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Draußen spielen beugt Kurzsichtigkeit bei Kindern vor

Draußen spielen beugt Kurzsichtigkeit bei Kindern vor, Fotolia 56788394

Wenn Kinder sich häufig im Freien aufhalten, entwickeln sie seltener Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit (Myopie).  Eine neue Studie der Universität Tübingen präsentiert folgenden Zusammenhang: Danach fördert helles Licht in der Netzhaut die Freisetzung von Dopamin. Und dieser Botenstoff wiederum sorge dafür, dass der Augapfel nicht in die Länge wächst. Dadurch werde eine Kurzsichtigkeit vermieden, schreiben die Forscher in einer Pressemitteilung der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologe.

Die Augenärzte und die Endokrinologen hatten sich zusammen getan, um den Mechanismus der Vorbeugung von Fehlsichtigkeit durch Sonnenlicht zu untersuchen. Im Tierexperiment entdeckten sie den Zusammenhang von Lichteinfall und Dopaminkonzentration. Erhielten die Küken eine Injektion, die die Freisetzung von Dopamin hemmte, verschwand auch der schützende Effekte auf das Längenwachstum des Augapfels.

Das Spiel im Freien könne demnach einer Kurzsichtigkeit entgegenwirken, folgert Professor Dr. Frank Schaeffel  vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen. Experten gehen davon aus, dass etwa 3 Stunden am Tag bei 10.000 Lux den schützenden Effekt entfalten dürften. 10.000 Lux erreicht die Lichtstärke an einem sonnigen Tag selbst im Schatten.

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Der Helligkeits-Effekt ist also ein möglicher Schutzfaktor gegen Kurzsichtigkeit. Eine andere Ursache von Fehlsichtigkeit beschreibt die vor kurzem erschienene sogenannte Gutenberg-Studie. Danach haben Menschen mit einem höheren Ausbildungsstand häufiger Sehstörungen als andere. Vereinfacht formuliert legte die Gutenberg-Studie nahe, dass häufiger Lesen bei vorwiegend künstlichem Licht den Augen schadet.

Kurzsichtigkeit ist eine sich zunehmend verbreitende Sehstörung. Kurzsichtige Menschen sehen Gegenstände in ihrer Nähe scharf. Das Sehen in der Distanz ist bei kurzsichtigen Menschen hingegen stark eingeschränkt. Eine der anatomischen Ursachen dafür ist das Längenwachstum des Augenapfels. Eine andere Ursache ist eine Hornhautverkrümmung. Letztere entwickelt sich häufig mit den Jahren.

 

Quelle:

Redaktion: Charly Kahle

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