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Lungenentzündung

Was ist Lungenentzündung?

Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) handelt es sich um eine Infektion der Lungenbläschen (Alveolen) und/oder des dazwischen liegenden Lungengewebes. Diese Entzündung gehört zu den Volkskrankheiten, doch ihre Häufigkeit wird oft unterschätzt. Richtig ist hingegen, dass mehr Menschen mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus müssen als mit Herzinfarkt oder Schlaganfall. Rund 200.000 Menschen werden in Deutschland pro Jahr mit Lungenentzündung ins Krankenhaus eingewiesen, bei Grippeepidemien sind es noch mehr. Die meisten Patienten mit Lungenentzündung sind Kinder unter einem Jahr und Erwachsene über 65 Jahre, weil deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt oder altersbedingt geschwächt ist. Bei unkompliziertem Verlauf dauert die Lungenentzündung zwei bis drei Wochen, sie kann allerdings bei stark geschwächtem Immunsystemzum Tode führen.

Symptome der Lungenentzündung

Husten mit plötzlich hohem Fieber bis 40 Grad ist eines der ersten Symptome der Lungenentzündung. Dazu kommen häufig Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Schüttelfrost, Glieder- und Kopfschmerzen sowie Schmerzen im Brustkorb beim Atmen. Eine schnelle und flache Atmung mit gelegentlicher Atemnot gehören zu den weiteren Symptomen der Lungenentzündung. Sind die unteren Lungenbezirke betroffen, können Bauchschmerzen das einzige Krankheitszeichen sein. Der Sauerstoffmangel durch die Lungenentzündung ist an blau angelaufenen Lippen und Fingernägeln sowie einer blassen Gesichtsfarbe zu erkennen. Den Sauerstoffmangel versucht der Körper durch vermehrte Atmung und einen erhöhten Herzschlag auszugleichen. Das ist an gehäuften Atemzügen und einem erhöhten Puls zu erkennen. Etwa ab dem 2. Tag einer Lungenentzündung stellt sich ein Reizhusten mit wenig Auswurf ein, der rostbraun gefärbt sein kann, weil er Blut enthält.

Verlauf von Lungenentzündungen

Lungenentzündungen heilen bei einem ansonsten gesunden Menschen in etwa zwei bis drei Wochen aus, wenn sie behandelt werden. Meist lässt nach 7 bis 9 Tagen das Fieber nach. Es kann jedoch zu Folgeerkrankungen kommen wie Brustfellentzündung (auch Rippenfellentzündung) oder Lungenabszess (Lungengewebeeinschmelzung mit eitrigem Inhalt) oder Lungenfibrose (Einschränkung von funktionstüchtigem Lungengewebe). Darauf weisen ausgeprägte atemabhängige Schmerzen hin.

Weitere Folgen von Lungenentzündung

Werden bakterielle Erreger der Lungenentzündung über das Blut im Körper verteilt, können sie eine Hirnhautentzündung, Mittelohrentzündung, Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) oder Herzbeutelentzündung (Perikarditis) verursachen. Selbst Gehirnabszesse sind mitunter möglich.

Lungenentzündung bei geschwächtem Immunsystem

Bei HIV-positiven Patienten ist der sogenannte Pneumocystis-carinii ein typischer Erreger der Lungenentzündung.. Bei dieser Form sind üblicherweise beide Lungenflügel betroffen, oft mit sehr schwerem Verlauf. Eine Lungenentzündung kann chronisch werden, was vor allem Patienten mit geschwächter Immunabwehrund bereits bestehenden Veränderungen an der Lunge betrifft. Auch Alkoholkranke und Patienten mit Diabetes sind anfällig für einen chronischen Verlauf.

Besondere Formen der Lungenentzündung

  • Nosokomiale Pneumonie: Die Ansteckung erfolgt im Krankenhaus, insbesondere auf Intensivstationen, häufig durch Keime, die Resistenzen gegen Antibiotika bilden konnten.
  • Pilzpneumonie: Stark immungeschwächte Menschen sind betroffen wie Aids- und Leukämie-Kranke oder Menschen, die Medikamente einnehmen, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken (Immunsuppressiva, Kortikosteroide).
  • Pneumocystis-carinii-Pneumonie (PCP): Diese Lungenentzündung wird durch einen Schlauchpilz verursacht. Es gibt eine hochakute und eine schleichende Verlaufsform. Eine frühe Diagnose kann lebensrettend sein.
  • Aspirationspneumonie: Fremdkörper können in unterschiedlichen Situationen in die Lunge gelangen und dort Infektionen hervorrufen.

Ursachen der Lungenentzündung

Häufig sind es Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren, die eine Lungenentzündung verursachen, seltener Pilze oder Parasiten. Die Erreger durchdringen die Schutzmechanismen der Lunge, weil die Immunabwehr des Betroffenen geschwächt ist bzw. weil es sehr aggressive Erreger sind. Die Ansteckung erfolgt meist über die Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen. Auch kann die Lungenentzündung Folge einer Grippe oder Bronchitis sein.

Das geschieht in der Lunge

Gelangen die Erreger in die Lunge, breiten sie sich dort weiter aus, vor allem in die Lungenbläschen und das dazwischen liegende Lungengewebe. Durch diese Erregerinvasion sterben viele Lungenzellen ab. Zudem reagiert das körpereigene Abwehrsystem: Bestimmte Abwehrzellen (Lymphozyten) erzeugen Eiweiße (Zytokine) und Flüssigkeit strömt in die Lungenbläschen ein. Durch die Kombination von Zellzerstörung und Flüssigkeitseintritt kann weniger Sauerstoff aus der Lunge ins Blut aufgenommen werden. Atemnot, Blässe und andere Symptome sind die Folge.

Häufige Ursachen der Lungenentzündung im Überblick

  • Infektion mit Bakterien (Pneumokokken, Haemophilus, Legionellen, Mykoplasmen, Pseudomonas)
  • Infektion mit Viren (wie Grippeviren), Pilzen (häufig Candida und Aspergillus-Arten) und Parasiten (wie Toxoplasmen)
  • Einwirkungen chemischer Reizstoffe, Staubteile und giftiger Gase (z. B. Benzin)
  • allergische Erkrankungen, wie Asthma
  • eingeatmete Fremdkörper wie Essenbissen oder Magensäure
  • Durchblutungsstörung einzelner Lungenabschnitte, zum Beispiel bei Herzinsuffizienz oder Lungenembolie
  • Tumoren oder Fremdkörper, die einen Luftstamm (Bronchus) verschließen.

Diese Faktoren begünstigen Lungenentzündungen



Wann zum Arzt?

Bei länger als zwei Tage andauerndem Husten mit hohem Fieber oder schmerzhaftem Atmen und Husten mit bräunlichem Auswurf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Sofort einen Arzt verständigen sollten Sie, wenn sich der Atem auch in Ruhelage beschleunigt oder bei akuter Atemnot. Je eher die Lungenentzündung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen und desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen. Ihr Arzt wird Sie gegebenenfalls über die Behandlung der Lungenentzündung beraten.

Autor:

Rowena Grell, MGO

überarbeitet Charly Kahle 08/13

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