Sinusitis - Nasennebenhöhlenentzündung

 

 

Etwa jeder 7. hat in Deutschland einmal im Jahr eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) - oft das Überbleibsel eines Schnupfens. Häufig zeigt sich die Erkrankung mit Fieber, Kopfschmerz und Abgeschlagenheit. Sind die Nasenhöhlen verstopft, kann das Sekret, das die Nasenhöhlen reinigen soll, nicht richtig abfließen. Es kommt zum Sekretstau, der die Einnistung von Bakterien begünstigt. Dies führt zur Vereiterung in den Nasennebenhöhlen wie Stirn- oder Kiefernhöle.

 

Häufige Ursachen
 

Eine Verstopfung der Nebenhöhlen kann entstehen wenn:

  • durch Schnupfen oder Allergie die Schleimhäute anschwellen
  • durch Verschiebung der Nasenscheidewand
  • durch Nasenpolypen (gutartige Schleimhautwucherungen)

Formen der Nebenhöhlenentzündung

Die akute Sinusitis dauert länger als sieben Tage und zeigt sich mit Gesichtsschmerzen wie Druckgefühl im Kopf oder Pochen im Wangenbereich, der Stirn, den Augen sowie mit eitrigem Schnupfen. Sehstörungen können ebenfalls möglich sein. Die Schmerzen verstärken sich, wenn man sich nach vorn beugt oder auch bei heftigen Bewegungen. Bei der Endoskopie zeigt sich die akute Sinusitis durch eine deutlich gerötete und geschwollene Nasenschleimhaut und oft eine deutliche „Eiterstraße" im mittleren Nasengang.

Die chronische Sinusitis dauert länger als 2 bis 3 Monate. Hier ist die Ursache eine nicht ausgeheilte akute Nebenhöhlenentzündung. Die Beschwerden sind wesentlich schwächer als bei der akuten Sinusitis. Es kann jedoch zu lang anhaltendem Geruchsverlust und dauerhaftem, dumpfem Druck in den Nebenhöhlen kommen. Häufig wachsen entzündliche Polypen in den Nasennebenhöhlen. Bei der Endoskopie zeigt die chronische Sinusitis oft nur eine leichte Schwellung der Nasenschleimhaut und ein dünnflüssiges, klares Sekret.


 

Wann zum Arzt

  • wenn die Beschwerden länger als 3 Tage anhalten
  • bei Fieber, Abgeschlagenheit und Sehstörungen
  • bei dauerhaftem Druckgefühl im Gesicht und Kopfschmerzen
  • wenn Sie häufig an Nebenhöhlenentzündung leiden

 

Was Ihr Arzt tun kann

Diagnose

  • Die endoskopische Untersuchung dient der Sicherstellung der Diagnose, ob es sich um akute oder chronische Sinusitis handelt.
  • In einer Probe des Nasensekrets wird der Erreger nachgewiesen.
  • Mithilfe des Ultraschalls (Sonographie) wird der Verlauf der Sinusitis überwacht.
  • Die Computertomographie (CT) dient zur Klärung anatomischer Besonderheiten und ggf. zur Vorbereitung auf eine OP.

Therapie

  • Antibiotika bei bakterieller Sinusitis und wenn die Erkrankung länger als drei Tage andauert
  • Empfehlung von Sekretolytika (Schleimverflüssiger)
  • Enzympräparate oder kortisonhaltige Nasensprays verringern die Entzündung
  • Operation zur Polypenentfernung, Verkleinerung der Nasenmuschel, Knochenabschabung, Begradigung der Nasenscheidewand

 

Was Sie selbst tun können

Für verbesserte Ausscheidung bzw. für Verflüssigung des Schleims sorgen mit Maßnahmen wie:

  • Dampfinhalation mit Kochsalzlösung
  • Nasenspülung/-dusche mit Kochsalzlösung
  • viel trinken
  • Die Raumluft anfeuchten, damit die Schleimhäute nicht austrocknen.
  • Säuglingen helfen Nasentropfen aus physiologischer Kochsalzlösung oder pflanzliche ätherische Öle, die auf die Kleidung oder Bettwäsche getropft werden. (Achtung: für Säuglinge nur Präparate ohne Menthol verwenden). Bei stark verstopfter Nase Säuglingstropfen verabreichen, denn Säuglinge bekommen bei schlechter Nasenatmung Schwierigkeiten mit dem Trinken.
  • Einnahme von pflanzlichen Präparaten, Enzympräparaten, Nasensprays oder -tropfen, auch Meerwassersprays und myrtolhaltige Medikamente, die der Verflüssigung zähem Schleim dienen

 

Vorbeugung

  • vermeiden von Unterkühlung des Kopfes bei kühler Witterung
  • bei häufigen Nebenhöhlenentzündungen:
  • Polypen im Nasenbereich entfernen lassen
  • Korrektur einer verschobenen Nasenscheidewand
  • auf Allergie untersuchen
  • regelmäßige Nasenspülungen (Nasendusche) mit Kochsalzwasser

 

 

 

Autorin:

Rowena Grell, MGO