Schuppenflechte mit Gelenkentzündung

Würden Sie denken, dass Sie mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) nicht nur zum Dermatologen, sondern auch zum Rheumatologen müssen? Oder andersherum: Sie haben geschwollene Finger, Sehnenansatzentzündungen, Schmerzen in Gelenken oder der Wirbelsäule, jedoch keine Hautprobleme, also kommt ein Verdacht der Schuppenflechte nicht auf. Doch vielleicht entdecken Sie trockene Hautstellen an Ihren Ellenbogen, am Knie, auf Ihrer Kopfhaut oder hinter Ihrem Ohr, die sie bisher nicht ernst genommen haben.



Psoriasis- Arthritis


Eine spezielle Verlaufsform der Schuppenflechte ist die Psoriasis-Arthritis mit schmerzhaft entzündlichen Veränderungen der Gelenke. Zwar treten meist die Haut- und Gelenkentzündungen gemeinsam auf, jedoch können auch die Gelenkprobleme den für Psoriasis typischen Hautveränderungen vorausgehen oder folgen.



Sind Arme und Beine betroffen, ähneln die Beschwerden denen einer rheumatoiden Arthritis , beim Befall der Wirbelsäule den Symptomen eines Morbus Bechterew . Geschwollene Finger und Zehen sind ein typisches Merkmal, häufig sind auch die Gelenkflächen zwischen Darm- und Kreuzbein (Ileosakralgelenke) betroffen. Gleichzeitig besteht in vielen Fällen eine Nagel-Psoriasis mit stecknadelkopfgroße Vertiefungen und Gelbfärbung der Finger- oder Fußnägel. Auch eine Augenentzündung ist möglich, die einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ähnelt. Viele Patienten sind schon jahrelang von den krankhaften Veränderungen betroffen, jedoch beschwerdefrei geblieben. Wie die Schuppenflechte verläuft auch die Psoriasis-Arthritis schubweise. Plötzliche Auslöser können ein akutes Auftreten der Schmerzen verursachen, wobei die betroffenen Gelenke geschwollen und schmerzhaft sind sowie die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sein kann. Die Beschwerden können wenige Tage andauern, Monate oder gar Jahre wie auch die Abstände zwischen zwei Schüben.



Ist die Ursache dieser Entzündungen wie auch der Entstehungsmechanismus noch nicht befriedigend aufgeklärt, weiß man aber, dass es sich um Reaktionen des Abwehrsystems gegen körpereigene Strukturen handelt. Eine vorangegangene Infektion mit Streptokokken (z. B. bei einer eitrigen Mandelentzündung ) kann das rheumatische Krankheitsgeschehen auslösen.



Wird die Psoriasis-Arthritis nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu einer Zerstörung von Gelenkstrukturen kommen. Eine medikamentöse Dauertherapie ist fast immer erforderlich. Eine Zusammenarbeit zwischen Dermatologe und Rheumatologe vor allem bei der Diagnose und der Therapieeinleitung kann einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung haben.



MGO Rowena Grell