Ich verzichte auf Stress
Das Krakules-Syndrom
Die Anforderungen des Alltags sind längst über das hinaus gewachsen, wofür die Natur uns Menschen ausgestattet hat. Da werden im Geschäft acht Arme wie bei einer Krake verlangt. Um die geforderte Verantwortung tragen zu können, bräuchten wir ein Kreuz wie Herkules. Utopisch wird es, wenn von uns erwartet wird, an mehreren Orten gleichzeitig zu sein.
Und obwohl wir uns dessen absolut bewusst sind, weder eine Krake, noch Herkules, noch ein Zeitreisender zu sein, versuchen wir, selbst überzogene Anforderungen an uns zu erfüllen. Warum? Weil uns von klein auf eingetrichtert wurde, anderen zu dienen und zu gefallen. Also ich weiß für mich, ich diene weder meiner Chefin, wenn ich überlastet bin, noch mir, auch gefalle ich niemanden, nicht einmal mir, wenn ich puterrot vor Anstrengung und schmerzverzerrt in Kinn und Nacken auf den Tasten herumhacke und den Computer verfluche, weil er nicht so schnell schreibt, wie ich denke, denn schließlich warten noch tausend andere Dinge auf mich, die auch noch getan werden müssen, und die danach und danach...
Negativer Stress - Positiver Stress
Wenn wir Stress empfinden, reagiert unser Körper u. a. mit dem Nebennierenhormon Adrenalin. Der Blutdruck steigt, die Blutkörperchen vermehren sich, Zucker- und Fettreserven werden den Muskeln zugeführt, Energien für Flucht oder Angriff werden bereitgestellt: Meist können wir nicht aus dem Stau oder den Aufgaben flüchten, schon gar nicht jemanden angreifen. Der Anstand gebietet sogar, unseren ärger zu unterdrücken. So bleibt der Zustand der Erregung bestehen. Weitere Reize kommen hinzu, aber der Erregungszustand wird nicht abgebaut. "Wir stehen unter Strom", wie wir auch oft sagen. Diesen Zustand können wir als negativ empfinden, wie etwa bei überforderung. Positiv empfinden wir ihn z. B. beim Verliebtsein. Dann kann uns das Stressgefühl nicht genug durch die Adern pulsieren. Auch bei sportlicher Betätigung fühlen wir uns in positivem Stress pudelwohl. Positiver Stress kurbelt die Abwehrkräfte an, wirkt beflügelnd und motiviert zur Weiterentwicklung. Und wenn wir es dabei belassen, nicht gleich wieder mehr und mehr fordern, bleibt es bei den positiven Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Seele, auf unsere Gesundheit.
Tipps für mehr Ausgeglichenheit
Aufteilung: Aufgaben teilen entlastet Sie. Der eine fährt, der andere kümmert sich um die Karte oder die Kinder.
Bewegung: Laufen oder Radfahren gleichen Sie aus, Gymnastik beschwingt Sie, Nordic Walking sorgt für Wohlgefühl.
Ehrgeiz: Haben Sie nur den Ehrgeiz, der Ihnen gut tut.
Einteilung: Mehr Raum für eine Aufgabe verschafft Ihnen Luft. Eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen, verschafft Ihnen Überblick.
Entspannung: Meditation, Yoga und Autogenes Training fördern Ihre tiefe Entspannung.
Freizeit: Etwas Zeit am Tag für sich selbst - für ein Bad oder einen Spaziergang oder für etwas Geselligkeit - weckt Ihre Lebensfreude.
Kommunikation: Sprechen Sie sachlich Ihre überforderung an, statt in sich hineinzufressen. Lernen Sie NEIN sagen, anderen und sich selbst gegenüber.
Pausen: Sauerstoff, Obst und erfrischende Getränke geben Ihnen neuen Schwung. Erinnern Sie sich dabei an etwas Schönes.
Schlaf: Ausreichend Schlaf in entspannter Atmosphäre, mit frischer Luft und einer guten Matratze belebt Sie.
Sorgen ablegen: Sorgen Sie sich nicht um Dinge, die nicht mehr zu ändern sind bzw. von denen Sie nicht wissen, ob die überhaupt eintreten werden.
In der ayurvedischen Heilkunde wird die Gesundheit als Harmonie oder Einheit des Bewusstseins mit den Körperfunktionen beschrieben. Dieses Wohlbefinden entsteht durch einen harmonischen und befriedigenden Kontakt zwischen den einzelnen Menschen und ihrer Umwelt.
Wir wünschen Ihnen mehr Ausgeglichenheit und ein harmonisches Jahr ohne negativen Stress, mit positivem Stress so viel Sie ertragen können.
Autorin: Rowena Gr ell
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