Indikationsimpfungen









Bestimmte Impfungen werden nur Risikogruppen und Personen, die in bestimmte Länder reisen, empfohlen. Zu diesen zählen

  1. Cholera
  2. Gelbfieber
  3. Grippe
  4. Hepatitis (A)
  5. Hepatitis (B)
  6. Meningokokken
  7. Pneumokokken
  8. Tollwut
  9. Tuberkulose
  10. Typhus
  11. Windpocken
  12. Zeckenimpfung (FSME)

Bei einer geplanten Fernreise sollte man sich rechtzeitig vorher (z.B. in der Apotheke oder beim Tropeninstitut) erkundigen, ob eine Impfung sinnvoll oder sogar Voraussetzung für die Einreise in das betreffende Land ist. In jedem Fall ist bei Fernreisen ein ausreichender Impfschutz gegen Tetanus, Polio und Tbc notwendig.


Cholera

Eine Impfung ist nur bedingt empfehlenswert, viel wichtiger ist die Einhaltung von Hygieneschutzmaßnahmen. Empfohlen wird die Impfung aber bei besonders hohem Infektionsrisiko (z.B. Entwicklungshelfer). In einigen Ländern wird jedoch eine Choleraimpfung bei der Einreise verlangt.

Impfung: 
drei Spritzen in ca. 8 Tagen

Komplikationen der Impfung:
Fieber, Schmerzen und Hautreaktionen.

Schutzzeit: ca. 6 Monate (80%iger Schutz)



Gelbfieber


Bei Reisen in viele tropische Länder ist die Gelbfieberimpfung sinnvoll oder sogar vorgeschrieben.

Komplikationen der Krankheit:
Es können Schäden an Leber, Nieren oder Gefäßen auftreten und bis zum Tode führen.

Impfung: 
Einmalige Impfung ist nur an speziellen Gelbfieberimpfzentren möglich, Die Impfung ist gut verträglich.

Schutzzeit: ca.10 Jahre.


Grippe

Der Grippevirus ist heimtückisch und kann seine Oberfläche verändern. Deshalb muß der Impfstoff regelmäßig den gerade aktuellen Virustypen angepaßt werden. Eine Impfung empfiehlt sich bei alten und immungeschwächten Personen, bei denen eine Grippe sehr schwer verlaufen kann.

Impfung:
Im Spätherbst durch eine Spritze.

Schutzzeit: ca. 6 Monate.


Hepatitis (A) 

Gefährdet sind Reisende in heiße Gebiete der Erde, besonders unter mangelnden hygienischen Bedingungen. Zur Vorbeugung sollte man nur Gekochtes, gut Durchgebratenes oder Geschältes essen (Cook it, peel it or forget it.). Auf Salat und Eiswürfel sollte gänzlich verzichtet werden, Wasser nur aus verschlossenen Flaschen benutzt werden.

Impfung: 
Ca. 4 Wochen vor Reiseantritt und eine zweite Impfung nach frühestens 6 Monaten. Mittlerweile gibt es in Deutschland einen Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B. Zwei Impfungen sind im Abstand von 4 Wochen vor Reisebeginn zu verabreichen. Um einen Langzeitschutz von 10 Jahren zu erreichen, muß eine dritte Impfung nach 6 Monaten verabreicht werden.

Schutzzeit: 10 Jahre

Für chronisch Kranke, in der Schwangerschaft und bei Allergie gegen Bestandteile des aktiven Hepatitis A - Impfstoffes, besteht die Möglichkeit einer passiven Hepatitis A - Impfung, die Schutzzeit beträgt hierbei 2-4 Monate.


Hepatitis (B)


Nach den neuesten Impfempfehlungen werden Kinder und Jugendliche generell geimpft (siehe auch Hepatitis B (HB) bei Schutzimpfungen). Gefährdet sind aber auch Krankenhauspersonal und andere Personen, die mit viel Blut und Blutprodukten in Kontakt kommen sowie Fernreisende z.B. nach Südostasien. Die Ansteckung erfolgt durch Blut oder Geschlechtsverkehr.

