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Häufigste Ursachen, was Sie tun können, wann Sie zum Arzt müssen, Vorbeugung.
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SCHILDDRÜSENUNTERFUNKTION




Bei einer Schilddrüsenunterfunktion mangelt es dem Körper an Schilddrüsenhormonen, zu wenig Thyroxin und Trijodthyronin sind im Blutkreislauf. Die Messfühler der Hormondrüsen im Gehirn melden ständig "zuwenig Schilddrüsenhormone". Daraufhin produziert die Hirnanhangdrüse vermehrt schilddrüsenreizende Hormone. Die Schilddrüse wächst dabei, bereitet aber zunächst keine Beschwerden. Erst wenn sie viel Raum im Hals einnimmt, werden die Vergrößerungen als "dicker Hals" sichtbar und eventuell Knoten tastbar. Dann kann auch die Stimme heiser werden, und das Luftholen wird beschwerlich.

 

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein, sie kann sich aber auch im Laufe des Lebens entwickeln. Die Beschwerden sind unterschiedlich. Je nachdem, ob es an Schilddrüsenhormonen mangelt oder ob sie ganz fehlen, treten sie stärker oder schwächer auf. Typisch für die Beschwerden ist, dass wegen der fehlenden Schilddrüsenhormone der Stoffwechsel herabgesetzt ist und alle Vorgänge im Körper langsamer und träger ablaufen.

 

Folgende Beschwerden können sich bemerkbar machen: Leistungs- und Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, ständiges Frieren, Gewichtszunahme. Der innere und äußere Lebensrhythmus verlangsamt sich, der Mensch wird träge, depressive Stimmungen machen ihm das Leben schwer. Diese Anzeichen werden oft von Ärzten nicht erkannt und fallen unter "unspezifische Altersbeschwerden". Ein Kropf kann, muss aber nicht auftreten. Bei ausgeprägtem Hormonmangel fällt die trockene, blasse Haut auf. Das Haar wird struppig, die Stimme rauh. Gesicht und Extremitäten sind teigig geschwollen (sog. Myxödem). Es kann u.a. zu Funktionsstörungen von Herz und Lunge kommen.

 

Säuglinge sind auffallend ruhig, trinken schlecht und haben Verstopfung. Größere Kinder wachsen auffällig langsam, sie kommen später in die Pubertät und ihre Intelligenz kann vermindert sein. Wenn bei einem Kind die Erkrankung erst spät festgestellt wird und es die fehlenden Hormone nicht regelmäßig bekommt, kann die körperliche Entwicklung behindert sein (Minderwuchs, Skelettmissbildungen).

 

Wird eine Schilddrüsenunterfunktion bei einer schwangeren Frau nicht ausreichend behandelt, kann das beim Kind zu Missbildungen des Skeletts und des Nervensystems führen. Fehlen die Schilddrüsenhormone völlig, werden geistig und körperlich schwer behinderte Kinder geboren (Kretins). Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wird in der ersten Lebenswoche im Blut des Kindes die Menge an schilddrüsenstimulierendem Hormon bestimmt.

Häufige Ursachen

Unzureichende Entwicklung der Schilddrüse (häufig angeboren).
Ausgeprägter, anhaltender Jodmangel.
Angeborene Jodverwertungsstörungen.
Gestörte Regulation der Schilddrüsenhormonfreisetzung.
Verlust oder Schädigung des Schilddrüsengewebes, z.B. durch Operationen, Bestrahlungen oder eine Schilddrüsenentzündung.
Bestimmte Medikamente, z.B. Schmerz- und Rheumamittel, Diabetes-Mittel, Sulfonamide können einen Kropf begünstigen.

 

Was Sie tun können

Regelmäßig die vom Arzt verordneten Tabletten einnehmen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt.
Jodmangel durch Ernährung und andere Maßnahmen ausgleichen.

 

Wann Sie zum Arzt müssen

Wenn der Hals sich verdickt oder Sie knotige Veränderungen ertasten können.
Wenn andere der oben genannten Beschwerden auftreten und auf eine Schilddrüsenstörung hinweisen.

 

Was Ihr Arzt tun kann

Der Arzt kann feststellen, ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, welche Ursachen sie hat und Ihnen z.B. entsprechende Schilddrüsenhormone verordnen.
Bei angeborener oder erworbener Schilddrüsenunterfunktion werden Schilddrüsenhormone verordnet, die regelmäßig eingenommen werden müssen. Man beginnt die Therapie mit niedrigen Dosen, die langsam gesteigert werden.
Bei Jodmangel werden Kaliumjodidtabletten verordnet bzw. empfohlen.

 

Vorbeugung

Für eine ausreichende Jodzufuhr sorgen.

 

 

Autoren:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin




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