Leitfaden für Eltern pubertierender Jugendlicher
Auch wenn es für diese schwierige Aufgabe keine Patentrezepte gibt, sollten Erwachsene versuchen, einige "Leitsätze" im Umgang mit ihrem pubertierenden Nachwuchs zu beherzigen.
Was hilft oder: Gebote und Verbote für Eltern
• Versuchen Sie nicht, jugendlicher zu sein als die Jugendlichen, es hilft Ihnen
nicht. Jugendliche achten "richtige" Erwachsene mehr als "Berufsjugendliche".
Sie wollen keine 40–jährigen Freunde und Freundinnen.
• Seien Sie erwachsen, auch wenn Sie dafür Provokationen ernten.
• Stellen Sie sich dem Kontakt.
• Stellen Sie vernünftige Regeln auf und seien Sie flexibel bei der Einhaltung.
Lassen Sie Spielräume.
• Ermöglichen Sie Jugendlichen, ohne Gesichtsverlust Grenzüberschreitungen
und Regelverletzungen wieder zu korrigieren.
• Erziehung findet bei Jugendlichen nebenbei statt (beim Spaziergang, während
der Autofahrt, beim Einkauf ...).
• Nisten Sie sich im Hinterkopf der Jugendlichen als Stimme ein.
• Stellen Sie Jugendliche nie bloß, sie sind ausgesprochen verletzlich.
• Überhören Sie, was nicht unbedingt angesprochen werden muss.
• Halten Sie sich zurück mit Ihrer Meinung über Musik, Hobbys, Kleidung,
Outfit der Jugendlichen.
• Drängen Sie sich nicht auf, aber stehen Sie zur Verfügung.
• Unterstellen Sie immer wieder, dass Sie für die Jugendlichen wichtig sind,
auch wenn es sich manchmal anders anhört.
• Betonen Sie nie (vor allem im Beisein Anderer), dass Sie Phasen mit wenigen Konflikten haben, es könnte von den Jugendlichen als Aufforderung zu neuen Provokationen verstanden werden. Genießen Sie lieber spannungsfreie Phasen, solange sie dauern!
• Trauen Sie Jugendlichen etwas zu und fordern sie sie.
• Lassen Sie sich nie an Orten blicken, die Jugendliche für sich reserviert haben (Treffpunkte, Discos ...).
• Ironie trifft eine verletzliche Seele besonders hart.
• Denken Sie daran, dass die eigentlichen Grundlagen für Ihre Beziehung vor
der Pubertät gelegt werden.
• Sprechen Sie mit anderen Eltern, die in einer vergleichbaren Situation sind und mit solchen, die diese schwierige Zeit hinter sich haben.
Wenn es mal gar nicht mehr auszuhalten ist, denken sie daran:
In einigen Jahren werden Sie und Ihre Kinder mit ein bisschen Abstand mit Kopfschütteln und Schmunzeln an die Episoden aus dieser Zeit denken und unter der Überschrift: "Weißt du noch, als Du 14 Jahre alt warst ...", dann Einiges besser verstehen und einordnen können.
Kinder haben selten auf die ältere Generation gehört, aber nie versäumt, sie nachzuahmen.
Autor: Klaus Fischer
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