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Impfen – zuverlässiger Schutz gegen eine Vielzahl von Krankheiten

Impfen

Impfen ist nach Ansicht der meisten Experten die mit Abstand erfolgreichste Methode zur Abwehr von vielen Krankheiten. Ohne Impfungen wären die Pocken nicht ausgerottet, wäre Polio (Kinderlähmung) auch in den Industrienationen weit verbreitet oder würden viele Tausend Menschen an Masern oder Grippe sterben.

Lassen sich viele Menschen impfen, schützt das auch eventuell nicht Geimpfte. Denn wo viele Menschen geimpft sind, können sich Krankheitserreger nicht mehr so gut ausbreiten. Deshalb streben Impfexperten die sogenannte Herdenimmunität an. Die Herdenimmunität gilt bei Impfquoten ab ca. 85 Prozent als gegeben.

 

Was ist eine Impfung?

Bei einer Impfung werden abgeschwächte Erreger oder ihre Giftstoffe (sog. Toxine) gespritzt oder geschluckt. Diese sind soweit abgeschwächt, daß sie keine Krankheit mehr auslösen können, den Körper jedoch zur Bildung von Abwehrstoffen anregen. Wie bei einer natürlichen Erkrankung bildet der Organismus die sogenannten Antikörper, die ihn auch bei einer späteren Ansteckung mit dem Krankheitserreger schützen können. Man spricht von einer aktiven Immunisierung, weil der Körper selbst aktiv werden muß, also, sein eigenes Abwehrsystem in Kraft setzt. Leider hält dieser Impfschutz meist nur einige Jahre an und die Impfung muss deshalb regelmäßig aufgefrischt werden. Lebenslanger Schutz besteht in der Regel nur, wenn die Krankheit selbst durchgemacht wurde.

 

Aktuelle Nachrichten zu Impfungen

 

Grippewelle: Experten raten zur Impfung

Trotz der allem Anschein nach verminderten Wirkung des diesjährigen Impfstoffes raten Experten weiter zur Grippeschutzimpfung. Sie biete nach wie vor den besten verfügbaren Schutz. Niemand könne sagen, wie lang die aktuelle Grippewelle anhalten werde. Daher raten Experten zur Grippeschutzimpfung.

Impfzwang: RKI widerspricht Gesundheitsminister Gröhe

Das Bundesgesundheitsministerium befürwortet offenbar angesichts des aktuellen Masern-Ausbruchs einen Impfzwang. Das RKI widerspricht Gesundheitsminister Gröhe.

Typ-1-Diabetes: Hoffnung auf Impfung

Etwa 25.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind an Typ-1-Diabetes erkrankt. Forscher sprechen nun von einer begründeten Hoffnung auf Impfung.

Studie: Masern-Infektion schwächt das Immunsystem

Eine Impfung schützt zuverlässig vor Masern und möglicherweise auch vor anderen Infektionen, so eine US-Studie. Denn eine Masern-Infektion schwächt das Immunsystem.

RKI bestätigt Empfehlung für Rotavirus-Impfung

In Frankreich hat es 2 Todesfälle kurze Zeit nach einer Impfung gegen Rotaviren gegeben. Das für Impffragen zuständige Robert-Koch-Institut sieht keine erhöhte Gefährdung und bestätigt die Empfehlung für die Rotavirus-Impfung.

FSME: Drei neue Risikogebiete – RKI empfiehlt Impfung

Die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) breiten sich weiter aus.

 

Wann ist eine Impfung sinnvoll?

Generell besteht in Deutschland keine Impfpflicht. Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich oder sein Kind impfen lässt. Es wird jedoch allen Eltern geraten, ihre Kinder impfen zu lassen. Nur durch einen vollständigen Impfschutz sind Kinder wenigstens vor den betroffenen Krankheiten richtig geschützt. Denn selbst harmlos erscheinende Kinderkrankheiten können schwerwiegende Komplikationen auslösen, die z.B. das Herz oder das Gehirn angreifen. Nur durch ein breit angelegtes Impfprogramm konnten gefährliche Krankheiten wie Diphtherie oder Tuberkulose in Westeuropa nahezu, die Pockenkrankheit weltweit gänzlich ausgerottet werden. Kommt es jedoch zu Impfmüdigkeit in der Bevölkerung, so können solche Krankheiten sich schnell wieder ausbreiten. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation ist es, in den nächsten Jahren auch die Kinderlähmung, die vor allem noch in Ländern der dritten Welt häufig vorkommt, auszurotten.


