Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

 

Bei der Lungenentzündung kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung in den Lungenbläschen und/oder dem dazwischen liegenden Lungengewebe. Die Sauerstoffabgabe an das Blut ist im betroffenen Bereich der Lunge gestört. Häufig sind es Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren, die eine Lungenentzündung verursachen. Die Erreger durchdringen die Schutzmechanismen der Lunge, weil die Immunabwehr des Betroffenen geschwächt ist bzw. weil es sehr aggressive Erreger sind. Die Ansteckung erfolgt meist über die Tröpfcheninfektion z. B. beim Sprechen, Husten oder Niesen. Auch kann die Lungenentzündung Folge einer Grippe oder Bronchitis sein.

Die meisten Patienten mit Lungenentzündung sind Kinder unter einem Jahr und Erwachsene über 65 Jahre, weil deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt oder altersbedingt geschwächt ist. Bei unkompliziertem Verlauf dauert die Lungenentzündung zwei bis drei Wochen, sie kann allerdings bei stark geschwächtem Immunsystem zum Tode führen. Rund 200.000 Menschen werden in Deutschland pro Jahr mit Lungenentzündung ins Krankenhaus eingewiesen, besonders bei Grippeepidemien sind es noch mehr.

 

Häufige Ursachen

  • Eine Lungenentzündung entsteht durch:
  • Infektion mit Bakterien (Pneumokokken, Haemophilus, Legionellen, Mykoplasmen, Pseudomonas)
  • Viren und Parasiten
  • Einwirkungen chemischer Reizstoffe, Staubteile und giftiger Gase (z. B. Benzin)
  • eingeatmete Fremdkörper, z. B. Essenbissen oder Magensäure

 

Risikofaktoren

  • schwaches Immunsystem wie bei Kindern unter drei Jahren oder Erwachsenen über 60 Jahren, außerdem bei Grunderkrankungen wie Herzschwäche, Asthma, chronische Bronchitis, Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, des weiteren bei Menschen mit Organtransplantation, Personen ohne Milz, HIV-Infizierte oder Leukämie-Patienten
  • Grippe, Bronchitis
  • Rauchen
  • Alkoholabhängigkeit
  • schwere neurologische Erkrankungen
  • abwehrunterdrückende Therapien wie z. B. Immunsuppressiva (Kortikosteroide), Chemotherapie, Strahlentherapie
  • künstliche Beatmung
  • Bettlägerigkeit, Krankenhausaufenthalt, Operation
  • Mangelernährung

 

Beschwerden

  • Husten mit plötzlich hohem Fieber bis 40 Grad
  • Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Schüttelfrost, Glieder- und Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Brustkorb beim Atmen, Atemnot
  • schnelle flache Atmung
  • beschleunigter Herzschlag
  • blau angelaufene Lippen und Fingernägel als Folge des Sauerstoffmangels
  • Reizhusten mit wenig Auswurf, der etwa dem zweiten Tag rostbraun gefärbt sein kann, weil er Blut enthält
  • Sind die unteren Lungenbezirke betroffen, können Bauchschmerzen das einzige Krankheitszeichen sein.

 

Verlauf

Eine Lungenentzündung heilt bei einem ansonsten gesunden Menschen in etwa zwei bis drei Wochen aus, wenn sie behandelt wird. Meist lässt nach 7 bis 9 Tagen das Fieber nach. Es kann jedoch zu Folgeerkrankungen kommen wie Brustfellentzündung (auch Rippenfellentzündung) oder Lungenabszess (Lungengewebeeinschmelzung mit eitrigem Inhalt) oder Lungenfibrose (Einschränkung von funktionstüchtigem Lungengewebe). Auch können bakterielle Erreger der Lungenentzündung über das Blut im Körper verteilt werden und Hirnhautentzündung, Mittelohrentzündung, Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) oder Herzbeutelentzündung (Perikarditis) verursachen. Selbst Gehirnabszesse können die Folge sein.

Bei HIV-positiven Patienten ist die Pneumocystis-carnii -Pneumonie die typische Form der Lungenentzündung, von der immer beide Lungenflügel betroffen sind mit oft sehr schwerem Verlauf. Eine Lungenentzündung kann chronisch werden, was vor allem Patienten mit geschwächter Immunabwehr und bereits bestehenden Veränderungen an der Lunge betrifft. Auch Alkoholkranke und Patienten mit Diabetes mellitus sind anfällig für einen chronischen Verlauf.

