Borreliose: Noch keine Imfpung möglich

(dgk) Borreliose ist die häufigste in Europa durch Zecken übertragene Erkrankung. Bis zu 100.000 Menschen erkranken hierzulande jedes Jahr neu. Die oft als "Zeckenimpfung" bezeichnete Spritze beugt der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor, schützt aber nicht vor Borreliose.



Forschungen für die Entwicklung einer Impfung gegen Borreliose laufen jedoch bereits auf Hochtouren. Wissenschaftlern der Julius-Maximilians Universität Würzburg ist es gelungen, genetisch modifizierten Tabak zur Produktion eines Impfstoffs gegen Borreliose herzustellen. Ihre Ergebnisse stellen sie in der Januar-Ausgabe des Fachblatts Nature Biotechnology vor. Dass sich Impfstoffe in gentechnisch veränderten Pflanzen herstellen lassen, ist für Forscher zwar nichts Neues. Allerdings lieferten die bislang getesteten Pflanzen viel zu geringe Mengen. Gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Heidelberg, Freiburg und Clermont-Ferrand brachten die Forscher Tabakpflanzen dazu, deutlich mehr Impfstoff herzustellen als bisher. Dieser neuartige Impfstoff wirke überdies fast genauso gut wie der herkömmlich aus Bakterienkulturen hergestellte. Als nächstes wollen die Würzburger Forscher den Nikotingehalt der Tabakblätter senken, um diese an Tiere zu verfüttern. Damit wollen sie klären, ob der Impfstoff auch über die Verdauung aufgenommen wird. Die Vision der Wissenschaftler ist eine Impfung ohne Spritze - die Impfstoffe soll man künftig einfach essen können.



Doch "die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen", sagt Dr. Heribert Warzecha von der Universität Würzburg. Denn der Nikotingehalt der Tabakpflanze müsse erst gesenkt, Nebenwirkungen ausgeschlossen und verschiedene Sicherheitsaspekte beachtet werden. Erst in einigen Jahren wäre dann der Impfstoff wirklich "essbar".



Auch mit herkömmlichen Verfahren zur Herstellung von Impfstoffen hat man es hierzulande noch nicht geschafft, so Dr. med. Volker Fingerle vom Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Borrelien in München, eine Schutzimpfung gegen Borrelien auf den Markt zu bringen. "In den nächsten zwei Jahren ist nicht mit einem Impfstoff zu rechnen", so Fingerle.




Abwehr ist die beste Verteidigung


Die Vermeidung von Zeckenstichen ist daher momentan der einzige sichere Schutz vor einer Infektion mit Borrelien, die überall in Deutschland verbreitet sind. Ob auf dem Land oder in der Stadt: Bei Aufenthalten in Wald, Feld und Wiese sollte man daher langärmelige Hemden, lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen, vor allem, wenn man sich bei seinen Erkundungen auch mal ins Unterholz schlägt oder eine hohe Wiese durchstreift. Die Strümpfe sollten über die Hosenbeine gestülpt werden, um Zecken das Eindringen zu erschweren. Zudem ist es ratsam, Beine und Arme mit einem wirksamen Abwehrmittel einzureiben, auch unter der Kleidung!



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