Herzbeschwerden: Koronare Herzkrankheit (KHK) und Angina pectoris

 

Das Herz wird durch mehrere kleine Arterien - Herzkranzgefäße oder Koronararterien genannt - mit Blut versorgt. Im Laufe von Jahren und Jahrzehnten können sich in diesen Gefäßen Ablagerungen bilden, die zu Verengungen führen. Durch diese Koronare Herzkrankheit (KHK) wird das Herz schlechter durchblutet. Im schlimmsten Fall droht der völlige Verschluss eines Kranzgefäßes und damit der Herzinfarkt.  Die KHK und ihre Folgen zählen in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Mit zunehmendem Lebensalter sind Ablagerungen in Gefäßen nahezu unvermeidlich. Dazu gibt es auch eine genetische Veranlagung für eine KHK. Außerdem bietet Frauen bis zu den Wechseljahren ihre Östrogenproduktion einen gewissen Schutz, so dass die KHK bei ihnen meist erst später auftritt. Neben diesen nicht veränderlichen Gegebenheiten gibt es aber auch Faktoren, die das Auftreten der KHK begünstigen und die selbst gesteuert oder zumindest beeinflusst werden können.


Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit

    •    Rauchen
    •    Falsche Ernährung
    •    Bewegungsmangel
    •    Übergewicht
    •    Stress
    •    Fettstoffwechselstörungen, z.B. erhöhter Cholesterinspiegel.
    •    Diabetes
    •    Bluthochdruck


Die Koronare Herzkrankheit ist tückisch, da sie lange Zeit ohne jegliche Beschwerden voranschreiten kann. Häufig machen sich die Verengungen erst bemerkbar, wenn das Herz einen erhöhten Sauerstoffbedarf hat, z.B. bei körperlicher Belastung. Typisches Symptom ist dann die Angina pectoris (wörtlich „Enge der Brust"). Sie äußert sich durch ein starkes Enge- oder Druckgefühl und Schmerzen im Brustbereich. Manchmal strahlen diese Schmerzen auch in den linken Arm, die Schulter, den Hals oder in den Bauch aus und werden dann nicht sofort mit dem Herzen in Verbindung gebracht. Diese „Anfälle" dauern in der Regel nur wenige Sekunden bis Minuten an. Weitere mögliche Symptome sind Atemnot bei Belastung oder spürbare Rhythmusstörungen des Herzens wie Extraschläge oder Aussetzer. Treten eines oder mehrere dieser Symptome auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.


Was Ihr Arzt bei Herzbeschwerden untersucht
 

Das normale EKG kann bei einer KHK völlig unauffällig sein. Sehr viel mehr Hinweise liefert ein Belastungs-EKG. Hier wird häufig ersichtlich, dass die Sauerstoffversorgung des Herzens unter Belastung nicht mehr ausreicht. Die sicherste Methode zur Entdeckung der KHK ist die Herzkatheteruntersuchung. Über die Leiste wird ein kleiner Kunststoffschlauch (Katheter) bis ins Herz vorgeschoben. Anschließend spritzen die Ärzte Kontrastmittel in die Kranzgefäße, damit sind Verengungen gut zu erkennen. Bestätigt sich die Diagnose, können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, die den Blutfluss verbessern und/oder das Herz entlasten. Zusätzlich werden mögliche Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen behandelt. Für den akuten Angina-Pectoris-Anfall wird der Arzt Nitroglycerinpräparate verordnen, z.B. als Spray. Sie bewirken eine sofortige Erweiterung der Gefäße. Ist die Verengung sehr weit fortgeschritten, gibt es die Möglichkeit, die betroffenen Arterien mechanisch aufzudehnen, beispielsweise mit Hilfe eines Ballons. Zur Sicherung kann eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt werden. Als letzte Möglichkeit bleibt eine Bypass-Operation. Hier werden kleine Ersatzgefäße – meist Venen aus den Beinen - entnommen und als Überbrückung der verengten Gefäße eingenäht. 

 

Was Sie bei Herzbeschwerden beachten können

 

 

Autorin:

Anja Braunwarth, Ärztin