Nahrungsmittelallergie
Unter Neurodermitis oder Atopischer Dermatitis bzw. Atopischem Ekzem oder endogenem Ekzem versteht man eine chronische, juckende, oberflächliche Entzündung der Haut.
Sie gehört zu den atopischen Krankheiten. Dazu zählen Erkrankungen, bei denen es zu einer Überempfindlichkeit gegen Substanzen aus der natürlichen Umgebung wie Gräserpollen, Hausstaub oder Nahrungsmittel kommt. Weitere atopische Erkrankungen sind der Heuschnupfen oder Bronchialasthma.
Durch psychische Belastung kann die Krankheit verschlimmert werden. Hauptmerkmale der Neurodermitis sind Juckreiz, Knötchenbildung auf der Haut und Hautvergröberung an den betroffenen Stellen. Meist treten die Beschwerden in Schüben auf. Außerdem gibt es eine Reihe von Nebenmerkmalen, die häufig bei Neurodermitikern auftreten. Hierzu zählen unter anderem: Trockene Haut und Lippen, eine doppelte Unterlidfalte, häufige Bindehautentzündung, verstärkte Zeichnung der Handlinien, häufige Hautekzeme oder Hautinfektionen und Blässe der Haut nach mechanischen Reizen. In Deutschland leiden über zwei Millionen Menschen an Neurodermitis. Je nach Alter der Patienten unterscheidet man verschiedene Krankheitsstadien:
1. Phase
Das Säuglingsekzem (Geburt bis zum 2.Lebensjahr)
Die Haut des Säuglings/ Kleinkindes ist gerötet und schuppt sich. Dabei sind vor allem die Kopfhaut und die Wangen betroffen. Die erkrankten Stellen können dunkelrot verfärbt sei und nässen. Später trocknen die nässenden Stellen aus und es bildet sich ein Schorf. Man spricht auch von Milchschorf, weil dieser Schorf wie getrocknete Milch aussieht. Oft bildet sich dieser Milchschorf von alleine zurück. Mit zunehmenden Alter können jedoch auch andere Körperteile wie zum Beispiel der Windelbereich betroffen sein.
2. Phase
Neurodermitis im Kindesalter (3.-18.-Lebensjahr)
Es kommt zum typischen Erscheinungsbild der Neurodermitis (s.o.), bei dem vor allem die Ellenbeugen und Kniekehlen betroffen sind. Durch das häufige Kratzen verdickt und vergröbert sich die Haut an den betroffenen Stellen. Dabei ist der Juckreiz für die Kinder besonders schlimm und führt häufig zu Schlafstörungen. Dies kann die ganze Familie belasten. Eine so angespannte familiäre Situation kann wiederum zu einer psychischen Belastung des Kindes und damit zu einer weiteren Verschlechterung der Krankheit führen. Nicht selten entsteht so ein Teufelskreis. Auch in dieser Phase kann die Krankheit nachlassen oder sich weiter ausbreiten und auch das Gesicht, den Hals, die Hand- und Fußgelenke und die Handrücken befallen. Zu Komplikationen kann es kommen, wenn die aufgekratzten Stellen mit Bakterien, Viren oder Pilzen infiziert werden.
3. Phase
Neurodermitis im Erwachsenenalter
Häufig verschwindet die Krankheit in der Kindheit von selbst. In seltenen Fällen besteht eine lebenslange Belastung mit Neurodermitis. Die Krankheit kann jedoch auch im Erwachsenenalter erstmalig ausbrechen. Hierbei sind meist die Hände, Ohren, der Hals und das Gesicht von den juckenden Knötchen befallen.
Häufige Ursachen
- Die genaue Entstehung von Neurodermitis ist ungeklärt.
- Die Krankheit ist erblich. Meist leiden die Eltern auch an Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma.
- Innere Faktoren wie psychischer Stress können die Krankheit verschlimmern.
- Umweltfaktoren wie Klima, Luftverschmutzung, Infekte etc. können ebenfalls die Beschwerden verschlimmern.
Was Sie tun können
- Ernährung:
Eine allgemeine Neurodermitisdiät gibt es nicht. Bestimmte Nahrungsmittel stehen jedoch im Verdacht, bei einigen Patienten die Krankheit zu verschlimmern. Hierzu zählen: Eier, Milcheiweiß, Fischeiweiß, Nüsse, bestimmte Obstsorten (Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Pfirsiche, Äpfel), bestimmte Gemüse (Sellerie, Erbsen, Linsen, Möhren), Schweinefleisch, Lebensmittelfarbstoffe und Konservierungsmittel. Versuchen Sie ob Sie bzw. Ihr Kind auf diese Nahrungsmittel mit einer Verschlimmerung der Krankheit reagieren, indem Sie mit einer einfachen Reis- oder Kartoffeldiät beginnen und dann nach und nach langsam die oben erwähnten Nahrungsmittel austesten. - Hautpflege:
Die Haut des Neurodermitikers ist trocken und braucht viel Fett und Feuchtigkeit. Wirkstofffreie Pflegeprodukte sorgen dafür, dass der Haut Fett und Feuchtigkeit zugeführt werden. Tagsüber sollte eine Feuchtigkeitslotion und nachts eine Fettcreme aufgetragen werden. Bei der Hautreinigung ist darauf zu achten, dass rückfettende Badezusätze und statt Seifen besser sog.Syndets (seifenfrei) verwendet werden, die die Haut weniger austrocknen. Das Wasser sollte lieber lauwarm statt heiß sein. Nach der Reinigung muss die Haut sofort wieder eingecremt werden. - Kleidung:
- Kratzende und zu warme Kleidung z.B. aus Wolle sollte gemieden werden. Beim Waschen sollte auf einen Weichspüler verzichtet werden. - Eltern von Neurodermitiskindern sollten diesen während der Krankheitsschübe besonders viel Geduld und Zuwendung schenken, um den Kindern den psychischen Druck zu nehmen. Zum Austausch mit anderen betroffenen Eltern gibt es spezielle Selbsthilfegruppen.
