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Grippewelle schwillt an – Grippeschutz möglicherweise nicht voll wirksam

Grippewelle schwillt an, Fotolia

© dirima - Fotolia.com

Die Grippewelle hat im Februar deutlich an Schwung gewonnen. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) meldet für die 6. Kalenderwoche „stark erhöhte Influenza-Aktivität“. Bislang gebe es fast 11.000 bestätigte Grippeinfektionen (Stand 10.02.2015).

Mehr als 4.500 Grippefälle in einer Woche

In der 6. Kalenderwoche registrierte die AGI mehr als 4.500 neue Grippefälle. Schwerpunkte sind gegenwärtig vor allem Sachsen, Hamburg und Bayern.

Es sei aber unklar, ob eine besonders schwere Grippewelle bevorstehe, so Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut. Der Verlauf einer Grippewelle lasse sich nicht seriös kommentieren, kommentiert Glasmacher Sensationsmeldungen über eine vermeintlich bevorstehende heftige Grippewelle in Focus-Online.

Grippeschutz möglicherweise eingeschränkt

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza und das Robert-Koch-Institut lassen alle gemeldeten Grippefälle auf den Erregertyp untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass sich auffällig viele Menschen mit einem besonderen Untertyp der Influenza-A-Viren angesteckt haben. Es handelt sich um das Grippevirus vom Subtyp H3N2. Die AGI geht davon aus, dass es deshalb zu einer nicht vollständigen Wirkung der Grippeschutzimpfung kommen könne.

Grippevirus H3N2 hat sich verändert

Um vollständigen Impfschutz zu gewährleisten, müssen Impfstoffe optimal auf die Viren  abgestimmt sein. Damit ausreichend Serum produziert werden kann, legen Experten etwa 1 Jahr vor der Grippe-Saison die Zusammensetzung des Impfstoffes fest. Und im diesjährigen Grippe-Impfstoff ist der Virus-Subtyp H3N2 auch enthalten. Allerdings hat sich das Virus in der Zwischenzeit so verändert, dass die Schutzimpfung nicht die volle Wirkung entfaltet. Die AGI bestätigt, dass es entsprechende Zahlen aus dem Ausland diese Annahme belegen. Dennoch bleibe die Grippeimpfung der beste Schutz vor einer Influenza-Infektion.

Weitere Informationen über Grippe

Grippeschutz für Risikogruppen empfohlen

Die Grippe-Schutzimpfung ist in Deutschland weiterhin nicht sehr verbreitet. Nur etwa jeder 3. Erwachsene ist gegen Grippe geimpft. Besonders drastisch: Nur jede 4. Schwangere lässt sich gegen Influenza impfen. Schwangere zählen zu den Risikogruppen. Während der Schwangerschaft ist die Immunabwehr vermindert. Deshalb erkranken Schwangere häufiger und schwerer als andere Menschen. Außerdem kann eine Grippe das ungeborene Kind schädigen.

Weitere Grippe-Risikogruppen

  • chronisch kranke Menschen
  • alte Menschen
  • Menschen in Gesundheitsberufen
  • Menschen mit viel  Publikumskontakt

Quelle: Influenza-Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza [PDF-Download]

Autor: Charly Kahle