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Sommerzeit: Mit dem Mini-Jetlag leben

Sommerzeit: Mit dem Mini-Jetlag leben, Fotolia 70036385

© LanaK - Fotolia.com

Fühlen Sie sich morgens neuerdings unausgeschlafen? Haben Sie Konzentrationsstörungen? Möglicherweise erleben Sie gerade einen Mini-Jetlag wegen der Umstellung auf die Sommerzeit. Anders als im Herbst mehren sich im Frühjahr die Stimmen derer, die wegen der Zeitumstellung im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Takt geraten.

Viele Menschen glauben, durch die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit geriete die innere Uhr aus dem Takt.

Tatsächlich laufen die inneren Uhren aber nahezu unbeeindruckt weiter. Die innere Uhr orientiert sich nicht an der Armbanduhr, sondern am Hell-dunkel-Rhythmus. Mit der Dämmerung werden wir langsam müde, mit der Helligkeit kommt die Aktivität zurück. Die alltäglichen Zwänge erlauben es uns aber nicht, der inneren Uhr zu folgen. Denn der Wecker gibt morgens den Takt vor. Das trifft vor allem die Langschläfer, die Eulen. Diese Menschen sind genetisch so veranlagt, dass sie eher spät ins Bett gehen und entsprechend spät fit werden.

Lesen Sie mehr im großen Themenspecial Gesunder Schlaf

Das hilft gegen den Sommerzeit Mini-Jetlag

Im Idealfall beginnt die Vorbereitung auf die Zeitumstellung schon 1 bis 2 Wochen vor der Sommerzeit. Das verschafft die Zeit, den Körper langsam an einen anderen Schlafrhythmus zu gewöhnen. Am einfachsten stehen Sie alle drei Tage je 10 Minuten früher auf – und gehen entsprechend 10 Minuten früher zu Bett. Das erleichtert empfindlichen Menschen die Zeitumstellung. Dieser Gewöhnungsprozess kann aber auch helfen, wenn die Uhr bereits umgestellt ist. Denn wie bereits erwähnt: Die inneren Uhren können die menschgemachte Zeitmessung nicht interpretieren.

Nicht zu empfehlen sind Änderungen des Schlaf-Rhythmus für Menschen mit Schlafstörungen. Mehr dazu unter „Gesunder Schlaf – der richtige Schlafrhythmus“

Tagsüber Licht – nachts Dunkelheit

Während der ersten Tage nach der Zeitumstellung helfen Sie sich, indem Sie möglichst viel Zeit im Tageslicht verbringen. Bei entsprechendem Wetter sorgen kurze Sonnenbäder für eine Aktivierung des Stoffwechsels. Nachts im Schlafzimmer sollte es hingegen sehr dunkel sein.

Schlafrituale und weitere Schlaftipps

Letztlich helfen gegen Mini-Jetlag durch die Zeitumstellung die Verhaltensweisen, die auch bei Schlafproblemen oder Schlafstörungen Linderung versprechen. Beispielsweise tragen Schlafrituale dazu bei, besser in den Schlaf zu finden.

Tagesmüdigkeit und Leistungseinbußen

Vor allem in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung verspüren viele Menschen Tagesmüdigkeit. Das ist in aller Regel durch Schlafmangel zu erklären. Das gilt auch für Konzentrationsstörungen. Studien zu den Auswirkungen der Umstellung auf Sommerzeit kommen allerdings immer wieder zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Häufig zu lesen ist, dass es in den Tagen nach der Umstellung 25 Prozent mehr Herzinfarkte geben soll. Die Autoren berufen sich dabei auf eine Auswertung der Krankenkasse DAK . Diese Studie aber hat Schwächen. Beispielsweise erklärt sie nicht, warum die Zahl der Herzinfarkte in den 3 Tagen nach der Zeitumstellung sich erst seit 2006 erhöht. Die Stiftung Warentest jedenfalls stellt fest: Ein Zusammenhang von Zeitumstellung und Herzinfarkten sei nicht nachgewiesen . Für eine derartige Schlussfolgerung reichten die Studienergebnisse nicht aus.

Redaktion: Charly Kahle

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