- Längerer Aufenthalt am Meer oder im Hochgebirge (allergenarme Regionen) wirkt sich oft günstig auf den Krankheitsverlauf aus.
- Bei Personen bei denen die Neurodermitis vor allem in Stresssituationen auftritt, können Entspannungsübungen helfen.
- Personen, die auf Tierhaare allergisch reagieren, sollten keine Haustiere halten. Ansonsten gelten die Angaben unter Allergie.
- Durch langfristige Einnahme von Kapseln mit Nachtkerzenöl sollen sich die Beschwerden der Neurodermitis bessern.
- Bei den meisten Personen werden durch Sonnenbestrahlung die Beschwerden deutlich gebessert. Dabei sollte beim Sonnenbaden oder im Solarium auf jeden Fall ein Sonnenbrand vermieden werden. Mit Absprache des Arztes kann eine gezielte Lichttherapie durchgeführt werden.
- Salben und Cremes mit angeblichen Wunderwirkstoffen können im Einzelfall positive Ergebnisse erzielen. Meist helfen sie trotz hoher Kosten jedoch nicht oder lösen im schlechteren Fall auch noch zusätzliche allergische Reaktionen bzw. Ekzeme aus. Dies gilt auch für Wirkstoffe pflanzliche oder tierischer Abstammung. Auf jeden Fall müssen Sie unbedingt Ihren Arzt oder Hautarzt informieren, wenn Sie solche Mittel trotzdem testen möchten, dies gilt erst recht für innerlich anzuwendende Wundermittel. Homöopathische Zubereitungen, sowohl als Salben oder Cremes oder zum Einnehmen können versucht werden. Am besten lassen Sie sich von einem Homöopathen oder einem Arzt beraten, welches Mittel speziell bei Ihnen oder Ihrem Kind in Frage kommt.
Wann Sie zum Arzt müssen
- Sie sollten zum Hautarzt gehen, wenn Sie unter stark juckenden Hautveränderungen leiden.
- Wenn Ihre Kind Hautveränderungen zeigt, die auf eine Neurodermitis hinweisen.
Was Ihr Arzt tun kann
- Zunächst wird der Arzt feststellen, ob es sich um eine Neurodermitis oder eine andere Hauterkrankung handelt.
- Durch spezielle Tests kann der Arzt feststellen, ob eine Überempfindlichkeit gegen einen bestimmten Stoff vorliegt.
- Neurodermitis ist nicht heilbar. Der Arzt kann eine geeignete Salbe verordnen, die die Beschwerden lindert. Salben mit Salicylsäure wirken schuppenlösend, mit Harnstoff wird Feuchtigkeit in der Haut gehalten und teerhaltige Salben wirken entzündungs- und juckreizmildernd. Bei starken Beschwerden kann der Arzt Kortison verordnen, dass stark entzündungshemmend, wirkt aber nur über einen kurzen Zeitraum angewendet werden soll. Seit kurzem gibt es auch eine neue cortisonfreie Wirkstoffgruppe, deren Effekte als cortisonähnlich beschrieben werden ( z.B. Tacrolimus), die Substanz ist in Salben- und in Cremeform erhältlich. Ist das Ekzem infiziert, helfen antibiotikahaltige Salben.
- In besonderen Fällen kann der Arzt eine Lichttherapie (s.o.) oder eine Kur verordnen.
- Tabletten (sog. Antihistaminika) können den quälenden Juckreiz mindern.
Vorbeugung
- Leidet eines der Elternteile unter Neurodermitis, kann möglichst langes Stillen des Säuglings und Vermeidung von Kuhmilchprodukten den Ausbruch der Krankheit verhindern. Können die Säuglinge nicht gestillt werden, sollte die sogenannte hypoallergene Milch (HA-Milch) gefüttert werden. Später sollte bei der Ernährung eines solchen Kindes besonders darauf geachtet werden, auf welches Nahrungsmittel das Kind mit Hautreizungen reagiert.
- Um zu starkes Kratzen und damit Hautveränderungen, Narben und Infektionen zu verhindern sollte die Haut stets gut eingecremt werden.
- Für Kleinkinder gibt es bestimmte Kleidung mit Handschuhen, die ein Aufkratzen und Infizieren der Haut durch die Fingernägel, besonders nachts, verhindern kann.
Autoren:
Christiane von der Eltz, Apothekerin
Dr. Regina Schick, Ärztin
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