Schnittwunden - Schürfwunden
Schnitt- und Schürfwunden können oberflächlich sein oder tiefer ins Gewebe gehen. Im ungünstigen Fall werden dabei größere Gefäße verletzt und es kommt zu starken Blutungen. Besonders gefährlich sind tiefere Verletzungen in der Nähe von Nerven, Sehnen oder Organen sowie in Augennähe. Durch die offene Wunde können leicht Keime tief in die Haut und auch in die Blutbahn gelangen. Dies gilt dann besonders, wenn die Wunde verunreinigt oder durch einen schmutzigen Gegenstand verursacht wurde. Wenn sich nach einiger Zeit (ca. 24 Stunden) die Wunde entzündet und es zu Schwellung, Rötung, "Pochen", Schmerzen oder Eiteraustritt kommt, sind dies Zeichen für eine Wundinfektion, die schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung führen kann. Bei jeder Verletzung, insbesondere bei stark verunreinigten Wunden besteht die Gefahr einer Tetanusinfektion, wenn kein Impfschutz vorliegt.
Häufige Ursachen der Schnitt- und Schürfwunden
- Stürze.
- Sportverletzungen.
- Küchenarbeit u.v.a.
Was bei Schnitt- und Schürfwunden tun können
- Oberflächliche Wunden, die verschmutzt sind, gut ausbluten lassen und, wenn notwendig, mit klarem Wasser abspülen. Anschließend eine desinfizierende Lösung (z.B. Iodlösung, Wasserstoffsuperoxidlösung) oder Präparate mit PVP-Iod auftragen und die Wunde mit einem Pflaster abdecken.
- Größere Schürfwunden nicht abdecken. Am besten mit PVP-Iod-Salbe/Lösung behandeln.
- Kleinere klaffende Wunden mit einem Pflaster oder Klammerpflaster zusammenziehen.
- An schwer zu erreichenden, schlecht klebenden Stellen Sprühpflaster verwenden.
- Blutungen mit einer "möglichst" sterilen Kompresse abdecken und mit leichtem Druck mit einer Mullbinde oder mit Heftpflaster befestigen (Druckverband).
- Bei empfindlicher Haut nur hautfreundliches Pflaster und Heftpflaster verwenden.
- In der Heilungsphase, nachdem sich die Wunde geschlossen hat, Auftragen einer Wund- und Heilsalbe, z.B. mit Dexpanthenol oder mit Kamillenextrakt.
- Schlecht heilende Wunden mit PVP-Iod-Salbe behandeln, denn häufig ist bakterielle Verunreinigung an der schlechten Wundheilung schuld.
- Zur Verminderung der Narbenbildung die entstehenden Narben immer geschmeidig halten, eventuell mit speziellen Narbencremes.
Wann sind Schnitt- und Schürfwunden behandlungsbedürftigt
- Bei großen, klaffenden oder tiefen Wunden.
- Bei Wunden am Auge.
- Bei starken Blutungen.
- Wenn Fremdkörper oder Verunreinigungen in der Wunde sind. Achtung: Fremdkörper in der Wunde belassen, da es bei Entfernung zu starken Blutungen kommen kann!
- Beim Auftreten von Anzeichen einer Wundinfektion (siehe oben).
- Wenn Allgemeinsymptome wie Fieber, Schwäche, Schüttelfrost auftreten.
- Wenn die letzte Tetanusimpfung schon mehr als 5 Jahre zurückliegt.
Wie behandelt Ihr Arzt die Wunde
- Reinigung und Desinfektion der Wunde.
- Klaffende Wunden klammern oder nähen.
- Fremdkörper aus der Wunde entfernen.
- Bei Gefahr einer Wundinfektion, evtl. ein Antibiotikum zum Einnehmen verordnen.
- Tetanusimpfung vornehmen, wenn Ihr Impfschutz schon zu schwach ist.
Infektionsvorbeugung bei Wunden
- Besonders wenn Kinder im Haus sind, immer Verbandmaterial bereithalten.
- Regelmäßig alle 10 Jahre zur Tetanusimpfung gehen.
Autoren:
Christiane von der Eltz, Apothekerin
Dr. Regina Schick, Ärztin
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