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AMALGAMPROBLEME




Als Amalgam bezeichnet man allgemein flüssige oder feste Legierungen des Quecksilbers mit Metallen. Die in der Zahnmedizin verwendeten Amalgame setzen sich aus Quecksilber und einer Metallmischung (Silber, Zinn, Kupfer und evt. Spuren von Zink) im Verhältnis 1:1 zusammen.

 

Abgesehen vom günstigeren Preis ist Amalgam als Füllungsmaterial den Inlays aus Goldlegierungen oder Keramik aufgrund des besseren Randschlusses und seiner guten mechanischen Eigenschaften überlegen.

 

Im Gegensatz zu früher weiß man heute, dass Amalgamfüllungen nach dem Aushärten Quecksilber freisetzen und zu einer Belastung des Menschen beitragen. Quecksilber findet sich daneben z.B. in Thermometern, Hautdesinfektionsmitteln oder Papier, aber auch in der Nahrungskette (Umweltverschmutzung). Es wird teilweise in den Körper aufgenommen, abgelagert und nur sehr langsam wieder ausgeschieden.

 

Die Freisetzung des Quecksilbers aus Amalgam wird gesteigert

mechanisch durch Kauen, Zähneknirschen oder Zähneputzen.
chemisch durch saure oder heiße Speisen, aber auch durch schlechte Mundhygiene (ph-Wert, Plaquebesiedelung).
elektrochemisch durch Kontakt zu edleren Metallen.

 

Die Freisetzung ist natürlich auch abhängig von der Art und Verarbeitung des Materials (polierte Füllungen geben z.B. weniger ab). Besonders große Mengen werden beim Legen und Polieren neuer Füllungen und beim Ausbohren alter Füllungen freigesetzt.

 

Wie gelangt das Quecksilber in den Körper?

über die Lunge (Einatmen der Dämpfe).
über dem Magen-Darm-Trakt (Verschlucken).
über die Zahnwurzel (vor allem bei fehlender Unterfüllung), das Zahnfleisch und den Kieferknochen.
über den Nasenraum.

 

Vom Mund- oder Nasenraum kann das Quecksilber durch Diffusion direkt in das Gehirn gelangen. Ein anderer Weg ist über die Blutbahn, wobei das Quecksilber entweder in verschiedenen Organen abgelagert oder über die Nervenbahnen zum Gehirn weiter transportiert wird.

 

Welche Gesundheitsschäden können auftreten?

 

Es gibt keine typischen Symptome einer Quecksilbervergiftung. Eine Vielzahl sehr unter-schiedlicher Krankheitsbilder werden in der Literatur mit Amalgam in Verbindung gebracht, wie z.B.

Infektanfälligkeit.
Durchfälle, Brechreiz.

 

Depressionen, Angstgefühle.
Reizbarkeit, Schlafstörungen.
Kopf- und Muskelschmerzen.
Hautreaktionen.
Hör- und Sehstörungen.
Blutarmut (Anämie).
und viele andere Beschwerdebilder.

 

Der Einfluss von Quecksilber auf die meisten Beschwerdebilder kann allerdings letztendlich weder eindeutig bewiesen noch widerlegt werden. Eine echte "Quecksilberallergie" tritt selten auf (unter 0,2%).

 

Was Sie tun können:

Hat der Arzt aufgrund des Speicheltestes oder auch anderer Untersuchungsmethoden festgestellt, dass bei Ihnen eine Schwermetallbelastung vorliegt, können möglicherweise die Amalgamfüllungen Ihrer Zähne schuld sein.
Bevor Sie sich für eine umfassende Zahnsanierung entscheiden, sollten Sie versuchen, andere Ursachen möglichst auszuschließen, denn das Austauschen der Amalgamfüllungen ist sehr zeitaufwendig und wird von den Krankenkassen nur selten bezuschusst.
Das Quecksilber, das auch nach der Entfernung des Amalgams noch im Körper vorhanden bleibt, wird langsam ausgeschieden. Für besonders hartnäckige Fälle gibt es Medikamente ("Chelatbildner"), welche die Ausscheidung beschleunigen. TS/jk/Diverses/Amalgamprobleme - 22.02.2000-jk

 

Wann Sie zum Arzt müssen:

Über eine erhöhte Quecksilberbelastung sollten Sie nachdenken, wenn Sie, mehr oder weniger häufig, mehr oder weniger stark, Krankheitssymptome zeigen, ohne dass ausreichende bzw. tiefgreifende Diagnose gestellt werden konnte. Suchen Sie einen Arzt Ihres Vertrauens auf und sprechen Sie mit ihm über Ihre Bedenken, die Sie aufgrund von Amalgamfüllungen haben.

 

Was Ihr Arzt tun kann:

Bei Verdacht auf Quecksilberbelastung können verschiedene Tests durchgeführt werden. Sie sind jedoch häufig ungenau ("Speicheltest") und aufwendig. Die Kosten für diese Tests trägt der Patient.
Besteht der Verdacht auf eine Quecksilberallergie, kann vom Hautarzt ein Allergietest durchgeführt werden.

 

 

Autoren:

Christiane von der Eltz, Apothekerin

Dr. Regina Schick, Ärztin



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