Blasendauerkatheter - Katheterpflege

 

Ein häufiges Problem im Alter sind Blasenentleerungsstörungen, die eine dauerhafte Ableitung des Urins über einen Katheter erforderlich machen. Katheter können auf zwei Wegen in die Blase gebracht werden, entweder über die Harnröhre (transurethral) oder direkt durch die Bauchdecke (suprapubisch). Bis vor einigen Jahren waren die Katheter überwiegend aus Gummi, inzwischen bestehen sie aus moderneren flexiblen Materialien wie Latex, PVC oder Silikon. Transurethrale Katheter haben an ihrem Ende einen Ballon, der nach dem Einlegen gefüllt wird und verhindert, dass der Schlauch wieder herausrutscht. Auch bei suprapubischen Kathetern gibt es Modelle, die sich mit einem Ballon fixieren lassen, andere Ausführungen werden durch eine Naht an der Bauchdecke befestigt.

 

Häufige Probleme

Die häufigsten Probleme bei Dauerkathetern sind Verstopfungen und Infektionen der Harnwege, wobei sich beide gegenseitig begünstigen. Transurethrale Katheter sind besonders anfällig für Infektionen, weil die Harnröhre im Gegensatz zur Blase von Natur aus mit Keimen besiedelt ist, die sich am Katheter festsetzen und eine Entzündung auslösen können. Wenn feststeht, dass die Urinableitung von Dauer ist, empfiehlt sich daher die Anlage eines suprapubischen Katheters. Aber auch das  schützt nicht vollständig vor Besiedlungen, z.B. aus der Bauchhaut. Viele der Keime, die Harnwegsinfektionen auslösen können, sind in der Lage, Harnstoff aus dem Urin zu spalten. Dadurch steigt der ph-Wert des Urins. Das führt dazu, dass sich Kristalle bilden, die sich am Katheter als Krusten anlagern und ihn allmählich verstopfen. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einem Dauerkatheter sind von derartigen Verstopfungen betroffen. Nicht selten wird dadurch ein Wechsel des Katheters erforderlich. Insbesondere bei transurethralen Kathetern ist diese Prozedur schmerzhaft, außerdem ist bei häufigen Wechseln die Gefahr einer Schleimhautverletzung der Harnröhre erhöht. Die mögliche Folge sind narbigen Verengungen. An solchen Stellen haben es wiederum Keime leichter, sich festzusetzen und einen erneuten Infekt zu verursachen.

 


Was Sie tun können

Die Umgebung von transurethralen Kathetern sollte täglich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Suprapubische Katheter sind mit sterilen Pflastern oder Kompressen verbunden, ein Wechsel des Verbandes empfiehlt sich alle zwei bis drei Tage. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Infekten und Verstopfungen ist, viel zu trinken.

Mindestens zwei bis drei Liter am Tag sollten es sein, am besten Wasser oder Tee. Dadurch verdünnen Sie Ihren Urin und spülen sozusagen viele Erreger weg. Ältere, hilfsbedürftige Menschen mit einem Blasenkatheter müssen immer wieder zum Trinken angehalten werden. Liegt bereits eine Infektion vor, empfiehlt es sich, den ph-Wert des Urins zu senken, also anzusäuern, und so Verkrustungen vorzubeugen. Dafür eignet sich beispielsweise der Genuss von Preiselbeeren. Sie enthalten Säuren, die den gewünschten Effekt im Urin auslösen können. Auch Säfte mit hohem Vitamin C-Gehalt, Essigwasser und Zitronensäure sind in der Lage, den Harn anzusäuern.

 

Wann Sie zum Arzt müssen

  • Wenn kein Urin mehr nach außen abfließt, also der Katheter verstopft ist
  • Wenn der Urin trüb wird und/oder unangenehm riecht
  • Wenn Schmerzen und/oder Fieber auftreten

 

Was Ihr Arzt tun kann

 

Der Arzt schaut sich den Katheter und die Umgebung erst einmal genau an, manchmal sind Verkrustungen schon mit bloßem Auge sichtbar oder die Bauchdecke rund um einen suprapubischen Katheter ist als Hinweis auf eine Infektion gerötet. Mit einer einfachen Untersuchung lässt sich der ph-Wert messen und der Urin auf Bakterien untersuchen. Unter Umständen wird eine Ultraschalluntersuchung nötig, um festzustellen, ob die Entzündung bereits bis in die Niere aufgestiegen ist. Bei einfachen Infektionen reicht es manchmal schon, die Trinkmenge zu erhöhen und leichte Schmerzmittel zu geben. Gegebenenfalls wird der Arzt Ihnen harnansäuernde Medikamente verordnen. Bei fieberhaften Harnwegsentzündungen sind Antibiotika in der Regel unumgänglich. Ist der Katheter verstopft, wird er gewechselt. Zur Vorbeugung und zur Auflösung von Verkrustungen können Spülungen mit einer Zitronensäurelösung hilfreich sein, andere Lösungen, z.B. solche, die Antibiotika enthalten, haben sich nicht bewährt.

 

 

Autorin: 

Anja Braunwarth, Ärztin