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Angina

Was ist Angina

Angina ist die umgangssprachliche Bezeichnung der Mandelentzündung (Tonsillitis). Dabei sind die Gaumenmandeln, die sich im Rachenraum hinter den seitlichen Gaumenbögen befinden, entzündet. Die Gaumenmandeln sind Teil des lymphatischen Rachenrings. Dieser schützt die oberen Atemwege vor Krankheitserregern. Gelangen jedoch Bakterien oder Viren (zum Beispiel infolge einer geschwächten körpereigenen Abwehr) in das lymphatische Gewebe und vermehren sich dort, schwellen die Gaumenmandeln und der lymphatische Rachenring an. Dann wird es eng im Hals – daher auch der Name Angina. Denn das lateinische Wort Angina heißt Enge. Eine Angina kann ein- oder beidseitig auftreten und akut, chronisch oder intermittierend (wiederkehrend) verlaufen.

Symptome von Angina

Die Symptome von Angina sind charakteristisch. Fast immer sind es Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, die auf eine Angina hinweisen. Die entzündeten Gaumenmandeln werden rot und schwellen an. Mitunter sind sie von gelben Belägen (Fibrin) oder gelb-weißen Flecken und Eiter-Stippchen bedeckt. Auch Schleimhautgeschwüre und Mundgeruch sowie ein bitterer Nachgeschmack nach dem Essen oder Trinken sind häufig. Oft schwellen die Lymphknoten im Kiefer- und Halsbereich an, dazu kommen Fieber, Schwäche, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen.

Angina bei anderen Erkrankungen

Eine Angina kann auch zusammen mit anderen Krankheiten auftreten.
  • Ist zum Beispiel Scharlach die Ursache für Angina, kommen noch die typischen Scharlach-Symptome (zum Beispiel eine hochrote, stippige Zunge, rote Wange und ein blasses Munddreieck) hinzu.
  • Bei der Diphtherie-Angina sind die Gaumenmandeln schmutzig-grau belegt und die Betroffenen riechen aus dem Mund häufig nach Aceton. Zudem imponiert ein bellender Husten.
  • Angina bei Pfeifferschem Drüsenfieber (Mononukleose) wird auch als Monozyten-Angina bezeichnet. Häufig sind Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Die Gaumenmandeln sind dick geschwollen und hochrot mit gelblich-weißen Belägen. Starke Halsschmerzen, kloßige Sprache (als hätte man einen heißen Kloß im Mund) und Schluckbeschwerden sowie Oberbauschmerzen sind hinweisgebende Symptome dieser Angina.
  • Bei der Seitenstrangangina sind die Seitenstränge am Ausgang der Ohrtrompete entzündet und geschwollen. Mitunter verschließen sie sogar den Verbindungsgang zwischen Rachen und Mittelohr. Daraus resultieren häufig Kopf- und Ohrenschmerzen und eine Mittelohrentzündung.
  • Herpangina oder Angina herpetica ist eine virusbedingte Gaumenmandelentzündung. Von ihr sind vor allem Jugendliche betroffen. Die Mandeln sind nur schwach gerötet und leicht geschwollen, anfangs ist die Rachen- und Gaumenschleimhaut von weißlich-gelben Bläschen übersät.
  • Von der Angina Plaut-Vincent sind nur Erwachsene betroffen. Lymphknotenschwellungen am Hals und Schluckbeschwerden sowie eine einseitig dick-stinkend belegte Mandel sind hinweisgebende Symptome. Die Betroffenen fühlen sich in der Regel nicht krank.

Ursachen von Angina

Eine Angina wird vor allem durch Bakterien (insbesondere beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A, aber auch Haemophilus influenzae, Pneumokokken und Staphylokokken), seltener durch Viren (zum Beispiel Herpes-Viren oder das Eppstein-Barr-Virus) ausgelöst. Menschen mit Angina oder grippalen Infekten geben die Erreger über Tröpfcheninfektion (zum Beispiel durch Husten, Niesen, Küssen oder Sprechen) weiter. Bei geschwächter körpereigener Abwehr oder trockenen Rachen- und Gaumenschleimhäuten besiedeln die Erreger den Rachenraum, dringen in das lymphatische Gewebe ein und vermehren sich: Eine Angina ist die Folge.


Wann zum Arzt bei Angina?

Bei hohem Fieber, schlechtem Allgemeinbefinden und ausgeprägten Hals- und Schluckbeschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt insbesondere für Kinder sowie ältere und immungeschwächte Menschen. Die Behandlung von Mandelentzündung richtet sich nach dem Auslöser der Angina.

Autor:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin überarbeitet von: 04/13 Charly Kahle

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