Zellalterung - Freie Radikale
Erst in den letzten beiden Jahrzehnten beschäftigen sich Wissenschaftler intensiv mit der pathophysiologischen Wirkung der freien Radikale im menschlichen Organismus. Durch viele Publikationen wurde bestätigt, dass ein eindeutiger Zusammenhang besteht zwischen der übermäßigen Produktion von freien Radikalen und dem Alterungsprozess bzw. dem Auftreten von degenerativen Erkrankungen, wie Herzerkrankungen und Schlaganfall, Krebs und Arteriosklerose.
Vor allem die Mitochondrien (Kraftwerke in der Zelle) und die Phagozyten (Fresszellen) sind potentielle Quellen von Sauerstoffradikalen, die in weiterer Folge DNA, Proteine, Kohlenhydrate und Lipide schädigen können, wenn der Körper nicht über ein ausreichendes Abwehrsystem verfügt. Ein Überfluss an Sauerstoffradikalen verbunden mit einem Mangel an Antioxidantien nennt man oxidativen Stress. Dieser oxidative Stress spielt eine entscheidende Rolle in der Entstehung der o.g. Krankheiten.
Häufige Ursachen für Zellalterung durch freie Radikale
Ein Übermaß an freien Radikalen kann durch innere oder äußere Radikalquellen ausgelöst werden:
Endogene Radikalquellen:
- Stress.
- Immunabwehr.
- Entzündungen.
- Verletzungen.
- hohe körperliche Belastungen.
Exogene Radikalquellen:
- Rauchen.
- Alkohol.
- Bestimmte Medikamente.
- Smog, Autoabgase, Luftverschmutzung.
- UV-Strahlen, Strahlenbelastung, Röntgenstrahlen.
- Pestizide, Dioxine, Methan, Ozon, Lösungsmittel, Schwermetalle.
Was Sie gegen zu viele freie Radikale tun können
Radikalquellen vermeiden
- Hohe Umwelt- und Stressbelastung meiden.
- Kaffee, Tabak-, Alkoholkonsum verringern.
Antioxidantien verstärken
- gesunde Ernährung mit frischen, wertvollen Nahrungsbestandteilen anstreben, insbesondere auf wichtige Mineralien und Vitamine achten.
- Antioxidantien ergänzen, z.B. mit Kapseln mit den Vitaminen A, C, E, sowie Coenzym E, Anthozyanen und Zinkoxid.
- Bewegung an frischer Luft bzw. maßvolles Sporttreiben ausbauen.
Was können Antioxidantien gegen freie Radikale leisten?
Viele Untersuchungen und Studien haben gezeigt, dass Mikronährstoffe / Antioxidantien vielfältig in den Stoffwechsel eingreifen. So können die folgenden Wirkungen dieser Antioxidantien als gesichert gelten:
- verzögern den Alterungsprozess.
- senken den Cholesterinspiegel.
- reduzieren das Arterioskleroserisiko.
- erhöhen den Schutz vor Herzerkrankungen und Schlaganfall.
- sie vermindern das Risiko für alle Arten von Krebs.
- verlangsamen das Fortschreiten der Alzheimerkrankheit.
- wirken hemmend auf das Tumorwachstum.
- helfen dem Körper krebserregende, krankmachende Stoffe zu entgiften.
- schützen das Auge vor Netzhautschäden, die zum Fortschreiten des Sehverlustes führen.
- unterstützen den Körper, Schäden durch Zigarettenrauch abzuwehren.
- bieten zusätzlichen Schutz gegen chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen, wie Asthma, Bronchitis und Emphyseme.
- bieten Schutz gegen Umweltschadstoffe.
Wann Sie zum Arzt müssen
Die oben genannten Krankheiten können durch eine gesunde Lebensführung und die Einnahme von Präparaten mit Radikalfängern im Risiko ihres Auftretens gemindert werden oder einer Verschlechterung der Erkrankung kann vorgebeugt werden. Selbstverständlich ist aber bei bestehenden oder neu aufgetretenen degenerativen Erkrankungen, Herzerkrankungen, Arteriosklerose oder gar Krebserkrankungen ein Arzt aufzusuchen.
Wie Ihr Arzt die Zellalterung beeinflussen kann
Fragen Sie Ihren Arzt nach Ihrem persönlichen Risiko für degenerative Erkrankungen und welche Ernährungsformen, Bewegungs- und Sportarten bei Ihnen besonders geeignet sind und was Sie noch tun können , um Ihre Risikofaktoren zu minimieren.
Autoren:
Christiane von der Eltz, Apothekerin
Dr. Regina Schick, Ärztin
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