Spiel und Sport für mehr Ausgleich
Bewegung liegt uns im Blut. Dafür ist unser Körper mit Muskulatur und Gelenken ausgestattet. Mussten unsere Urvorfahren oft große Strecken zu Fuß zurücklegen, um Nahrung zu finden oder ein geeignetes Winterquartier, plagen wir uns heute mit krankmachendem Bewegungsmangel herum. Sesselsportarten wie das Computerspielen, Fernsehen oder Internetsurfen bieten keine ausreichende körperliche Ertüchtigung, die Kinder auch bei kurzen Strecken mit dem Auto zu fahren, arbeitet dem natürlichen Bewegungsdrang entgegen
Die Folgen mangelnder Bewegung
- Jedes fünfte Kind klagt über Rückenschmerzen
- jeder zweite Sechsjährige kriegt keine Rolle vorwärts zustande
- jedes zehnte Kind auf der Welt im Alter zwischen 5 und 17 Jahren ist übergewichtig
- Risikofaktor für spätere Herz-Kreislauf-Krankheiten (z. B. Altersdiabetes , hoher Blutdruck )
- Haltungsschwäche
- Aggressionsverhalten
- Hyperaktivität
- Depression
- Suchtprobleme
- Ursachen für Osteoporose liegen in der Kindheit (bis zum 20. Lebensjahr wird die Knochendichte erzeugt)
- Der Unterschied zwischen motorisch geschickten und motorisch ungeschickten Kindern wird immer größer.
Bewegung als ganzheitliche Lernerfahrung
Kinder, die sich gezielt bewegen, sammeln wertvolle Erlebnisse - und das nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf geistiger Ebene. Wer sich bewegt, ist auch im Kopf beweglich. Kinder erforschen die Welt durch lustbetonte Bewegung, wie beim Rennen, Toben, Radfahren, Klettern. Am meisten Bewegungsraum haben die Kinder im Freien. Die dort lauernden verschiedenen Gefahren wollen die Kinder aus natürlichen Gründen erforschen, um nämlich ihr Bewusstsein für ihre eigenen Grenzen zu entwickeln. Mit der übertriebenen Angst vieler Eltern und Erzieher vor Unfällen behindern sie die Kinder in ihrer Bewegungsfreiheit. Dabei ereignet sich die Mehrzahl der Unfälle, weil die Kinder zu wenig trainiert sind im Umgang mit alltäglichen Bewegungen. Fällt ein Kind mal auf die Nase, lernt es von selbst, vorsichtiger zu werden, seine Bewegungsabläufe zu verfeinern oder wo seine eigenen Grenzen liegen. Die Unfallgefahr reduziert sich, wenn die Kinder, die in öffentlichen Anlagen wie Parks oder Straßen ihr Sportgerät wie Roller oder Inline-Skates, Skateboard oder Fahrrad benutzen wollen, die Verkehrsregeln kennen und die fachgerechte Benutzung ihres Gerätes verstehen, vor allem das Bremsen beherrschen. Für die meisten sportlichen Betätigungen finden sich in allen Städten und Gemeinden Sportvereine, wo die Kinder zielgerichtet eine Sportart erlernen und ausüben können, die ihnen liegt und Spaß macht, z. B. Schwimmen, Judo, Tanzen, Rudern.
Regelmäßige körperliche Entladung
Neben den positiven Erfahren wie z. B. Kameradschaft, Kampfgeist und Erfolg, die die Kinder bei gezielter Bewegung machen, werden im Körper Botenstoffe freigesetzt wie Endorphine und Serotonin. Endorphine (auch Spaßhormone genannt) lösen Gefühle der inneren Erfüllung, Wärme und des Glücks aus. Das Serotonin ist das körpereigene Antidepressivum und sorgt für gute Laune. Bewegung hält nicht nur den Körper fit, sondern auch das Gehirn wird trainiert, die Konzentrationsfähigkeit gesteigert. Angestaute Aggressionen werden beim Radfahren, Inlineskaten oder Fußballspielen sanft entladen. Hyperaktive Kinder lernen bei einer jeweils passenden Sportart sich zu strukturieren, Autoritäten anzuerkennen, Regeln zu befolgen.
Vorbildwirkung und Rahmenbedingungen
Viele Erwachsene benutzen häufig die Rolltreppe oder den Aufzug, legen selbst kurze Strecken mit dem Auto zurück, halten sich wenig an der frischen Luft auf und treiben keinen Sport. Dieses Verhalten prägt sich Kindern ein, für sie ist dieses Verhalten normal, und sie leben das nach. Häufig werden lebendige Kinder ruhig gestellt mit Naschen, Fernsehen oder Computerspielen. Fördern Sie lieber den natürlichen Bewegungsdrang und gehen Sie mit Ihrem Kind auf den Spielplatz, in den Wald oder Park. Sie können gemeinsam mit dem Rad zum Supermarkt fahren, auf dem Sportplatz kicken, in Hof und Garten Federball spielen. Auch Krippen- und Kindergartenleiter sind bestrebt, Bewegung nicht zu verhindern, mit Spielformen in der Gruppe fördern sie die gesunde Bewegungs&sh
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