Herpes - Lippenbläschen - Fieberbläschen
Herpesbläschen sind schmerzhafte Bläschen an Lippen, Zunge oder Mundschleimhaut (Herpes labialis). Sie werden durch das Herpes-simplex-Virus Typ I hervorgerufen. Nach der ersten Ansteckung mit diesem Virus, die oft unbemerkt verläuft, bleibt der Krankheitserreger im Körper. Da die Ansteckung schon durch einmaligen Kontakt mit einer erkrankten Person stattfinden kann, tragen fast alle Menschen das Virus in sich. Durch verschiedene Reize (z. B. starke Sonneneinstrahlung, andere Infektionen, hormonelle Einflüsse oder Stress), die eine geringe Schwächung der Immunabwehr verursachen, kann das Virus aktiv werden, und es kommt zum Ausbruch der Krankheit. Zunächst brennt, spannt und juckt die Haut. Nach einigen Stunden bilden sich Bläschen, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind. Diese öffnen sich, es kommt zu gelblichen Verkrustungen, die langsam abheilen. Dazu können Fieber, Lymphknotenschwellungen und allgemeines Krankheitsgefühl kommen. Die Beschwerden dauern meist nicht länger als 10 Tage. Wer einmal Herpesbläschen hatte, bekommt sie unter den entsprechenden Umständen häufig wieder. Bei Patienten mit Lippenherpes, bei denen die Immunabwehr durch eine schwere Erkrankung, z.B. Lungenentzündung, stark geschwächt ist, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Ausbreitung der Herpesinfektion auf größere Hautareale oder Fortleitung der Infektion z.B. auf die Hirnhäute.
Das Herpes-simplex-Virus Typ II verursacht ähnliche Symptome im Genitalbereich (Herpes genitalis).
Herpes - Herkunft des Erkrankungsausbruches
Folgende Reize können die Krankheit zum Ausbruch bringen:
- Sonneneinwirkung, besonders im Hochgebirge.
- Zahnärztliche Behandlung.
- Fieber, Erkältungskrankheiten, Grippe.
- Stress.
- Menstruation.
- Nahrungsmittelallergien.
- Gestörte Immunabwehr,
- z.B. bei schweren Erkrankungen oder nach Operationen.
Wie können Sie akut handeln gegen die Bläschen
- Desinfektion der betroffenen Stellen, z.B. mit verdünntem Alkohol.
- Auftragen von Salben oder Gelen, die das Wachstum der Viren hemmen, z.B. mit dem Wirkstoff Aciclovir oder mit Melissenextrakt. (Sofort bei den ersten Anzeichen damit beginnen!)
- Darauf achten, dass die Infektion nicht durch die Finger, durch Verschmieren der Salbe oder durch Lippenlecken auf noch gesunde Hautpartien oder auf die Augen übertragen wird.
- Ansteckungsgefahr meiden (Küssen, Benutzen desselben Essgeschirrs), besonders wenn Sie noch nie Herpesbläschen hatten.
Wann sollte der Arzt den Herpesausschlag untersuchen
- Bei starker Ausbreitung der Bläschen.
- Bei schwerem Krankheitsgefühl.
- Wenn Sie zusätzlich eine andere Erkrankung haben, die das Immunsystem beeinträchtigt.
- Wenn sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht bessern.
Wie behandelt der Arzt den Herpesvirus
Verordnen von Salben und Gelen oder in schweren Fällen von Tabletten, die das Viruswachstum hemmen.
Herpes und dessen Vorbeugung
- Steigerung der Abwehrkräfte (Abwehrsteigerung)
- Lippencremes oder -stifte mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen.
Autoren:
Christiane von der Eltz, Apothekerin
Dr. Regina Schick, Ärztin
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