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Sommergrippe – So werden Sie die lästige Erkältung wieder los

Frau liegt mit Teetasse in Hotelbett, Fotolia 83111745

Statt draußen am Strand im Hotel das Bett hüten: Verdammte Sommergrippe
© Gina Sanders - Fotolia.com

Draußen scheint die Sonne – und Sie liegen mit Fieber, Husten und Halsschmerzen im Bett. Es scheint, als ob die Sommergrippe in diesem Jahr besonders häufig ist.

Allenthalben hört man am Arbeitsplatz und im Bekanntenkreis, wie belastend die Symptome der Sommergrippe angesichts der hohen Außentemperaturen empfunden werden. Natürlich spielt auch eine Rolle, dass die notwendige Bettruhe in der dunklen Jahreszeit den meisten Menschen ohnehin viel leichter fällt.

 

Sommergrippe ist keine Grippe, sondern eine Erkältung

Viele Menschen nehmen den Begriff Sommergrippe wörtlich. Tatsächlich aber handelt es sich hier nicht um die tückische Grippe (Influenza), sondern um eine vergleichsweise harmlose Erkältung. Deren Symptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen fallen mitunter sehr stark aus. Anders als bei Erkältungen im Winter ist bei der Sommergrippe auch eine Beteiligung des Magen-Darm-Traktes mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen nicht selten.

Die Symptome der Sommergrippe werden bei sommerlichen Temperaturen natürlich häufig als besonders belastend erlebt. Wer liegt bei Sonnenschein schon gerne krank im Bett? Das gilt umso mehr, wenn die Sommergrippe ausgerechnet zu Beginn des Urlaubs oder der Ferien kommt. Tatsächlich ist dieser Zeitpunkt für den Ausbruch der Sommergrippe durchaus nicht untypisch. Gerade bei Menschen, die jenseits der Ferien besonderem Stress ausgesetzt sind, fährt das Immunsystem in den ersten Tagen der Ruhe deutlich zurück. Mediziner sprechen auch von der sogenannten Leisure disease. Tipps zur Vorbeugung der Freizeit-Krankheit finden Sie im Themenspecial „Nicht krank werden im Urlaub“.

 

Erkältung hat mit Kälte nur wenig zu tun

Das Wort Erkältung legt nahe, dass die Erkrankung durch Kälte verursacht sein könnte. Das ist aber nicht der Fall. Allenfalls begünstigt Kälte die Ansteckung mit Erkältungsviren. Sommergrippe wird vor allem durch sogenannte Entero- und Echoviren verursacht. Diese Viren haben – wie die im Winter vorherrschenden Coronaviren – bei Kälte leichtes Spiel, weil beispielsweise die Luft von Klimaanlagen (oder die Heizungsluft im Winter) die Schleimhäute der Atemwege austrocknet. Das verringert die Schutzfunktion der Schleimhäute und die Viren können in den Körper eindringen.

Sonnenbäder und Auskühlung begünstigen Sommergrippe

Junge mit Kostümmaske und Handtuch am Strand, Fotolia 74064764
Am Strand sind Kinder Superhelden – und die kommen selten freiwillig aus dem Wasser
© komi$ar - Fotolia.com

Ausgedehnte Sonnenbäder vergrößern nicht nur das Risiko für Sonnenbrand oder Hitzschlag, sondern schwächen auch die körpereigene Abwehr. Die Erklärung ist vergleichsweise einfach: Gewissermaßen steckt der Körper mehr Energie in die Aufrechterhaltung einer funktionalen Körpertemperatur. Das Immunsystem hingegen wird zurückgefahren. Das erhöht also die Anfälligkeit für die Erkältungsviren.

Auch umgekehrt spielt die Körpertemperatur eine Rolle, etwa wenn Kinder allzu ausgiebig im Wasser planschen. Die meisten Eltern kennen die frierenden Kinder mit bläulich eingefärbten Lippen, die dennoch im Wasser bleiben wollen. Bei einer solchen Unterkühlung schwächelt das Immunsystem – und das Infektionsrisiko steigt.

 

Selbsthilfe gegen Sommergrippe

In den allermeisten Fällen gilt für eine Sommergrippe, was auch für Erkältungen im Winter gilt: Mit Behandlung dauert sie 7 Tage, ohne eine Woche. Die beste Selbsthilfe bei Sommergrippe ist Bettruhe. Auch wenn es schwerfällt: Im Schlaf erholt sich der Körper am besten und das Immunsystem ist besonders effektiv.

Die lästigen Erkältungssymptome lassen sich mit rezeptfreien Medikamenten oder Heilpflanzen lindern. Ausführliche Informationen finden Sie im Ratgeber: Das hilft gegen Erkältungen.

 

Antibiotika sind in der Regel nicht notwendig

Immer noch bitten viele Menschen bei Erkältungen den Arzt um Antibiotika, weil sie sich davon schnelle Hilfe erhoffen. Tatsächlich haben Antibiotika auf die Viren überhaupt keinen Einfluss. Die Einnahme von Antibiotika ergibt nur Sinn, wenn die Erkältung beispielsweise von bakteriellen Infektionen begleitet ist. Mediziner sprechen von einer bakteriellen Superinfektion. Im Zweifel nehmen Sie Antibiotika bitte nur auf ausdrückliche ärztliche Empfehlung.

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Bei Erkältungen ist der Schaden durch Antibiotika ansonsten größer als der Nutzen. Denn der übermäßige Einsatz der Antibiotika fördert die Bildung von Antibiotikaresistenzen. In den allermeisten Fällen sind Antibiotika auch bei Reisedurchfall keine geeignete Wahl.

 

Immer reichlich trinken

Noch mehr als im Winter ist es bei einer Sommergrippe nötig, dass Sie ausreichend trinken. Denn der Körper verliert bei hohen Außentemperaturen noch mehr Flüssigkeit und Mineralstoffe als bei Fieber im Winter. Außerdem begünstigen die Magen-Darm-Probleme bei Sommergrippe häufig einen Mineralstoffmangel.

Idealerweise trinken Sie Wasser oder Kräutertees. Das Wasser sollte nicht kalt sein und der Tee am besten auch nicht heiß. Am besten verträgt der Körper diese Getränke im Sommer bei Zimmertemperatur. Das gilt übrigens auch, wenn Sie nicht krank sind.

Redaktion: Charly Kahle (Juli 2015)