Meine-Gesundheit.de Logo

Epilepsie

Was ist Epilepsie?

Das Wort Epilepsie stammt aus dem aus dem Griechischen und bedeutet „plötzlich heftig ergriffen und überwältigt" zu werden. Bei der Epilepsie handelt es sich um die häufigste chronische Krankheit des zentralen Nervensystems. Das Risiko, an Epilepsie zu erkranken, ist in den ersten Lebensjahren und ab dem 60. Lebensjahr besonders hoch. Bis zum Alter von 20 Jahren tritt bei etwa 5 Prozent der Bevölkerung mindestens ein epileptischer Anfall auf, eine Epilepsie liegt jedoch nur bei etwa einem Viertel dieser Kinder und Jugendlichen vor.

Symptome von Epilepsie und epileptischen Anfällen

Von einer Epilepsie spricht man erst, wenn epileptische Anfälle wiederholt auftreten. Beim epileptischen Anfall handelt es sich um einen einzelnen vom Gehirn ausgehenden Krampfanfall, der sich plötzlich ereignet und meist nach Sekunden oder Minuten wieder aufhört. Die epileptischen Anfälle selbst werden in mehrere Formen unterschieden und unterscheiden sich gravierend voneinander. Von Dèja vu–Erlebnissen und seltsamen Geruchswahrnehmungen (zum Beispiel Duft eines Orangenhains oder Gestank eines WC-Steins) über Nesteln mit den Händen bis hin zu wirklichen Krämpfen – alle diese Anzeichen können von einem epileptischen Anfall ausgehen. Und die Anfallsformen wechseln zum Teil im Laufe der Erkrankung.

Kleiner Anfall (Petit mal)

Petit mal Anfälle sind Anfälle mit kurzer Bewusstseinspause, die in der Regel nicht zum Sturz oder Hinfallen führen. Besonders im Kindesalter äußern sich diese „kleinen“ Anfälle oft nur dadurch, dass die Kinder ihre momentane Tätigkeit kurz unterbrechen und abwesend vor sich hinstarren. Hinterher ist ihnen das oft gar nicht bewusst. Anfälle dieser Art werden deshalb häufig als Tagträumerei bezeichnet. In der Pubertät sind heftige, plötzliche Armbewegungen typisch für diese Anfallsart. Erwachsene mit Petit mal Anfällen führen häufig automatisierte – wie maschinengesteuerte – Bewegungen aus, die sie in einer Art Dämmerzustand verrichten.

BNS-Krämpfe (West Syndrom)

Bei Säuglingen ab drei Monaten kommt es zu plötzlichem Zusammenzucken des Körpers (Blitz), Nicken des Kopfes (Nick) und Nach-vorne-Führen der Arme (Salaam). Diese Anfälle treten üblicherweise kurz vor dem Einschlafen oder kurz nach dem Aufwachen auf und sind nur schwer zu behandeln.

Rolando-Epilepsie

Diese Form ist die häufigste Epilepsieform im Kindesalter. Bei Schulkindern vor der Pubertät treten die Anfälle vor allem nachts mit Gesichtszuckungen und Sprechschwierigkeiten auf. Häufig kommen die Kinder – scheinbar wach – ins elterliche Schlafzimmer, sind aber nicht in der Lage zu sprechen. Typisch ist zudem ein herabhängender Mundwinkel mit herauslaufendem Speichel. Die Kinder berichten später, von einem seltsamen Gefühl im Mund geweckt worden zu sein.

Großer Anfall (Grand mal)

Der Grand mal ist die Form des epileptischen Anfalls, den die meisten Menschen mit Epilepsie verbinden. Beim großen Anfall werden die Betroffenen plötzlich bewusstlos, fallen zu Boden, versteifen sich und zucken mit Armen und Beinen. Die Atmung kann unregelmäßig sein, die Haut sich blau verfärben. Dieser große Anfall dauert mitunter minutenlang an. Danach fallen die Betroffenen oft in tiefen Schlaf, aus dem sie benommen wieder erwachen. Urin geht meistens unwillkürlich ab, Stuhl seltener. So bedrohlich der Grand-mal–Anfall auch aussieht, lebensgefährlich ist er in der Regel nicht.

