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Häufigste Ursachen, was Sie tun können, wann Sie zum Arzt müssen, Vorbeugung.
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JODMANGEL




Die Schilddrüse benötigt zur Produktion der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin den Baustein Jod. Jodmangel veranlasst die Schilddrüse zum Wachstum, da hierdurch die geringen Jodreserven des Körpers besser ausgenutzt werden können. Durch die Vergrößerung der Schilddrüse entsteht ein Kropf, der zunächst keine Beschwerden verursacht. Erst wenn die Schilddrüse viel Raum im Hals einnimmt, wird sie als Verdickung sichtbar. Dann können auch Schluckbeschwerden und sogar Atemnot entstehen, da die vergrößerte Schilddrüse auf Kehlkopf, Speise- und Luftröhre drücken kann. Wird der Jodmangel nicht behoben, entstehen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Jodmangel in der Schwangerschaft gefährdet das Ungeborene: Fehlgeburten sind häufiger, beim Kind kann sich ein Kropf entwickeln. Die tägliche Jodaufnahme sollte bei 150-300 (g liegen. Heranwachsende, Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf; nach Rücksprache mit dem Arzt sollte diese Personen eventuell Jod-Präparate einnehmen.

 

Häufige Ursachen

Jodarmes Trinkwasser und jodarme Ernährung. In den küstenfernen Gebieten ist das besonders häufig der Fall.

 

Was Sie tun können

Bewusst jodreich ernähren:
Fisch und Meeresfrüchte regelmäßig verzehren.
Jodiertes Speisesalz verwenden. Beim Kauf von verarbeiteten Nahrungsmitteln wie z.B. Backwaren darauf achten, dass bei der Herstellung jodiertes Speisesalz benutzt wurde.
Jodhaltige Mineral- bzw. Heilwasser oder jodhaltige Zahnpasten verwenden.
Japanische Algen aus dem Bioladen zum Würzen verwenden.

Wann Sie zum Arzt müssen

Wenn Sie merken, dass Ihr Halsumfang sich vergrößert hat, evtl. in Verbindung mit anderen oben genannten Beschwerden.
Wenn Sie Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion feststellen.

 

Was Ihr Arzt tun kann

Bei jüngeren Personen und wenn der Kropf noch nicht lange besteht, wird der Arzt ein Jod-Medikament für mehrere Monate verordnen, um die Jodspeicher der Schilddrüse wieder aufzufüllen. Anschließend ist auf eine jodreiche Ernährung zu achten, um Rückfälle zu vermeiden.
Wenn Sie älter sind und der Jodmangel schon länger besteht, sind ausführliche Untersuchungen der Schilddrüsenfunktion nötig, bevor über eine Behandlung entschieden werden kann.
Meist wird eine Kombinationstherapie mit Schilddrüsenhormon und Jod-Präparaten durchgeführt. Manchmal ist auch die alleinige Gabe von Schilddrüsenhormon sinnvoll. Anschließend ist auf eine jodreiche Ernährung zu achten; eventuell muss zusätzlich ein niedrigdosiertes Jod-Medikament eingenommen werden.
Bei Jodverwertungsstörungen (wenn die Schilddrüse zwar genügend Jod bekommt, es aber nicht richtig verwenden kann), wird mit Schilddrüsenhormon-Tabletten behandelt. Dann bekommt der Körper wieder genügend Schilddrüsenhormone und die Schilddrüse stellt ihr Wachstum ein.
Manchmal ist auch eine operative Kropfentfernung notwendig.
Eine Verkleinerung der Schilddrüse kann auch durch die Gabe von radioaktivem Jod erzielt werden (sog. Radiojod-Therapie).

 

 

Autoren:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin




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