Eine Impfung ist dann sinnvoll, wenn:

  • die Krankheit in Europa vorkommt oder Reisen oder ein längerer Aufenthalt in Ländern geplant ist, in denen die betreffende Krankheit noch  vorkommt.

  • die Krankheit selbst gefährlich ist (z.B. Tetanus).

  • die Krankheit gefährliche Schäden nach sich ziehen kann (z.B. Polio, Masern etc.).  

  • es keine wirksamen Medikamente gegen die Krankheit gibt (z.B. Diphtherie).

  • ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht (Indikationsimpfung).


Argumente für eine Impfung

Ratgeber Impfen

Impfungen sind der beste Schutz vor vielen gefährlichen Infektionen

Das Hauptargument für eine Impfung ist der Schutz vor dem Risiko, durch Krankheiten wie z.B. Diphtherie oder Polio dauerhafte Gesundheitsschäden davonzutragen oder sogar zu sterben.
Bei einer guten Durchimpfung der Bevölkerung können Krankheiten stark eingedämmt oder sogar ausgerottet werden.  
Impfungen erfolgen am gesunden Menschen. Der Körper ist stark genug, ausreichend Schutzstoffe zu bilden, während die Krankheit oft bei bereits geschwächter Abwehrlage auftritt und somit doppelt belastet.Bei den heutigen modernen Impfstoffen sind schwere Komplikationen sehr selten.
Auch das Risiko allergischer Reaktionen ist bei den modernen Impfstoffen gering.
Impfungen sind für den Staat billiger als die Folgeschäden (z.B. Behandlung und Betreuung eines behinderten Kindes), die die Erkrankungen hervorrufen würden.

 

Argumente gegen eine Impfung

Eine durchgemachte Kinderkrankheit bietet im Gegensatz zur Impfung einen lebenslangen Schutz.
Impfungen bedeuten gerade für kleine Kinder und Säuglinge eine Belastung. Das gilt vor allem für den Impfvorgang selbst. Soweit eine Impfung injiziert werden muss, ist da beispielsweise die Angst vor der Spritze oder der Schmerz des Einstichs.

Viele Eltern möchten ihren Kindern auch die gelegentlichen Impfreaktionen nicht zumuten. Typische Impfreaktionen sind beispielsweise Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle, Fieber, Abgeschlagenheit, Durchfall und Unruhe.

 
Impfschäden

Impfschäden sind Schäden, die durch eine Impfung hervorgerufen werden und die über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen. Gefürchtet sind vor allem Hirnschäden, die zu einer bleibenden geistigen oder körperlichen Behinderung führen können. Die Problematik besteht darin, festzustellen, ob eine Krankheit durch die Impfung hervorgerufen wurde oder lediglich zum gleichen Zeitpunkt wie die Impfung aufgetreten ist, und es auch ohne Impfung zu dieser Erkrankung gekommen wäre.

In seltenen Fällen kann es zu einem schweren Impfschaden kommen. Jedoch ruft keiner der zugelassenen Impfstoffe mehr oder schwerere Komplikationen hervor als die Erkrankung selbst, die dadurch verhindert wird.

Daß Impfschäden in der heutigen Zeit teilweise überbewertet werden, liegt daran, dass durch die gute Durchimpfung der Säuglinge kaum noch die eigentlichen Krankheiten auftreten. Kaum jemand kennt noch das Krankheitsbild der Kinderlähmung beispielsweise. Bei Verdacht auf einen Impfschaden sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

 

aktualisiert Juni 2015, Redaktion: Charly Kahle