Impfung: 
Zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen, die 3. Impfung nach frühestens 6 Monaten. Vor Reiseantritt sollten wenigstens 2 Impfungen erfolgt sein, um 85%igen Schutz zu gewährleisten. Kombinationsimpfstoff Hepatitis A und B erhältlich (s. auch Hepatits A)

Schutzzeit: 10 Jahre


Meningokokken


Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Bakterien siedeln sich im Nasen-Rachen-Raum an. Nicht jeder Träger erkrankt, kann aber andere anstecken.

Meningokokkeninfektionen treten am häufigsten im 1. Lebensjahr und bei Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren auf. Das Erkrankungsrisiko steigt durch Rauchen, Alkohol, Aufenthalt in engen Räumlichkeiten oder mit gemeinsamen Schlafgelegenheiten. Eine Menigokokkeninfektion beginnt mit hohem Fieber, Erbrechen, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und kann eine Hirnhautentzündung auslösen. Eine Impfung wird empfohlen bei Reisen in besonders gefährdete Gebiete, besonders beiengem Kontakt zur heimischen Bevölkerung, bei Schüler-,Studentenreisen in Länder in denen gegen Meningokokken geimpft wird, und bei besonderer gesundheitlicher Gefährdung (Immundefekte, Asplenie, Hypogammaglobulinämie) sowie bei gehäuftem Krankheitsausbruch, z.B. in Kindereinrichtungen, Schüler-Wohnheimen, Internaten) auf Empfehlung der Gesundheitsämter.

Komplikationen der Erkrankung:
Hirnhautentzündung, Blutvergiftung mit Todesrisiko, Hörstörungen, Hirnnervenlähmungen, Entwicklungsstörungen.

Impfstoff: 
Kinder über 2 Jahre und Erwachsene werden 1mal geimpft. Der Impfstoff schützt nicht gegen alle Typen von Meningokokken. Die Schutzzeit des Impfstoff beträgt ca. 3 Jahre.


Pneumokokken


Pneumokokken werden per Tröpfcheninfektion übertragen und sind oft in der Nasen-Rachenschleimhaut vorhanden, ohne dass sie Krankheitssymptome wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung auslösen.

 

Gefährdet sind jedoch Kleinkinder mit Grunderkrankungen sowie ältere oder immungeschwächte Personen. Die sowieso schon kranken Kinder erkranken bei Ansteckung meist am Mittelohrentzündungen mit Komplikationen, bei Senioren bzw. immungeschwächten Erwachsenen ist die Lungenentzündung (Pneumonie) das häufigste Krankheitsbild. Da bei allen 3 Gruppen jeweils auch ein tödliches Risiko besteht, wird die Pneumokokkenimpfung allen Personen über 60 Jahren empfohlen,außerdem für alle Kinder, Jugendliche und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie:

  • chronische Lungenerkrankungen
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten

 

Komplikationen der Erkrankung:
Hirnhautentzündung, Herzbeutelentzündung, Blutvergiftung.
Hohes Todesrisiko bei gefährdeten Personen.

 

Impfung: 
Grundimmunisierung durch 1malige Impfung, Wiederholung bei andauernder Gefährdung bei Senioren alle 6 Jahre, bei gefährdeten Immungeschwächten alle 3 Jahre, bei gefährdeten Kindern unter 10 Jahren alle 3-5 Jahre.

 

Hinweis: Im Jahr 2001 hat die Ständige Impfkomission am Robert-Koch-Institut (STIKO) ihre Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung erweitert: Da es gegen Pneumokokken seit dem Jahre 2000 einen Konjugat-Impfstoff (Prevenar®) gibt, der ein immunologisches Gedächtnis hat und damit Auffrischimpfungen möglich macht, wird eine Pneumokokken-Impfung nun schon für Säuglinge ab dem dritten Lebensmonat empfohlen, die wegen einer Grunderkrankung erhöht gesundheitlich gefährdet sind. Unter Zweijährige Kinder konnten bisher nicht gegen Pneumokokken geimpft werden.



Tollwut


Tollwutimpfungen sind besonders für Risikogruppen wie Förster, Wildhüter oder Gartenbesitzer empfohlen. Seit August 2003 wird die vorbeugende Impfung auch Personen mit beruflichem oder sonstigem Kontakt zu Fledermäusen empfohlen. Außerdem sollte auf jeden Fall nach einem Biß von einem möglicherweise infizierten Tier geimpft werden. Eine nicht behandelte Tollwut führt zum Tode.

