Erfrierungen - Frostbeulen

 

Kälte schädigt die Haut in verschiedener Weise, einmal durch die kältebedingte Gewebeschädigung, daneben aber auch durch das Auslösen einer Engstellung der Gefäße und damit einer Minderdurchblutung des Gewebes. Von Kälteschäden häufig betroffen sind Nase, Ohren, Finger und Zehen. Nässe und Wind begünstigen Erfrierungen. Analog zu den Verbrennungen unterscheidet man verschiedene Grade von Erfrierungen. In leichten Fällen (1. Grad) führt Kälte zur Hautrötung und Gefühllosigkeit. Nach Wiedererwärmung, kann die Haut schmerzen und jucken. Bei Erfrierungen 2. Grades kommt es zu schweren Blasenbildungen. Erfrierungen 3. Grades führen zum Absterben der Hautschichten, entweder in trockener Form (Mumifikation), wobei die zunächst harten, weißen Hautregionen sich nach dem Auftauen schwarz verfärben oder als Blutblasen, die zu Geschwüren werden. Bei der Abheilung kommt es zur Narbenbildung.

Frostbeulen treten nicht durch starke Kälte sondern unter langandauernder geringgradiger Kälteeinwirkung auf. Die betroffenen Stellen sind beulenförmig geschwollen, rötlich-bläulich verfärbt und schmerzen. Auch hier kann es zu Blasenbildung und Gewebeuntergang kommen. An den von Kälteschäden betroffenen Hautstellen können noch jahrelang immer wieder Beschwerden, wie Schmerzen oder Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen auftreten.

 

Häufige Erfrierungsursachen

  • Unzureichende Kleidung.
  • Begünstigend wirken alle Zustände, die mit Durchblutungsstörungen einhergehen können: z.B. Arterienverkalkung, Alkohol- oder Drogenmißbrauch, Rauchen, Erschöpfung oder Hunger.
  • Ältere Menschen und Kinder sind besonders gefährdet.
  • Junge Mädchen und Frauen sind oft besonders kälteempfindlich.
  • Zu enge Schuhe behindern ebenfalls die Durchblutung.


Was Sie bei Erfrierungen tun können

  • Erwärmen der betroffenen Stellen unter warmem (nicht heißem) Wasser oder durch Aufwärmen mit warmen, trockenen Händen. Nie mit Schnee abreiben!
  • Wiederholtes Auftauen und Einfrieren vermeiden. Betroffene Stellen lieber zunächst im gefrorenen Zustand belassen.
  • Heiße Getränke trinken. (Keinen Alkohol, da er die Gefäße der Haut erweitert und dadurch zusätzlich Wärme verloren geht!)
  • Es können sehr starke Schmerzen auftreten, auch beim Wiedererwärmen. Eventuell ein leichtes Schmerzmittel einnehmen.
  • Durchblutungsfördernde Salben, z.B. mit Heparin oder Ichthyol können helfen.


Wann Sie zum Arzt müssen
 

Bei schweren Erfrierungen.

 

Wie Ihr Arzt Erfrierungen behandeln kann

  • Gabe von gefäßerweiternden Medikamenten.
  • Vermeidung einer Infektion der betroffenen Stellen.
  • Bei schweren Erfrierungen sind chirurgische Maßnahmen nötig.

 

Vorbeugung

  • Angemessene warme, aber locker aufsitzende Kleidung.
  • Besonders wichtig ist die Kopfbedeckung, da der Körper über den Kopf einen großen Teil seiner Wärme abstrahlt.
  • Nicht zu enge Schuhe tragen, Handschuhe benutzen.
  • Nasse Kleidung möglichst sofort wechseln, da sie sonst anfrieren kann. Aus dem gleichen Grund kein Metall an oder auf der Haut tragen (Ohrringe, Reißverschlüsse).
  • Bei Kälte nicht rauchen und keinen Alkohol trinken.
  • Bewegung hält den Kreislauf in Schwung.

 

Autoren:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin