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Hypertonie

Was ist Hypertonie?

Als Bluthochdruck (Hypertonus) wird der erhöhte Druck in den arteriellen Blutgefäßen bezeichnet. Die Erkrankung heißt „Arterielle Hypertonie", kurz Hypertonie.
Bei körperlicher Anstrengung oder Aufregung steigt der Blutdruck an, in Ruhe sinkt er wieder ab. Das ist in bestimmten Grenzen völlig normal und auch wünschenswert. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck, das heißt auch in Ruhe, ist ungesund. Die Definition, ab wann ein Blutdruck zu hoch ist, wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt.

Überblick Blutdruck

Blut wird vom Herzen über die Aortenklappe in die Arterien ausgeworfen. Der Druck des strömenden Blutes auf die Arterienwände heißt Blutdruck. Die Höhe des Blutdrucks hängt von der Pumpleistung des Herzens und dem Durchmesser der Gefäße ab.

Messung des Blutdrucks

Der Blutdruck wird in Zahlen angegeben, zum Beispiel 120/80 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule), gesprochen 120 zu 80. Diese zwei Werte entstehen wie folgt:
  • Der erste Wert (systolischer Druck) ergibt sich, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut in die Arterien drückt (die Pumpphase).
  • Der zweite Wert (diastolischer Druck) entsteht, wenn sich das Herz entspannt und sich die Herzkammern wieder mit Blut füllen (die Erholungsphase).


Hypertonie nach Werten der WHO?

Wann ist ein Blutdruck hoch? Die Vorgabe für Hypertonie kommt von der WHO, der Weltgesundheitsorganisation. Aktuell (Stand Februar 2013) gelten laut WHO ein systolischer Blutdruck (1. Wert) von mindestens 140 mm Hg und ein diastolischer Blutdruck (2. Wert) von mindestens 90 mm Hg als hyperton – ein Blutdruck ab 140/90 mm Hg ist also erhöht. Nach dieser Definition muss die Blutdruckerhöhung jedoch dauerhaft bestehen und darf nicht nur vorübergehend sein. Einige Wissenschaftler weisen darauf hin, die WHO-Hypertonie-Werte seien willkürlich festgelegt. Ob ein Blutdruck zu hoch sei oder nicht, könne nur bei einer Gesamtbetrachtung des Gesundheitszustandes eines Patienten bestimmt werden.

Hypertonie: Symptome

Ein erhöhter Blutdruck macht sich anfangs häufig gar nicht bemerkbar. Die betroffenen Personen fühlen sich oft sogar besonders fit und munter. Erst sehr hoher Blutdruck löst mitunter Beschwerden aus. Typische Symptome bei Hypertonie sind Kopfschmerzen (häufig morgens), Schwindel, Übelkeit, Gesichtsrötung, Nasenbluten, Schlaflosigkeit, Abgeschlagenheit und Ohrensausen (Tinnitus).

Bluthochdruckkrise (hypertensive Krise)

Extrem hohe Blutdruckwerte (über 230/130) führen zu einer Bluthochdruckkrise. Dann wird es kritisch. Der Betroffene leidet unter Atemnot und Krampfanfällen, das Bewusstsein wird getrübt, schlimmstenfalls fällt er ins Koma. Zudem besteht die Gefahr von Organschäden (wie akutes Herzversagen, Herzinfarkt oder Lungenödem) oder eines Hirnschadens (z. B. Schlaganfall und Hochdruck-Enzephalopathie), selten reißt sogar die Hauptschlagader (Aortendissektion).

Komplikationen bei Hypertonie

Eine langjährige Hypertonie kann ernsthafte Folgen bzw. Komplikationen nach sich ziehen. So ist Bluthochdruck zum Beispiel ein anerkannter Risikofaktor für Arteriosklerose. Bluthochdruck in Verbindung mit starkem Übergewicht, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen erhöht zudem deutlich die Gefahr, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen. Zu diesen Erkrankungen zählen:

Koronare Herzkrankheit (KHK)
Herzinfarkt
Herzinsuffizienz
Schlaganfall
Nierenversagen
arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).
Mittlerweile stirbt jeder 2. Deutsche vorzeitig an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Ursachen von Hypertonie

Bei der überwiegenden Zahl der Hochdruckpatienten kann keine eindeutige Ursache für den erhöhten Blutdruck festgestellt werden. Mediziner nennen diesen Bluthochdruck „essentielle Hypertonie". Verursacht eine andere Erkrankung den hohen Blutdruck, wird von „sekundärer Hypertonie" gesprochen. Während der Schwangerschaft kommt es ebenfalls häufig zu erhöhtem Blutdruck (zum Beispiel bei der Schwangerschaftsvergiftung).

Risikofaktoren für essentielle Hypertonie

Die essentielle Hypertonie ist multifaktoriell bedingt. Neben einer genetischen Komponente spielt auch der Lebensstil eine große Rolle. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für eine essentielle Hypertonie: Die Diagnose „essentielle Hypertonie" darf erst gestellt werden, wenn andere Ursachen für den erhöhten Blutdruck ausgeschlossen wurden.

Ursachen einer sekundären Hypertonie

Erkrankungen, die häufig einen Bluthochdruck verursachen, sind:
  • Nierenerkrankungen (wie Glomerulonephritis, Zystennieren, diabetische Nephropathien oder Nierenarterienverengungen)
  • Gefäßerkrankungen (wie Arteriosklerose oder angeborene Missbildungen der Hauptschlagader)
  • Hormonstörungen (wie Cushing-Syndrom, Erkrankungen der Nebennierenrinde, Phäochromozytom oder Diabetes)
  • Schlafapnoesyndrom.
Auch Medikamente, zum Beispiel hormonelle Verhütungsmittel (Antibabypille) oder Kortison, können Bluthochdruck verursachen.


Wann zum Arzt?

Gehen sie zum Arzt, wenn Blutdruckmessungen (zum Beispiel bei Freunden, in Apotheken oder an öffentlichen Vorsorgetagen in Kliniken gemessen) erhöhte Werte ergaben. Kopfschmerzen, Übelkeit und Nasenbluten müssen ebenfalls ärztlich abgeklärt werden. Das gilt vor allem, wenn Sie einer Risikogruppe angehören.
Bei den geringsten Anzeichen einer Bluthochdruckkrise sollten Sie einen Rettungswagen rufen.
Informationen zu Behandlung und vorbeugenden Maßnahmen lesen Sie unter Behandlung von Hypertonie bei meine-gesundheit.de.

überarbeitet 04/13 Charly Kahle

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