Der Golfer-Ellenbogen

Stechende Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, im Bereich des Knochenvorsprunges, an dem die Sehnen ansetzen, deuten auf den Golferellenbogen hin. Es handelt sich um eine so genannte Sehnenansatzentzündung (Tendopathie) der Beugemuskulatur von Unterarm und Hand. Hier sind die Sehnen und Muskeln am Ellenbogenansatz chronisch gereizt. Die Schmerzen werden ausgelöst beim Schließen der Hand zu einer Faust sowie beim Beugen des Arms und können in den Unter- und Oberarm ausstrahlen. Sie können so heftig sein, dass das Ausüben alltäglicher Tätigkeiten wie das Anheben leichter Gegenstände zur Qual wird, der Arm nicht mehr gebrauchsfähig ist.

Vom Golferellenbogen ( Epicondylitis humeri ulnaris ) sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen, meist im mittleren und höheren Lebensalter. Sehnenentzündungen können dauerhafte Veränderungen an Sehnen im Bereich eines Muskelursprungs, von Muskel-, Band- oder Kapselansätzen hervorrufen, der Golferellenbogen kann eine degenerative ( arthrotische Veränderung ) im Ellenbogengelenk nach sich ziehen.

Die Ursache für die chronische Entzündung ist noch unklar, jedoch zeigt sich häufig als Auslöser eine überbeanspruchung im Beruf oder auch im Sport (z. B. Golf). Dies kann eine falsch erlernte Technik sein oder ständig einseitige Belastungen.



So können Sie vorbeugen


  • Vermeiden Sie einseitige Belastungen und monotone Zwangshaltungen.
  • Ersetzen Sie das Schraubeneindrehen per Hand durch einen elektrischen Schraubenzieher.
  • Gestalten Sie Ihren Büroarbeitsplatz optimal : ergonomisch geformte PC-Tastatur sowie eine ergonomisch gearbeitete Computermaus, passende Sitzhöhe- und -position.
  • Erlernen Sie die Sporttechniken richtig.


Das können Sie bei Schmerzen selber tun


  • Legen Sie Bandagen (Ellenbogen-Bandagen oder Ellenbogen–Spangen) an, um das Risiko des Wiederkehrens der Beschwerden zu senken.
  • Machen Sie die Dehnungsübungen auch außerhalb der Krankengymnastik.
  • Führen Sie Eismassagen in Abwechslung mit Wärmebehandlungen durch.
  • Verwenden Sie eine schmerzstillende Rheuma- oder Sportsalbe.


Was macht der Arzt?
Der Arzt führt den so genannten Widerstandstest durch, bei dem der Patient eine Faust machen muss und gegen Kraft nach oben oder unten drückt. Mithilfe der Ultraschalluntersuchung kann der Arzt eine Schwellung im Bereich der Sehnenansätze erkennen, bei der Röntgenuntersuchung des Ellenbogengelenkes ist in fortgeschritteneren Stadien eine krankhafte Veränderung des Ellenbogengelenks feststellbar. Hat der Golferellenbogen ein chronisches Stadium erreicht, können auf dem Röntgenbild Verkalkungsherde im Sehnenansatzbereich bzw. kleine Knochenhautunregelmäßigkeiten sowie Knochenausziehungen erkennbar sein.

Therapiemöglichkeiten


In erster Linie wird konservativ behandelt, d. h. mit kortisonfreien Schmerzmitteln, Salbenumschlägen und physikalischer Therapie:


  • Bei stärkeren Formen wird in der Regel ein Kombinationspräparat aus Lokalanästhetika mit Kortison injiziert, um eine schmerzfreie Krankengymnastik zu ermöglichen. Bei chronischem Golferellenbogen können Kortison-Präparate kurzfristig gute Behandlungserfolge erzielen. Kortison über einen längeren Zeitraum hinweg kann die Sehnen und Knochen eher schädigen.
  • Zur therapeutischen Unterstützung kann mithilfe des Softlasers der Stoffwechsel aktiviert werden, so dass eine lokale Schmerzlinderung erreicht wird und verkürzte Sehnenansätze beruhigt und aufgedehnt werden.
  • Ultraschall-Behandlungen haben das Ziel, Wärme und Vibration in die Tiefe zu leiten, um so eine Art Mikromassage auszulösen.
  • Mit einer speziellen Elektrotherapie, die so genannte Iontophorese, werden schmerzlindernde Medikamente in die Tiefe an den Sehnenansatz gebracht.
  • Akupunktur kann zu Schmerzlinderung führen und den Entzündungsprozess stoppen - jedoch nur, wenn die Schmerz auslösenden Tätigkeiten nicht zum Alltag gehören.
  • Sie können auch einen Chiropraktiker aufsuchen, der mit gezielten Manipulativtechniken eine Verbesserung der Gelenkfunktion herbeiführen kann.


Operation
Tritt mit der konservativen Therapie nach Monaten keine Besserung ein oder zeigt sich gar eine Verschlechterung, kann an eine Operation gedacht werden. Hier wird am "Golferarm" der Ansatz der Streck- oder Beugemuskeln des Unterarmes über einen kleinen Schnitt vom Knochen abgelöst und dadurch der chronische Schmerzzustand zumeist beseitigt. Nach der Operation muss der Arm zwei Wochen geschont werden. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt je nach beruflicher Belastung zwischen zwei und acht Wochen. In seltenen Fällen kann auch eine Operation keine dauerhafte Linderung der Schmerzen bewirken.

Die Behandlung des Golferellenbogens kann sich langwierig gestalten, ist jedoch unumgänglich, um den chronischen Verlauf verhindern zu können.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Gesundheitsratgeber zum Thema Schulter-Arm-Schmerzen und zur Schmerzbehandlung .

MGO Rowena Grell