Besondere Formen der Lungenentzündung

  • Nosokomiale Pneumonie: Die Ansteckung erfolgt im Krankenhaus mit Keimen, die Resistenzen gegen Antibiotika bilden konnten.
  • Pilzpneumonie: Stark immungeschwächte Menschen sind betroffen wie Aids- und Leukämie-Kranke oder Menschen, die Medikamente einnehmen, welche das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva, Kortikosteroide).
  • Pneumocystis-carinii-Pneumonie (PCP): Es gibt eine hochakute und eine schleichende Verlaufsform. Eine frühe Diagnose kann lebensrettend sein.
  • Aspirationspneumonie: Fremdkörper können in unterschiedlichen Situationen in die Lunge gelangen und dort Infektionen hervorrufen.


 

Wann zum Arzt?

  • bei länger als zwei Tage andauerndem Husten mit hohem Fieber
  • bei schmerzhaftem Atmen und Husten
  • wenn sich im abgehusteten Schleim braune Spuren (altes Blut) finden
  • sofort zum Arzt:
  • wenn sich der Atem auch in Ruhelage beschleunigt oder Atemnot auftritt
  • bei Verdacht auf Lungenentzündung

Je eher die Lungenentzündung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen, desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen.

 

Was der Arzt macht

  • Abhören: Der Brustkorb wird mit dem Stethoskop auf veränderte Atemgeräusche abgehört.
  • Röntgenaufnahme: Im Zweifelsfall wird die Lunge geröntgt, um Ausmaß und Lage der entzündeten Bereiche des Lungengewebes zu bestimmen.
  • Blutuntersuchung: Art und Ausmaß der Entzündung kann so festgestellt werden. Bei einer Lungenentzündung ist zum Beispiel die Anzahl der weißen Blutkörperchen deutlich erhöht (Leukozytose).
  • Untersuchung des Auswurfs: Dies dient der Identifizierung des Erregers und der beteiligten Entzündungszellen.
  • Bronchoskopie: Häufig ist Auswurf nicht vorhanden, so dass in selten ausgewählten Fällen durch Spülung der Bronchien (bronchoalveoläre Lavage) Gewebe entnommen werden muss. Dazu wird das Bronchoskop (ein schlauch- oder röhrenförmiges Gerät) durch den Mund eingeführt. Der Patient erhält je nach Verfahrensart eine Lokalanästhesie oder eine Vollnarkose.
  • Antibiotika: Hier werden Breitband-Antibiotika eingesetzt, die gegen eine Vielzahl von Bakterien wirken.
  • Krankenhausaufenthalt: Bei kompliziertem Verlauf, wenn große Teile der Lunge betroffen sind, wenn ein Medikament per Infusion direkt in die Blutbahn gegeben werden muss, wenn künstliche Beatmung erforderlich ist.

 

 

Was Sie tun können

  • die verordneten Medikament bis zum Ende einnehmen
  • unbedingte Schonung des geschwächten Körpers
  • viel trinken, um die Lösung der Entzündungssekrete in den Lungen zu unterstützen
  • Flüssigkeitsverlust durch Fieber und Schwitzen ausgleichen
  • Anfeuchten der Raumluft
  • Inhalation
  • Abwehrkräfte stärken
  • Atemübungen, um die Sekrete auszuhusten

 

Vorbeugung

  • Die Grippeschutzimpfung kann helfen, da die Lungenentzündung eine Komplikation der Virus-Grippe sein kann.
  • Gegen Pneumokokken, eine häufigen Erreger der Lungenentzündung, gibt es ebenfalls eine Impfung, die seit Juli 2006 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder (ab dem 2. Lebensmonat) wie auch für Erwachsene über 60 Jahre empfohlen wird, außerdem bei Grunderkrankungen, die das Immunsystem schwächen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, chronische Bronchitis, Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, des weiteren bei Menschen mit Organtransplantation, Personen ohne Milz, HIV-Infizierte oder Leukämie-Patienten.
  • Risikofaktoren so gering wie möglich halten.
  • Bei Risikopatienten die Immunabwehr stärken.

 

 

Autor:

Rowena Grell, MGO