Fieberkrampf

Der Fieberkrampf bei Kindern ist ein Gelegenheitsanfall, der bei einer fieberhaften Erkrankung auftritt. Dieser Anfall dauert 2 bis 10 Minuten und ist der häufigste zerebrale Anfall im Kindesalter. Typisch ist ein plötzlicher Bewusstseinsverlust, gefolgt von einer muskulären Versteifung, die nach 10 bis 30 Sekunden in Zuckungen übergeht. Es gibt auch Fälle, bei denen die Muskulatur schlaff ist und die Kinder vollkommen ihre Körperspannung verlieren. Das Risiko einer späteren Epilepsie ist bei Kindern, die einmalig einen einfachen Fieberkrampf hatten, nur minimal höher als das ihrer nicht von einem Fieberkrampf betroffenen Altersgenossen.

Örtlich begrenzter (fokaler) Anfall

Hierbei kommt es oft zu Zuckungen, die in einer Gesichtshälfte oder in einer Hand beginnen und sich dann allmählich über eine Körperhälfte ausbreiten. Drehbewegungen von Augen, Sehen von Lichtblitzen oder verfremdete Wahrnehmung der Umgebung (z. B. nicht vorhandene Geruchswahrnehmungen, Geschmacksempfindungen oder der Eindruck, die Situation bereits erlebt zu haben – sogenannte Dèja vu–Erlebnisse) sind typisch für den fokalen Anfall. Die Betroffenen bleiben in der Regel bei Bewusstsein. Wohl aber benehmen sie sich zumeist einige Minuten seltsam: Sie nesteln, schmatzen oder lachen.

Status epilepticus

Im Status epilepticus hält ein Anfall über 10 Minuten an oder es folgt in Serie ein Anfall dem anderen, ohne das sich der Betroffene zwischen den Anfällen erholen kann. Ein solcher Status epilepticus ist lebensbedrohlich und muss vom Arzt medikamentös unterbrochen werden. Bitte verständigen Sie in einem solchen Fall sofort einen Notarzt.

Ursachen der Epilepsie

Ursache der Epilepsie ist eine Veränderung im Gehirn, die sich in immer wieder auftretenden epileptischen Anfällen äußert. Eine Epilepsie kann bereits in der Kindheit ausheilen oder ein Leben lang bestehen bleiben. Manche Formen der Epilepsie kommen vor allem bei geistig behinderten Menschen vor, doch die meisten Menschen mit Epilepsie sind geistig völlig normal entwickelt. Häufig ist die Ursache der Epilepsie unbekannt. Die Epilepsie kann bei erblicher Bereitschaft zu epileptischen Anfällen auftreten oder durch angeborene oder erworbene Hirnschädigung verursacht bzw. ausgelöst werden.

Auslöser von epileptischen Anfällen

Plötzliche elektrische Entladungen vieler Nervenzellen im Gehirn gleichzeitig sind die Auslöser von epileptischen Anfällen. Diese vorübergehende Störung kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden wie z. B.:
  • Alkoholentzug
  • Fieber
  • Gehirn- oder Hirnhautentzündung (Enzephalitis, Meningitis)
  • Hirnblutung
  • Hirnverletzung durch Unfall
  • massiver Blutzuckerabfall
  • Sauerstoffmangel während der Geburt
  • Schlaganfall
  • Stoffwechselstörung des Gehirns
  • Tumor oder Fehlbildung in der Hirnentwicklung
  • Vergiftungen.


Wann zum Arzt

Epileptische Anfälle sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, vor allem bei kleinen Kindern und nächtlichen minderschweren Anfällen. Sie sollten zum Arzt gehen bzw. einen Rettungswagen rufen, bei:
  • häufig wieder auftretenden Aufmerksamkeitspausen
  • häufigem Wegtreten für kurze Augenblicke
  • Fieberkrämpfen, die länger als 15 Minuten dauern oder wenn bei derselben fieberhaften Erkrankung ein weiterer Fieberkrampf auftritt
  • deutlichen, nicht unterdrückbaren Zuckungen
  • einem Grand-Mal-Anfall (siehe Epilepsie, Symptome)
  • Bewusstlosigkeit oder unerklärbarem Sturz
  • Epilepsie mit einem Krampfanfall von über 10 Minuten oder wenn mehrere Anfälle ohne Pause hintereinander auftreten.
Vor allem wiederkehrende epileptische Anfälle – auch wenn sie harmlos erscheinen – sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Unter Behandlung von Epilepsie lesen Sie, was zum richtigen Zeitpunkt zu tun ist.

überarbeitet 05/13 Charly Kahle

Möchten Sie wissen, ob es für
Ihre Mono- oder Einphasen-Pille eine
preislich günstigere Alternative gibt?