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Darmspiegelung (Koloskopie)

Definition Darmspiegelung

Die Darmspiegelung oder Koloskopie ist in erster Linie ein diagnostisches Verfahren, das auf unterschiedliche Weise angewendet wird – je nach Darmregion. Bei der Koloskopie werden der Dickdarm und die letzten Zentimeter des Dünndarms mit einem Endoskop untersucht, bei der Rektoskopie der Enddarm. Für die Untersuchung des Dünndarms werden vor allem die Kapsel-Endoskopie oder die Push-Enteroskopie sowie die Push-and-Pull-Enteroskopie (Doppelballonenteroskopie) eingesetzt.

Zweck der Darmspiegelung

Bei Symptomen wie Blut im Stuhl, auffälligem Gewichtsverlust, unklaren Bauchschmerzen oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (wie Durchfall und Verstopfung) kann eine Darmspiegelung Aufschluss über die Ursache geben. Bei der Koloskopie werden Veränderungen an der Darmschleimhaut erkannt wie Schleimhautblutungen, Entzündungen, Verengungen, Geschwüre, Polypen (pilzförmige Schleimhautwucherungen) und Divertikel (birnen- oder sackförmige Ausstülpungen der Darmwand) sowie gut- und bösartige Tumoren oder ein Parasitenbefall. Auch können Gewebeproben für die mikroskopische Untersuchung entnommen und Hautwucherungen entfernt werden.

Weitere Gründe für eine Darmspiegelung

Weitere Gründe für eine Darmspiegelung sind:
  • Eisenmangel
  • Blutarmut
  • Fremdkörper im Dickdarm (z. B. durch ungewöhnliche Sexpraktiken oder Verschlucken)
  • Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen.

Ablauf der Darmspiegelung

Die Untersuchung wird in der Arztpraxis oder im Krankenhaus gemacht und dauert etwa 20 Minuten. Bei der Koloskopie führt der Arzt ein Endoskop vom After bis zum Blinddarm. Das Endoskop ist ein beweglicher Kunststoffschlauch, der mehrere Kanäle für unterschiedliche Mikrogeräte enthält. So übermittelt eine Videokamera die Aufnahmen vom Innern des Darms an den Monitor. Über weitere Kanäle können Instrumente gesteuert werden, um z. B. Polypen zu entfernen oder Gewebeproben zu entnehmen.

Rektoskopie

Die Rektoskopie ist eine Untersuchung im Enddarm. Hier wird ein etwa 30 cm langes starres Endoskop verwendet. Mediziner unterscheiden die:
  • starre Rektoskopie: Damit werden lediglich die unteren 10 bis 15 Zentimeter des Mastdarms eingesehen.
  • flexible Rektosigmoidoskopie: Mit dieser Methode kann das gesamte untere Viertel des Dickdarms untersucht werden.

Kapselendoskopie

Mit der Kapselendoskopie wird der Dünndarm mithilfe einer kleinen Kamera (ca. 1 cm) erkundet, die der Patient schluckt und später wieder ausscheidet. Bei der Push-Enteroskopie und der Doppelballonenteroskopie wird der Dünndarm vom Magen aus mit einem langen biegsamen Endoskop untersucht.

Risiken der Darmspiegelung

Obwohl die Darmspiegelung als ein sehr sicheres Verfahren gilt und sorgfältig vorbereitet wird, kann es in Einzelfällen zu Komplikationen kommen wie Verletzungen der Darmwand mit Blutung, Herz-Kreislauf-Störungen oder allergischer Reaktion auf verabreichte Beruhigungsmittel.

Bei der Kapselendoskopie kann die Kapsel an vorher nicht erkannten Engstellen oder Divertikeln im Darm stecken bleiben und muss dann operativ entfernt werden. Während der Untersuchung wird der Patient ständig überwacht, sodass Notfallmaßnahmen schnell eingeleitet werden können.

Nebenwirkungen der Koloskopie

Nebenwirkungen bei einer Koloskopie:
  • Schmerzen beim Vorschieben des Schlauchs
  • anhaltendes Fremdkörpergefühl
  • Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung beim nächsten Toilettengang
  • blutiger Stuhl nach Probeentnahmen oder Polypenentfernung
  • Blutdruckschwankungen und/oder Herzrhythmusstörungen
  • selten Streuen von Darmbakterien in die Blutbahn mit der Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis).

Vor der Darmspiegelung

Vor einer Darmspiegelung muss der Darm gründlich gereinigt werden. Deshalb dürfen Sie 24 Stunden vor der Koloskopie keine festen Speisen mehr zu sich nehmen. Einen Tag vor der Untersuchung müssen Sie ein stark wirkendes Abführmittel einnehmen und den Darm anschließend mit einem Einlauf reinigen (lassen).

Des Weiteren beachten Sie bitte die folgenden Hinweise:
  • drei bis vier Tage vor dem Termin unbedingt auf Lebensmittel mit Körnern, wie Vollkornbrot, Tomaten, Kiwis verzichten
  • übliche Medikamente normal einnehmen
  • Beim Spritzen von Insulin muss ggf. in Absprache mit dem Arzt die Dosis angepasst werden.
  • Vorabinformation an den Arzt über die Einnahme von blutverdünnenden und gerinnungshemmenden Mitteln.

Nach der Darmspiegelung

Wenn Sie vor der Koloskopie ein Beruhigungsmittel erhalten haben, dürfen Sie nach der Darmspiegelung kein Fahrzeug im Straßenverkehr selbst fahren und keine Maschinen bedienen.

Halten Sie am Tag der Darmspiegelung Ruhe, am nächsten Tag können Sie wieder arbeiten gehen. Drei bis vier Stunden nach der Untersuchung können Sie schon leichte Kost zu sich nehmen, am Abend wieder normal essen.

Kostenübernahme der Darmspiegelung

Bei der Früherkennung von Darmkrebs ist die Koloskopie die aussagekräftigste Untersuchung. Im Rahmen der Prophylaxe bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen innerhalb von zehn Jahren zwei Darmspiegelungen bei Versicherten ab dem 56. Lebensjahr. Liegt ein medizinischer Grund (Indikation) für eine Darmspiegelung vor, werden die Kosten grundsätzlich von den Krankenkassen übernommen.

Autor: Dr. rer. nat. Immo Fiebrig Apotheker

überarbeitet 03/13 Charly Kahle

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