Meine-Gesundheit.de Logo

Bilanzierte Diäten

Überblick bilanzierte Diäten

Bilanzierte Diäten sind vom Gesetzgeber als „Diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke" definiert. Bilanzierte Diäten können – wie Nahrungsergänzungsmittel - helfen, einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen auszugleichen. Sie gelten aber nicht als Arzneimittel. Es gibt zum Beispiel Protein-, Kohlenhydrat- und Kalorien-bilanzierte Diäten. Die benötigten Nährstoffe sind in flüssigen Fertiglösungen (oder Pulvern zur Auflösung) in genau festgelegter (bilanzierter) Zusammensetzung enthalten. Es wird zwischen „vollständig" und „ergänzenden" bilanzierten Diäten unterschieden. Vollständig bilanzierte Diäten ersetzen eine normale Ernährung komplett, ergänzende bilanzierte Diäten gleichen nur bestimmte Mangelzustände aus.

Vollständig bilanzierte Diäten

Vollständig bilanzierte Diäten werden gegeben, wenn Patienten aufgrund ihres körperlichen Zustandes oder einer Erkrankung nicht in der Lage sind, den Bedarf an Nährstoffen selbst zu decken. Das können zum Beispiel Menschen mit Schluckstörungen, nach Schlaganfall oder bei schwerer körperlicher und/oder geistiger Behinderung sein. Auch bei Erkrankungen, die eine normale Aufnahme und Verdauung von Lebensmitteln behindern, sind bilanzierte Diäten mitunter sinnvoll. Zudem gibt es Krankheiten, bei denen der Abbau bestimmter Nahrungsbestandteile nicht möglich ist (z. B. bei Phenylketonurie). Für diese Patienten gibt es vollständig bilanzierte Diäten, in denen diese Bestandteile durch gleichwertige Substanzen ersetzt wurden.

Ergänzende bilanzierte Diäten

Ergänzende bilanzierte Diäten müssen – im Gegensatz zu vollständig bilanzierten Diäten – zusätzlich zur normalen Ernährung verzehrt werden, da sie nur bestimmte Nährstoffe enthalten. Sie werden gezielt eingesetzt, wo krankheitsbedingt und trotz normaler Ernährung ein Mangel an diesen Nährstoffen herrscht. Dies kann z.B. bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion der Fall sein. Anerkannte zulässige Nährstoffe sind Eiweiß, Fett, essentielle Fettsäuren und Kohlenhydrate.
Für den medizinischen Einsatz von ergänzenden bilanzierten Diäten muss die gesundheitliche Störung genau definiert sein. Unpräzise Angaben wie „geschwächtes Immunsystem", „Wechseljahresbeschwerden" oder „erhöhte Infektanfälligkeit" erfüllen diese Voraussetzung nicht. Das Gleiche gilt für die reine Nennung von Verbrauchergruppen wie „Raucher", „Schwangere" oder „Ältere", bei denen keine gezielten Beschwerden vorliegen.

Besser ist eine Ernährungsumstellung

Grundsätzlich sollte vor einer bilanzierten Diät immer geprüft werden, ob der bestehende Nährstoffmangel nicht auch durch eine Umstellung der Ernährung oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden könnte. Hilfe bekommen Sie dabei von einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater. Ihre Krankenkasse wird Sie bei der Suche gern unterstützen und Ihnen möglicherweise gleich eine Praxis empfehlen.

Sonderform Formula-Diäten

Formula-Diäten sind in der Regel Fertignahrungslösungen, die Mahlzeiten ganz oder teilweise ersetzen. Die Produkte gibt es in mehreren Geschmacksrichtungen. Im Handel befindliche Formula-Diäten enthalten maximal 1200 kcal, außerdem Vitamine und mindestens die Mineralstoffe Kalzium und Eisen. Diese Inhaltsstoffe sind gesetzlich vorgeschrieben, um eine Unterversorgung auszuschließen Alleine oder in Ergänzung zur Nahrung sollen sie Übergewichtigen helfen, abzunehmen. Reine Formula-Diäten wenden Sie vorzugsweise nur bei ärztlicher Überwachung und nicht länger als drei Wochen an.
Bilanzierte Diäten sollten – wie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln - grundsätzlich immer mit einem Arzt abgesprochen werden. Das gilt vor allem, wenn die Einnahme längerfristig erfolgen soll.

Zurück zum Themenspecial Ernährung
Autor:

überarbeitet von: 03/13 Charly Kahle

Möchten Sie wissen, ob es für
Ihre Mono- oder Einphasen-Pille eine
preislich günstigere Alternative gibt?