Hepatitis C
Hepatitis C ist eine durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursachte Entzündung der Leber, die in erster Linie über das Blut übertragen wird. Da der Erreger den bis dahin bekannten Hepatitis-Erregern, dem Hepatitis-A- bzw. -B-Virus, nicht zugeordnet werden konnte, verwendete man bis zu seiner eindeutigen Identifizierung im Jahre 1989 für die durch diese Virus hervorgerufene Leberentzündung die Bezeichnung "Non-A-non-B-Hepatitis".
Nur selten kann das körpereigene Immunsystem Hepatitis-C-Viren erfolgreich bekämpfen. In etwa 80 Prozent der Fälle kommt es daher zu einer chronischen Hepatitis C, d. h. einer dauerhaften Leberentzündung.
Da die Erkrankung oftmals keine oder nur sehr unspezifische Symptome hervorruft, wird sie häufig erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium bemerkt. Die Leberschädigung führt in vielen Fällen erst nach vielen Jahren (zwischen 10 bis zu 40 Jahren) zur Ausbildung einer Leberzirrhose, die im weiteren Verlauf der Erkrankung zu einem Leberkarzinom bis hin zum akuten Leberversagen führen kann.
Häufige Ursachen der Hepatitis C
Der Hauptübertragungsweg des Hepatitis-C-Virus erfolgt über das Blut oder Blutprodukte. Bluter und Dialysepatienten sind einem erhöhten Hepatitis-C-Risiko ausgesetzt. Allerdings ist das Risiko einer Übertragung von HCV durch Blut oder Blutprodukte mittlerweile durch die routinemäßige Überprüfung von Blutprodukten auf Viren äußerst gering.
Da HCV außerhalb des Körpers eine begrenzte Zeit überleben, besteht eine Reihe von Möglichkeiten, wie infizierte Blutreste in den Körper eines anderen Menschen gelangen können. Hierzu zählt der Umgang mit Gegenstände wie Scheren, Rasiermessern oder Zahnbürsten, bei deren Benutzung kleine Verletzungen entstehen können. Menschen, die beruflich mit dem Blut anderer in Kontakt kommen (Krankenhauspersonal) sind ebenfalls einem erhöhtem Risiko einer Hepatitis-C-Infektion ausgesetzt. Zudem ist die Infektionsrate vor allem unter Drogenabhängigen relativ hoch.
Im Gegensatz zur Hepatitis-B-Infektion ist das Übertragungsrisiko für Hepatitis C beim Geschlechtsverkehr allerdings äußerst gering.
Die typischen Anzeichen einer Infektion mit Hepatitis-A- und -B-Viren wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder ein schmerzhaftes Druckgefühl im Oberbauch werden bei einer Hepatitis-C-Infektion selten beobachtet. Sogar die Leberwerte können trotz HCV-Infektion im Normbereich liegen. Nur bei wenigen Menschen kommt es in dieser Zeit zu eindeutigen Hepatitissymptomen wie Gelbfärbung der Haut, verbunden mit Fieber, Schwäche, Müdigkeit oder Durchfall. Aus diesem Grund bleibt diese Krankheit oft lange verborgen, bevor die Betroffenen die virale Infektion bemerken. Da der HCV ständig seine Struktur verändert, bleiben die Versuche des Immunsystems, das Virus zu erkennen und zu vernichten, oftmals erfolglos. So kommt es bei circa 80 Prozent der Betroffenen zu einer fortwährenden Vermehrung des Virus in der Leber bis schließlich eine chronische Hepatitis C entsteht, welche die Leberzellen im Lauf der Zeit immer stärker schädigt, bis es schließlich zu einem völligen Leberversagen kommen kann.
Wann Sie zum Arzt müssen bei Hepatitis-C-Verdacht
Wenn Sie eines der typischen Anzeichen einer Hepatitis-C-Infektion, wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall, Fieber, Druckschmerzen im rechten Oberbauch bemerken, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Durch Blutuntersuchungen kann der Arzt eine mögliche Infektion mit Hepatitis-Viren diagnostizieren. So sind die Leberenzymwerte, die so genannten Transaminasen (wie GPT und GOT) Indikatoren für den aktuellen Zustand der Leber und ihre Funktionsfähigkeit. Sie geben allerdings keine Auskunft über Art oder Ursache einer Lebererkrankung. Zudem kann auch bei normalen Leberwerten eine HCV-Infektion vorliegen.
Was der Arzt zur Bekämpfung der Hepatitis tun kann
Eine Therapie mit Interferon alpha kann das Immunsytem bei der Bekämpfung der Viren unterstützen. Bei den lnterferonen handelt es sich um Zucker-Eiweiß-Moleküle, die auch vom menschlichen Körper selbst in geringen Mengen produziert werden. Sie wirken antiviral und stimulieren das Abwehrsystem. Dadurch helfen sie dem Körper, die Virusinfektion zu bekämpfen. Interferon alpha ist die einzige Substanz, die nachweislich gegen das Hepatitis-C-Virus wirksam ist.
Das Medikament Ribavirin wurde zur Bekämpfung einer Reihe von Viren entwickelt. Als alleiniges Mittel bei chronischer Hepatitis C erreicht es nur eine vorübergehende Hemmung der Leberenzyme. Nach Absetzen steigen die Werte meist wieder an. Wie bislang kein anderes Medikament verstärkt Ribarvirin allerdings die Wirkung von Interferon und bewirkt so eine verstärkte Immunabwehr.
Vorbeugung der Hepatitis C
Da die Übertragung des Hepatitis-C-Virus in erster Linie durch verseuchtes Blut erfolgt, ist der umsichtige Umgang mit Blutkonserven, das Benutzen von Einmalspritzen und genaues Einhalten der Sterilisationsvorschriften bei der Reinigung von medizinischen Instrumenten die wichtigste Vorsorge.
Der eigentlich sehr langsam fortschreitende Schädigungsprozess durch das Hepatitis-C-Virus wird durch regelmäßigen Alkoholkonsum stark beschleunigt. Daher sollte zumindest unmittelbar nach der Diagnose einer Hepatitis-C-Infektion völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet werden.
Autoren:
Christiane von der Eltz, Apothekerin
Dr. Regina Schick, Ärztin
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