Leberbeschwerden - Fettleber - Gelbsucht

 

Die Leber ist die größte Drüse im menschlichen Körper und hat zahlreiche Stoffwechselaufgaben. Sie produziert außerdem die Gallenflüssigkeit (Gallensteine) und ist das wichtigste Entgiftungsorgan des Körpers.

Werden der Leber mehr Schadstoffe (z.B. Alkohol) zugeführt, als sie verarbeiten kann, kommt es zunächst zur Fettleber. Um die Schadstoffe abzubauen, benötigt die Leber fast die gesamte Menge des zugeführten Sauerstoffs. Die Fettverbrennung ist dadurch nicht mehr möglich und das Fett wird in der Leber gespeichert. Die Leber vergrößert sich und manchmal entsteht ein Druckgefühl im rechten Oberbauch am Rippenbogen. Häufig spürt man aber gar nichts. Die Leberfunktion ist noch nicht beeinträchtigt, und durch strikte Gewichtsreduktion, Alkoholentzug oder kohlenhydratarme Kost kann sich die Fettleber zurückbilden. Eine Fettleber kommt häufig bei Übergewichtigen, Alkoholikern oder Diabetikern vor, manchmal auch in der Schwangerschaft.

Bei einer Leberentzündung (Hepatitis) kommt es zunächst zu grippeähnlichen Beschwerden. Hinzu kommen Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Später tritt meist eine Gelbsucht (gelbliche Verfärbung des Augapfels und der Haut) auf. Durch die Entzündung der Leber wird auch die Gallebildung beeinträchtigt. Dadurch kommt es zu einer Entfärbung des Kots und zu einer dunkleren Färbung des Urins.

Als Folge eines jahrelangen Alkohol- oder Tablettenmissbrauchs oder einer Hepatitis kann es zu einer Leberzirrhose kommen. Dabei wird untergegangenes Drüsengewebe durch Bindegewebe (Narbengewebe) ersetzt. Die Leberfunktion ist irreparabel geschädigt. Bedingt durch die vielfältigen und unterschiedlichen Aufgaben der Leber bei der Stoffwechselregulation treten zahlreiche verschiedene Beschwerden auf. Die Patienten leiden unter Müdigkeit und Magen-Darmbeschwerden wie Übelkeit, Blähungen, Verstopfung und Fettunverträglichkeit. Auch Hormonstörungen können auftreten. Da der Blutfluss durch die Leber behindert ist, kommt es zur Bauchwassersucht, zu Hämorrhoiden und Krampfadern in der Bauchhaut und in der Speiseröhre. Letztere können Auslöser von lebensbedrohlichen Blutungen sein. Unter dem rechten Rippenbogen entsteht ein Druckgefühl , an der Haut kommt es zur Ausbildung von "Leberhautzeichen". Dabei handelt es sich um eine Rötung der Handinnenflächen und kleine Gefäßknötchen von denen sternförmig feine Gefäße abstrahlen (Spinnennävus). Auch der Zentralnervensystem wird durch den Leberschaden beeinträchtigt. Angefangen mit Unruhe und Gedächtnisstörungen kann sich ein lebensbedrohliche Leberkoma entwickeln. Eine einmal vorhandene Leberzirrhose ist nicht heilbar. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs.

 

Häufige Ursachen verschiedener Leberbeschwerden

  • Alkoholmissbrauch.
  • Regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Schmerz- und Rheumamittel).
  • Vergiftungen (z.B. mit Alkohol, Chemikalien, Tabletten, Giftpilzen).
  • Infektion mit Hepatitis-Viren. Die wichtigsten Erreger der Virushepatitis sind das Hepatitis A-Virus, das Hepatitis B-Virus und das Hepatitis C-Virus.
    Hepatitis A
    wird durch fäkalien-verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser übertragen. Die Gefahr ist in warmen Ländern besonders groß (Reisehepatitis). Die Erkrankung verläuft manchmal sogar unbemerkt und wird niemals chronisch.
    Hepatitis B und Hepatitis C
    werden durch direkte Blut-zu-Blut-Kontakte (verunreinigte Spritzen bei Drogenabhängigen, Blutkonserven, Nadelstichverletzungen durch schon benutztes Infusionsbesteck etc.) oder durch Geschlechtsverkehr übertragen. Krankenhauspersonal ist besonders ansteckungsgefährdet. Sowohl Hepatitis B als auch C können in unterschiedlichem Prozentsatz chronisch werden und enden dann oft in einer Leberzirrhose.
  • Andere Viren, Bakterien oder Parasiten.


Was Sie tun können bei Leberbeschwerden

  • Jede weitere Belastung der Leber durch Medikamente oder Alkohol vermeiden.
  • Leicht verdauliche Kost zu sich nehmen; lieber mehrere kleine Mahlzeiten als eine große.
  • Bei Reisen in entsprechende Länder besondere Hygienemaßnahmen beim Essen, Trinken und auf Toiletten beachten. Seit kurzem ist es auch möglich, sich gegen Hepatitis A impfen zu lassen.
  • Gefährdete Personen sollten sich gegen Hepatitis B impfen lassen.
  • Je nach Stadium der Leberfunktionsstörung können zusätzliche Vitamingaben nützlich sein.

 

Bei welchen Leberproblemen sollten Sie zum Arzt

  • Bei ersten Anzeichen einer Lebererkrankung, insbesondere, wenn Sie Alkohol trinken.
  • Sofort bei Gelbfärbung von Augen und Haut (Gelbsucht).
  • Wenn sich Stuhl oder Urin wie oben beschrieben verfärben.

 

Was Ihr Arzt gegen Leberbeschwerden tun kann

  • Der Arzt kann das Ausmaß und die Ursache der Leberschädigung feststellen.
  • Durch eine Blutuntersuchung lassen sich die Hepatitis-Viren nachweisen.
  • Durch eine Untersuchung der Leberenzyme im Blut lässt sich der Zustand der Leber feststellen.
  • Bei schweren Leberfunktionsstörungen oder bei Leberzirrhose sind je nach Ursache und Ausmaß der Stoffwechselstörungen Medikamente und Vitamingaben nötig.
  • Gegen Reisehepatitis kann vor einer Reise in gefährdete Gebiete eine Impfung durchgeführt werden. Der Schutz hält mehrere Wochen an.
  • Gefährdete Gruppen (z.B. Krankenhauspersonal) können sich gegen Hepatitis B impfen lassen.
  • Bei völligem Leberversagen besteht die Möglichkeit einer Transplantation.

 

Vorbeugungder Leberstoffwechselprobleme 

  • Übergewicht vermeiden.
  • Gesunde, fettarme und vitaminreiche Kost.
  • Alkohol nur in kleinen Mengen trinken.
  • Wenn nötig, impfen lassen.

 

 

Autoren:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin