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Magenspiegelung (Gastroskopie)

Überblick Magenspiegelung

Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) ist vor allem ein diagnostisches Verfahren zur Untersuchung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms. Mithilfe eines sogenannten Gastroskops (ein Kunststoffschlauch mit Optik) ist es möglich, Erkrankungen oder Verletzungen zu sichten und gegebenenfalls auch zu behandeln. Eine Magenspiegelung gilt als risikoarm und wird in der Regel in einer internistischen Praxis ambulant angewendet. Die Untersuchung dauert etwa zehn Minuten und kann schnell Aufschluss liefern über Beschwerden wie Sodbrennen, andauernde Übelkeit, Erbrechen, Schluckstörungen und Blähungen.

Zweck der Magenspiegelung

Eine Magenspiegelung wird vor allem angewendet bei Verdacht auf:

Symptome, die eine Magenspiegelung erforderlich machen

Die Symptome für die beschriebenen Erkrankungen sind vielfältig. Folgende Beschwerden sind ein häufiger Grund für die Magenspiegelung:
  • Sodbrennen
  • Schluckbeschwerden
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blähungen
  • ungewollter/unklarer Gewichtsverlust
  • Oberbauchschmerzen
  • Blut im Stuhl oder schwarz gefärbter Stuhl (Teerstuhl)
  • Bluterbrechen
  • chronischer Husten, der nicht erkältungsbedingt ist
  • Symptome einer Blutarmut (Anämie) wie Blässe, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche.

Ablauf der Magenspiegelung

Eine Magenspiegelung erfolgt in der Regel ambulant (also in der Praxis). Nur selten ist ein Klinikaufenthalt erforderlich. Der Facharzt ist der Wahl ist ein Internist oder Gastroenterologe. Während der Untersuchung liegt der Patient in der Seitenlage. Das Instrument für die Magenspiegelung heißt Gastroskop. Bei diesem Schlauch handelt es sich um einen flexiblen Kunststoffschlauch mit einer Lichtquelle, einer Optik und Öffnungen für Mikrogeräte. Er ist rund einen Meter lang und vom Durchmesser mit weniger als 1 Zentimeter sehr dünn.

Betäubung gegen Würgereiz und Schmerzen

Das Schlauchschlucken verursacht oft Würgereiz. Um das zu verhindern, kann der Rachenraum mit einem Spray leicht betäubt werden. Bei sehr ängstlichen oder aufgeregten Patienten oder Menschen mit besonders ausgeprägtem Würgereflex kann der Arzt ein Beruhigungsmittel spritzen bzw. die Gastroskopie unter leichter Narkose durchführen.

Nachdem der Rachen beruhigt ist oder der Patient schläft, schiebt der Arzt das Gastroskop durch den Rachen über die Speiseröhre in Richtung Magen und Zwölffingerdarm. Durch den Schlauch wird nun ein Gas (Luft) zugeführt. Dadurch dehnt sich der Verdauungstrakt aus und der Arzt hat eine bessere Sicht auf etwaige Veränderungen. Die Innenansicht des Verdauungskanals übermittelt eine Videokamera an einen Monitor. Der Arzt sieht dort beispielsweise Schleimhautveränderungen, Geschwüre oder Tumoren.

Über weitere Kanäle können Instrumente gesteuert werden, um zum Beispiel Flüssigkeit abzusaugen bzw. zuzuführen, Blutungen im oberen Verdauungstrakt zu stillen oder um Gewebsproben zu entnehmen oder oberflächige Gewebsveränderungen direkt zu entfernen.

Am Ende der Untersuchung wird das Gastroskop wieder herausgezogen. Eine Magenspiegelung dauert nur etwa 5 bis 10 Minuten.

Risiken der Magenspiegelung

Komplikationen während der Magenspiegelung kommen in der Regel nicht vor. Schmerzen nach Magenspiegelungen sind selten.

Zu den sehr seltenen Komplikationen zählen unter anderen:

Nebenwirkungen einer Magenspiegelung

Bei einer Magenspiegelung sind Nebenwirkungen in der Regel gering. Mögliche Nebenwirkungen sind:
  • Gebiss-Schäden, vor allem bei lockeren Zähnen
  • Würgegefühl im Hals
  • Brechreiz.

Vor der Magenspiegelung

Zum Termin der Magenspiegelung sollten sie nüchtern erscheinen. Das heißt mindestens:
  • 12 Stunden vorher keine feste Nahrung
  • 3 Stunden vorher keine flüssige Nahrung.
Wurde die Magenspiegelung morgens früh angesetzt, sollten Sie folgende Zeiten beachten:
  • ab 20:00 Uhr des Vortages nichts mehr essen
  • ab 23:00 Uhr des Vortages nichts mehr trinken und nicht mehr rauchen.

Vor der Magenspiegelung müssen Sie einen Aufklärungsbogen unterschreiben. Dabei können Sie mit dem Arzt alle wichtigen Fragen zur Untersuchung besprechen. Allergiker sollten ihren Allergiepass mitbringen. Zahnprothesenträger sollten Sie diese vorsichtshalber vor der Magenspiegelung entfernen.

Nach der Magenspiegelung

Häufig verspüren Patienten nach der der Gastroskopie ein unangenehmes, taubes Gefühl im Rachenbereich und sind heiser. Wichtig ist es, nach der Magenspiegelung so lange nicht zu essen oder zu trinken, bis diese Beschwerden abgeklungen sind (frühestens nach 45 Minuten). Ansonsten besteht die Gefahr des Verschluckens.

Vermehrte Luft im Magenbereich können Sie einfach wegrülpsen.

Erfolgte die Magenspiegelung unter Narkose, dürfen Sie bis zum nächsten Morgen kein Fahrzeug führen. Lassen Sie sich von einer Begleitperson abholen oder rufen Sie ein Taxi. Nach einer Narkose sollten Sie zudem keine Maschinen bedienen, keine wichtigen Entscheidungen treffen und keine gefährlichen Tätigkeiten ausüben.

Kostenübernahme der Magenspiegelung

Die Kosten für die Untersuchung übernehmen die privaten wie auch die gesetzlichen Krankenkassen nach medizinischer Begründung.

Autor: Dr. rer. nat. Immo Fiebrig

überarbeitet 03/13 Charly Kahle

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