Geisha-Kugeln trainieren den Beckenboden bei Belastungsinkontinenz
Den sexuellen Problemen bei Frauen mit Belastungsinkontinenz wird oft nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei lassen sich durchaus auch lustbezogene Maßnahmen in die Therapie einbauen.Was den Betroffenen zu schaffen macht, ist nicht allein die Angst, sie könnten beim Geschlechtsverkehr unwillkürlich Urin verlieren. Sie fürchten außerdem, schlecht zu riechen, und Gerüche spielen nun einmal eine große Rolle bei der Sexualität. Von sich aus sprechen die meisten Frauen die sexuelle Komponente der Inkontinenz nicht an.
Kommt es bei diesen Problemen zu einem offenen Gespräch zwischen Arzt/ärztin und Patientin ist der erste Schritt zu einer Verbesserung bereits vollzogen, denn die Belastungsinkontinenz lässt sich in 90 bis 95 Prozent der Fälle erfolgreich behandeln.
An erster Stelle der Therapie steht Beckenbodentraining, kombiniert mit Allgemeinmaßnahmen wie Gewichtsreduktion und Rauchstopp sowie gegebenenfalls einer lokalen östrogenbehandlung. Zum Beckenbodentraining können bei Frauen mit Sexualproblemen auch statt der üblichen Kegeln (Hilfsmittel für gezieltes Beckenbodentraining) auch so genannte Geisha-Kugeln eingesetzt werden.
Dabei handelt es sich um paarweise zusammengebundene Hohlkugeln, in denen sich wiederum etwas kleinere, schwerere Kugeln befinden, die bei Bewegung herumrollen. Die Geisha-Kugeln werden in der Vagina platziert und stimulieren diese. Zugleich wird die Beckenbodenmuskulatur trainiert.
Eine aktuelle Studie mit rund 200 Teilnehmerinnen hat ergeben, dass die Effektivität des Beckenbodentrainings bei Belastungsinkontinenz durch gleichzeitige medikamentöse Therapie deutlich gesteigert werden kann. Die Frequenz der Einnässens sank unter kombinierter Therapie um 76 Prozent, unter medikamentöser Therapie alleine um 61 Prozent und unter Beckenbodentraining plus Plazebo um 47 Prozent. Es kann offenbar davon ausgegangen werden, dass sich die beiden Therapieansätze ergänzen.
Wenn Sie noch Fragen speziell zur Beckenbodengymnastik haben, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer ärztin. Weitere Informationen zum Thema "Blasenschwäche und Inkontinenz" finden Sie auch in unserem Gesundheitsratgeber .
Angelika Ramm-Fischer (ärztin)
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