FSME

 

FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Es ist eine Erkrankung, die sich auf die Hirnhäute (Meningen) und auf das Gehirn (Enzephalon) auswirken kann und die durch 2 verschiedenen Arten von FSME-Viren verursacht wird. Die Menschen werden durch den Biss einer mit diesem Virus infizierten Zecke angesteckt. Etwa 30% von ihnen erkranken an die FSME. Die Viren kommen in bestimmten Gebieten gehäuft vor. Zu solche sogenannten Endemiegebieten zählen Süddeutschland, Bayern, Österreich, Tschechei und Lettland. Die meisten Infektionen treten in den Monaten Juni, Juli und August auf. Die Zeckenaktivität ist am höchsten am späten Nachmittag, am Abend und in der Nacht.

 

Symptome
 

3-7 (-28) Tage nach dem Zeckenbiss treten grippenähnliche Symptome auf. Es bestehen Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber. Manchmal aber nur Magen-Darm-Beschwerden. Nach kurzer Zeit verschwinden die Symptome und damit ist die Erkrankung für einen Teil der Infizierten überstanden.

Bei den übrigen kommt es nach einem kurzen symptomfreien Intervall zur Weiterentwicklung der Erkrankung. Das FSME-Virus befällt das Nervensystem, in den meisten Fällen die Hirnhäute und das Gehirn. Das Fieber steigt schnell auf 40°C, die Kranken haben starke Kopf- und Gliederschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Ist das Gehirn mitbetroffen, können Bewegungsabläufe nicht mehr gezielt durchgeführt werden (Patienten können nicht aufstehen, müssen gefüttert werden), es können epileptische Anfälle, Lähmungen, Sprachstörungen und Bewusstseinstrübung auftreten.

Die meisten Symptome bilden sich zurück, auch wenn es lange Zeit in Anspruch nimmt. Bei ca. 10% der Patienten bleiben dauerhafte Schäden zurück. Therapie

Es gibt keine gezielte Therapie gegen die FSME-Infektion!

Die Behandlung beschränkt sich auf die Milderung der auftretenden Symptome, wie Fiebersenkung oder Behandlung der Krampfanfälle.


Prophylaxe (Verhütung)

 

Impfung  aktive Immunisierung 
 

Gegen beide Virus-Arten gibt es eine Impfung. Die abgetöteten Viren werden mittel 3 Impfungen verabreicht. Nach der 2. Impfung haben bereits 95% der Impflinge durch Bildung von eigenen spezifischen Antikörpern einen guten Schutz aufgebaut. Eine Impfauffrischung soll nach 3 Jahren durchgeführt werden. Diese aktive Impfung ist auch für Kinder geeignet und es sollte unbedingt vor einem Aufenthalt im Endemiegebiet durchgeführt werden.

 

Passive Immunisierung 
 

Ist man von einer Zecke gebissen worden und hat man keinen Impfschutz, kann unter bestimmten Umständen, eine passive Immunisierung durchgeführt werden. Da das eigene Abwehrsystem keine Zeit hat eigene spezifische Antikörper zu bilden, werden diese in Form einer Impfung zugeführt. Diese Antikörper können aber nur bis 96 Stunden nach dem Zeckenbiss verabreicht werden, danach verlieren sie ihre Wirkung. Der Impfschutz liegt nur bei 50-60% und wegen der möglichen Nebenwirkungen darf er erst nach Vollendung des 14. Lebensjahres angewandt werden.

 

Autoren:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin