl von Fettzellen, und das erschwert das Abnehmen besonders.

Body mass index (BMI)

Körpergewicht in kg
------------------------------    =    BMI
(Körpergröße in m)2

Übergewicht liegt dann vor, wenn der BMI über 25 liegt. Ausnahme: Ältere Personen über 65 Jahre dürfen auch einen etwas höheren Wert aufweisen.

Waist to Hip Ratio (WHR)

Taillenumfang
-----------------------    =    WHR
Hüftumfang

Ist der WHR-Wert größer als 1 bei Männern und über 0,85 bei Frauen besteht durch die vermehrte Fetteinlagerung am Rumpf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

So nehmen Sie richtig Maß:
Der Taillenumfang wird in der Mitte zwischen dem Beckenkamm und dem Unterrand des Rippenbogens gemessen. Den Hüftumfang messen Sie an der Stelle, wo sich der Po am meisten wölbt.

Wir essen viel, fett, falsch
Die Analyse zeigte außerdem eine zu hohe Fett-, Eiweiß- und Alkoholzufuhr und eine zu geringe Zufuhr von Ballaststoffen. Zusammen mit einer zu geringen körperlichen Aktivität sind dies die Hauptgründe für Übergewicht. Neben den genannten Risikokrankheiten merken wir schon im Alltag die Folgen falscher Ernährung: Verstopfung und Magen-Darmprobleme (wie Blähungen und Sodbrennen) durch fettreiche ballaststoffarme Lebensmittel. Bevorzugen wir Sahnetorte und Fleischberge statt Gemüse, Obst, Kartoffeln und Vollkornprodukte, leidet außerdem unser Vitamin- und Mineralstoffhaushalt, was die Ursache für erhöhte Krankheitsanfälligkeit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und allgemein nachlassende Leistungsfähigkeit sein kann. Auch eine erhöhte Zufuhr von Schadstoffen (z. B. Cadmium, Blei, Quecksilber) durch die Umwelt oder belastete Nahrungsmittel können für gestörtes Wohlbefinden oder schwere Gesundheitsschäden verantwortlich sein.

Übergewicht hat Konsequenzen:

  • Bluthochdruck
  • Herzversagen
  • Diabetes
  • Arthrose
  • Gallenerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Depressionen

Quelle: Redaktionsbüro Dr. Kaske, 85402 Kranzberg, März 2004

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