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Muttermilch aus dem Internet oft mit Kuhmilch versetzt

Muttermilch aus dem Internet oft mit Kuhmilch versetzt, Fotolia 69681533

© Edyta Pawlowska - Fotolia.com

Muttermilch gilt als eines der wertvollsten Nahrungsmittel. Und ist deshalb im Internet zu einem lukrativen Produkt geworden. Bis zu 8 Euro für 100 ml werden nach Angaben der Zeitschrift ELTERN beispielsweise auf der deutschen Muttermilchbörse verlangt. In Deutschland ist der Online-Handel mit Muttermilch erst seit dem vergangenen Jahr erlaubt. In den USA etwa gibt es schon längere Zeit viele Anbieter. Dort haben Wissenschaftler der Ohio-State-Universität jetzt 102 Muttermilch-Proben bei verschiedenen Internetbörsen bestellt.

In gut 10 Prozent der Proben fanden sie neben der Muttermilch auch Kuhmilch in nicht unerheblichen Mengen. Mit Kuhmilch gepanschte Muttermilch ist für gesunde Neugeborene aus medizinischer Sicht nicht grundsätzlich schädlich. In jedem Fall aber handelt es sich um einen Betrug, wenn Muttermilch verlängert wird. Bei einer Kuhmilchallergie oder Milchzuckerunverträglichkeit allerdings kann gepanschte Muttermilch zur Belastung für das Neugeborene werden. Im allerschlimmsten Fall kommt es zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock, der das Leben des Kindes ernsthaft gefährdet.

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In 10 Proben mindestens 10 Prozent Kuhmilch

Bei ihrer Studie fanden die amerikanischen Forscher in 10 der 102 Muttermilch-Proben mindestens 10 Prozent Kuhmilch oder Kuhmilchprodukte. Den Nachweis führten sie anhand von DNA-Analysen. Die hohen Werte schließen aus, dass die Kuhmilch auf natürlichem Weg in die Muttermilch gelangt ist. Grundsätzlich kann auch Kuhmilch in Muttermilch enthalten sein, wenn die Mutter selbst viele Kuhmilchprodukte zu sich nimmt. In diesen Fällen ist die Konzentration der Kuhmilch aber sehr viel geringer.

Stillkommission warnt vor privatem Muttermilchhandel

Nach Einstufung der Weltgesundheitsorganisation ist frische Muttermilch von der eigenen Mutter das mit Abstand beste Lebensmittel für Neugeborene. An zweiter Stelle folgt abgepumpte Milch der eigenen Mutter. Muttermilch von fremden Frauen ist laut WHO noch immer besser geeignet als industriell produzierter Muttermilchersatz. Das gilt allerdings beispielsweise nur, wenn die Spenderin auch gesund ist. Auch bei Transport und Lagerung von Muttermilch bestehen Risiken, die häufig bei einer Bestellung im Internet nicht nachvollziehbar ausgeschlossen werden können. Die Nationale Stillkommission des Bundesamtes für Risikobewertung hat daher eine klare Empfehlung in Sachen privatem Muttermilchhandel: Das BfR hält die Risiken für nicht kontrollierbar und zu groß.

Sichere Muttermilch aus Kliniken

Anders dagegen sieht es mit den Frauenmilchbanken aus, die an deutschen Kinderkliniken angeschlossen sind. Hier können Mütter nach ärztlicher Untersuchung Milch für andere Frauen spenden. Vor der Abgabe wird die Muttermilch bakteriologisch untersucht und pasteurisiert. Das macht die Milch sicher, so dass sie mit gutem Gewissen und ohne Angst vor Infektionen gefüttert werden kann.

 

Quellen:

Redaktion: Charly Kahle

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