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Wenn Schichtarbeit guten Schlaf erschwert

Schichtarbeit

Schichtarbeit ist eine Herausforderung für den gesamten Organismus – und kann den Schlaf erheblich stören. Mit den Schlaftipps für Schichtarbeiter lässt sich ein Teil der Belastung gut abfedern.
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Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und Schlafrituale erleichtern das Einschlafen und Durchschlafen ganz wesentlich. Kein Wunder also, dass Schichtarbeit guten Schlaf erschwert. Schichtarbeiter müssen schlafen, wenn der Dienstplan es gestattet.

Schichtarbeit macht krank

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Schichtarbeit krank macht. Schichtarbeiter sind deutlich häufiger und schwerer krank als Arbeitnehmer mit normalen Arbeitszeiten. Als besonders belastend gilt Arbeitsmedizinern die Nachtschicht. Kein Wunder: Vor allem Nachtschichten bringen die innere Uhr häufig ganz aus dem Gleichgewicht. Das Ergebnis: meistens eine verkürzte Schlafdauer und eine verminderte Schlafqualität. Wechseln Schichten in unregelmäßigen Abständen rund um die Uhr, sind Schlafstörungen – oder wenigstens Schlafprobleme – ziemlich wahrscheinlich.

 

Schichten schlaffreundlich wechseln

Zugegebenermaßen gibt es für Schichtarbeit nicht die ideale Schlaflösung. Sie können die Belastung des Schlafes durch die Schichtarbeit aber verringern.

  • Eine Schichtabfolge von früh nach spät ist nach den Erkenntnissen von Schlafforschern und Arbeitsmedizinern deutlich besser zu verkraften als eine Abfolge von spät nach früh oder frei wechselnde Schichten. Sie tun daher gut daran, sich gemeinsam mit Kollegen und dem Betriebsrat für eine Schichtfolge wie Frühschicht – Tagschicht – Nachtschicht einzusetzen.
  • In vielen Betrieben wechseln die Schichten alle 7 Tage, weil das für das Unternehmen am leichtesten zu organisieren ist. Auch glauben viele Schichtarbeiter, dass ein langer Schichtenwechsel besser zu verkraften sei. Studien belegen das Gegenteil: Arbeitsmediziner empfehlen, die Schicht alle 3 bis 5 Tage zu wechseln.

Schlaftipps für Schichtarbeiter

Gerade Schichtarbeiter sind darauf angewiesen, dass das Schlafzimmer schlaffreundlich ist. Dunkelheit und Stille sind ein unbedingtes Muss. Arbeitsmediziner empfehlen, nach einer Nachtschicht auch in Schichten zu schlafen: etwa 4 Stunden direkt nach der Arbeit und dann noch einmal 2 bis 3 Stunden am Nachmittag.

Damit Sie nach der Schicht gut schlafen können, müssen Sie schon während der Arbeit die Weichen stellen:

  • Auch wenn es in den Morgenstunden gegen Schichtende schwer fällt: Spätestens 4 Stunden vor dem Schlafengehen sind koffeinhaltige Getränke tabu.
  • Ebenfalls 4 Stunden vor dem Schlafengehen sollten Schichtarbeiter keine schweren Mahlzeiten zu sich nehmen, denn ein voller Magen stört den Schlaf. Besser ist ein Snack kurz vor dem Schlafengehen, denn auch ein leerer Magen mindert die Schlafqualität.
  • Manche Schichtarbeiter trinken zum Einschlafen Alkohol. Tatsächlich fördert Alkohol das Einschlafen, stört aber das Durchschlafen und belastet den Organismus, anstatt die Erholungsprozesse zu fördern.

aktualisiert November 2015, Redaktion: Charly Kahle