 

Impfung:
mehrere Impfungen sind notwendig

 

Schutzzeit: ca. 5 Jahre.

 


Tuberkulose (Schwindsucht)


Zum Ausbruch der Tuberkulosekrankheit kommt es hauptsächlich bei geschwächten oder älteren Menschen oder bei Personen, die unter schlechten hygienischen und sozialen Bedingungen leben. Außerdem kann man sich auf Reisen infizieren. Eine Impfung für Säuglinge wird empfohlen, wenn in der Umgebung des Säuglings ein Tuberkulosekranker lebt oder wenn Reisen in tuberkulosegefährdete Länder geplant sind.

 

Komplikationen der Krankheit:
Besonders gefürchtet ist eine tuberkulöse Gehirnhautentzündung.

 

Impfung: 
Die Impfung erfolgt direkt nach der Geburt. Soll später geimpft werden, so muß zunächst ein Test durchgeführt werden, ob der Säugling bereits mit den Bakterien in Kontakt gekommen ist.

 

Komplikationen der Impfung:
Noch nach vier Wochen kann Fieber auftreten. Drüsen- oder Lymphknotenschwellungen sind möglich.

 

Impfschutz: 5-10 Jahre Abschwächung einer auftretenden Infektion

 


Typhus


Risikogruppen sind Reisende nach Nord- oder Zentralafrika oder nach Fernost.

 

Komplikationen der Krankheit:
Es können trotz möglicher Behandlung mit Antibiotika z.B. eine Gehirnhautentzündung oder eine Herzmuskelentzündung auftreten.

Impfung:
Gut verträgliche Schluckimpfung mit mehreren Kapseln.

Schutzzeit: 10 Jahre


Windpocken


Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Die Erkrankung verläuft im Kindesalter meist harmlos. Der Zoster-Virus kann aber für gefährdete Erwachsene sehr schwerwiegend sein, deshalb empfiehlt die Impfkommission seit Juli 2001 für alle 12-15 Jährigen, die noch keine Windpocken hatten, die aktive Impfung. Außerdem für gesundheitlich gefährdete Menschen, z.B. für Krebspatienten oder für medizinisches Personal in entsprechenden Einrichtungen. Außerdem wird in folgenden Fällen eine Passivimpfung empfohlen: Bei Schwangeren und Patienten mit schlechter Immunlage, wenn sie mit Windpockenkranken in Berührung gekommen sind innerhalb von 5 Tagen oder innerhalb von 3 Tagen, wenn bei ihnen Windpockenausschlag festgestellt wurde.

Impfung:
Als aktive Schutzimpfung 1mal Varizellenlebendimpfstoff, als Passivimpfung Varizellenimmunglobulin.

Schutzzeit:
Lebendimpfstoff schützt lebenslang, Immunglobulin schützt nur wenige Tage.


Zeckenimpfung (FSME)


FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine durch Zeckenbisse übertragene Virusinfektion, die zu einer Gehirnhautentzündung führen kann. Nur ein kleiner Teil der Zecken überträgt den Erreger der FSME. In manchen Gebieten (z.B. Osterreich, Bayern, Odenwald, Südbaden) kommen jedoch gehäuft infizierte Zecken vor und die Ansteckungsgefahr ist deutlich erhöht. Eine Impfung wird für Waldarbeiter oder für Personen, die ihren Urlaub in FSME-gefährdeten Waldgebieten verbringen, empfohlen. Jährlich werden aktuelle Karten der gefährdeten Gebiete herausgegeben.

Komplikationen durch die Krankheit:
Nur bei einigen Patienten, meist Erwachsenen, kommt es zu einer gefährlichen Infektion des Gehirns.

Impfung:
Der günstigste Zeitpunkt für die Impfung ist der Winter oder das Frühjahr. Es werden zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen und eine Impfung nach einem Jahr durchgeführt.

Komplikationen durch die Impfung:
Rötung und Schwellung an der Einstichstelle, Fieber und Gliederschmerzen können auftreten. Außerdem sind Allergien und Nervenschädigungen aufgetreten.

Schutzzeit: ca. 5 Jahre.