Azidose - Übersäuerung

 

Sprechen wir von Übersäuerung, ist nicht Sodbrennen (also das saure Aufstoßen) gemeint, sondern eine Übersäuerung des gesamten Organismus', die Azidose, die zu zahlreichen chronischen Leiden führen kann. Azidose bedeutet: unserem Stoffwechsel mangelt es an Basen, auch Laugen genannt. Basen neutralisieren Säure. Für das optimale Funktionieren unseres Stoffwechsels wird ein ausgewogenes Verhältnis von Säuren zu Basen benötigt, was im pH-Wert (Potentia hydrogenii = Wirksamkeit des Wasserstoffs) messbar ist. Der optimale pH-Wert des Blutes liegt zwischen 7,34 und 7,45, der des Urins zwischen 6,5 und 7, des Speichels bei 6,5 bis 7,4.

Ohne Säure (z. B. Salzsäure in unserem Magen) funktioniert unser Organismus aber auch nicht richtig. Überschüssige Säuren jedoch werden im Bindegewebe und gelenknahen Gewebe eingelagert, was wir landläufig als Schlacken bezeichnen und als Verspannung oder als rheumatische Beschwerden wahrnehmen. Übersäuerung begünstigt die Bildung von freien Radikalen, was die Tätigkeit von Enzymen und die Verwertung der Vitalstoffe aus der Nahrung einschränkt. Zerstörerisch wird eine ständige Übersäuerung, wenn als basenbildenene Stoffe (wie Kalzium) der eigenen Substanz (z. B. den Knochen oder Zähnen) entzogen werden, damit der pH-Wert neutralisiert werden kann.

Übersäuerung auf lange Zeit zieht schwerwiegende Folgen nach sich, wie:

Die Naturheilkunde sieht auch einen Zusammenhang zwischen Übersäuerung und dem Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Krebs.

 

Häufige Ursachen

  • Ärger, Streit
  • Arbeitsfrust, Mobbing
  • wenig Schlaf
  • unbefriedigendes Sexualleben
  • Beziehungsprobleme
  • Bewegungsmangel
  • Leistungssport und starke körperliche Anstrengung
  • Stress und Hektik
  • Depression, quälende Selbstvorwürfe
  • Rauchen, hochprozentiger Alkohol
  • Medikamente
  • übermäßiger Verzehr säurebildender Nahrungsmittel


Wann Sie zum Arzt müssen

Die Übersäuerung wird behandlungsbedürftig, wenn dauerhaft Beschwerden auftreten wie:

  • Antriebsschwäche, rasches Ermüden
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit
  • Immunschwäche
  • Schmerzen und Verspannungen
  • Cellulite
  • fahle Haut, Hautunreinheiten, Akne
  • Haarausfall, brüchige Haare

 

Die chronische Übersäuerung hat einen Grund, der herausgefunden werden sollte.

 

Vorbeugung

  • Gesunde Lebensführung mit Spaziergängen, aktiver und bewusster Bewegung (auch Gartenarbeit) an frischer Luft
  • regelmäßiger stressfreier Sport
  • Tanzen
  • Musik hören und/oder spielen
  • ausreichender Schlaf
  • positive Lebenseinstellung
  • erfülltes Sexualleben
  • Konflikte lösen
  • Lebensmittel, die den Körper anregen, vermehrt Basen zu produzieren
  • Verzehr von Lebensmitteln, die sich neutral verhalten

 

Was Sie tun können

 

Über den Tag den pH-Wert im frischen Urin überprüfen mit Indikatorpapier, das es in der Apotheke zu kaufen gibt. Liegt der Wert permanent unter 6,2, ist der Organismus übersäuert.

Saunagänge, schweißtreibende körperliche Tätigkeit und ausdauernder Sport führen zum Ausscheiden der Säuren über den Schweiß und den Atem. Bindegewebsmassagen und Azidose-Behandlungen nach Dr. Collier helfen, Säuren abzubauen. Entspannungsverfahren wie Energiearbeit, Meditation und Autogenes Training beruhigen nicht nur das Gemüt, sondern auch das Säure-Basen-Verhältnis des Stoffwechsels.

Überprüfen Sie Ihre Lebensführung und gleichen Sie Ärger mit Freude aus, Stress mit Entspannung, stellen Sie das Rauchen ein, reduzieren Sie den Alkoholkonsum, ernähren Sie sich mit Lebensmitteln, die sich im Körper neutral oder basisch verhalten.

Kurzfristig kann man sich mit einem Basenmittel behelfen, das Natriumhydrogencarbonat enthält (wie im Kaiser-Natron und Bullrich-Salz) – jedoch einige Zeit nach dem Essen, denn das für die Verdauung erforderliche saure Milieu im Magen würde zerstört werden. In der Apotheke sind verschiedene Basenmittel erhältlich.

 

Was Ihr Arzt tun kann

Bei chronischer oder stark ausgeprägter Übersäuerung kann der Säurewert mit einem Mittel korrigiert werden, das sich statt im Magen erst im Dünndarm auflöst, wie Natriumbicarbonat in einer speziellen Zubereitung.

 

 

Autor:

Rowena Grell, MGO