Hepatitis A
Unter dem Oberbegriff Hepatitis fasst man eine Reihe von viralen Entzündungsformen der Leber zusammen. Der medizinische Fachbegriff Hepatitis leitet sich von dem griechischen Wort für Leber = Hepar ab. Eine Hepatitis wird durch eine bestimmte Virenart, die so genannten Virushepatiden ausgelöst, von denen bisher sieben Formen bekannt sind, die mit den Buchstaben A bis G gekennzeichnet werden. Fünf dieser Viren (A bis E) können nachweislich eine Hepatitis verursachen. Die größte Bedeutung weltweit haben vor allem die Hepatitisviren A, B und C.
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursachte Entzündung der Leber, die meist durch einen akuten Verlauf gekennzeichnet ist, aber in der Regel keine bleibende Erkrankung darstellt.
Die Inkubationszeit diese Form der Leberentzündung, d.h., die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung, beträgt zwischen 15 und 50 Tagen. Eine Hepatitis-A-Infektion äußert sich vor allem durch das Auftreten von Magen-Darm-Beschwerden und Müdigkeit. Die Infizierten leiden zudem häufig an Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfällen, Dunkelfärbung des Urins und Fieber. Durch Vergrößerung der Leber entsteht zudem ein Druckschmerz im rechten Oberbauch.
Etwa die Hälfte der Betroffenen entwickelt eine Gelbsucht (lkterus), die sich in einer gelblichen Verfärbung der Haut und der Augen äußert. Der Ikterus ist jedoch bei dieser viralen Entzündung nur in seltenen Fällen stark ausgeprägt: Meist erkennt man ihn lediglich an der Gelbverfärbung der Augen. Nach etwa 3 bis 6 Wochen heilt die Hepatitis A aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität, so dass man nicht noch einmal an Hepatitis A erkrankt.
Häufige Ursachen der Hepatitis A
Das Hepatitis-A-Virus wird durch eine so genannte Schmierinfektion, d.h. über die Ausscheidung mit dem Stuhl übertragen. Der im menschlichen Stuhl vorhandene Virus gelangt so ins Abwasser. Gewässer oder Trinkwasser können auf diese Weise - bei fehlenden Desinfektions- und Reinigungsmaßnahmen - mit dem Virus verunreinigt werden und so schließlich auch auf Nahrungsmittel wie beispielsweise Obst oder Salat übertragen werden. Die Übertragung geschieht also vor allem bei mangelnden hygienischen Verhältnissen durch verseuchtes Wasser und durch Lebensmittel, die in Kontakt mit diesem Wasser kommen, wodurch es sehr leicht zur Ausbreitung von Epidemien kommen kann. Auch Meerestiere wie Muscheln und bestimmte Schalentiere stellen eine besondere Gefahrenquelle für eine mögliche Infektion mit dem Hepatitis-AVirus dar. Ebenso kann enger körperlicher Kontakt sowie ein Aufenthalt in Schwimmbädern eine Übertragung des HAV zur Folge haben. Obwohl prinzipiell jeder Mensch an Hepatitis A erkranken kann, sind vor allem Kinder und Jugendliche von dieser Form der Leberentzündung betroffen. Zudem beobachtet man eine Häufung der Hepatitis-A-Erkrankungen im Spätherbst.
Wann Sie zum Arzt müssen bei möglicher Hepatitis-A-Ansteckung
Wenn Sie eines der typischen Anzeichen einer Hepatitis-A-Infektion wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfälle, Dunkelfärbung des Urins, Fieber, Druckschmerzen im rechten Oberbauch und vor allem eine Gelbverfärbung der Augen beobachten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser kann durch Blutuntersuchungen oftmals eine eindeutige Diagnose stellen.
Was Ihr Arzt tun kann
Spezielle Medikamente zur Behandlung einer Hepatitis A gibt es nicht. Daher kann man nach erfolgter Infektion lediglich die Symptome der Erkrankung behandeln. Wichtig ist auch , dass die Betroffenen bis zur Normalisierung absolute Bettruhe einhalten und ihre Leber durch eine entsprechende Diät schonen.
Hepatitis A : Vorbeugung
Durch entsprechende hygienische Maßnahmen lässt sich die Hepatitis A meist verhüten. Gefährdet ist man vor allem auf Reisen in Gebiete mit mangelnder Hygiene. Aus diesem Grund sollte man in solchen Ländern unter anderem auf das Trinken von Leitungswasser und auf alle Nahrungsmittel, die nicht ausreichend gekocht oder geschält werden können, besser verzichten.
Eine aktive Schutzimpfung gegen Hepatitis A ist möglich. Bereits nach drei Impfungen bildet das Abwehrsystem des Körpers einen etwa 10 Jahre anhaltenden Schutz durch die Bildung von Antikörper, die wirksam vor einer Infektion mit Hepatitis-AViren schützen. Seit kurzem ist auch ein Impfstoff auf dem Markt, der gleichzeitig gegen Hepatitis A und Hepatitis B schützt.
Daneben besteht auch die Möglichkeit einer passiven Impfung durch die Gabe von so genannten Gamma-Globulinen, d.h. Antikörpern gegen Hepatitis-A-Viren, die man aus Spenderblut gewonnen hat. Der Schutz hält hierbei allerdings nur 4 bis 6 Wochen an. Danach werden diese fremden Antikörper vom körpereigenen Immunsystem vernichtet. Die passive Schutzimpfung ist also vor allem dann geeignet, wenn man kurzfristig und nicht für lange Zeit, einen Schutz braucht, zum Beispiel vor einer Reise in Gebiete mit einem erhöhten Hepatitis-A-Infektionsrisiko.
Autoren:
Christiane von der Eltz, Apothekerin
Dr. Regina Schick, Ärztin
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